In Mettmenstetten hat die GLP Kanton Zug kürzlich ein Tiny House besichtigt, das einer Familie als neues, bewusst kleineres Zuhause dient. Die Veranstaltung verknüpfte politische Information mit einer praktischen Führung und lenkte die Aufmerksamkeit auf alternative Wohnformen, die in dicht genutzten Kantonen wie Zug an Bedeutung gewinnen könnten.
Vom Stammtisch zur Besichtigung
Der Anlass richtete sich an Mitgliedern und Interessierten; als Referent führte Giuseppe Bretti, Kantonsrats- und Gemeinderatskandidat der GLP, in die Vielfalt der Kleinwohnformen ein. Gastgeber waren André und Seraina Häcki, die ihr Haus für die Gruppe öffneten und über ihre Entscheidung berichteten, nach dem Auszug der Kinder bewusst weniger Wohnraum zu wählen.
Die Führung zeigte ein kompaktes, dreistöckiges Holzhaus mit einer Grundfläche von rund 40 Quadratmetern. Das Projekt wurde von der Vivan AG realisiert. Die Bauweise orientiert sich nach Angaben der Besitzer an Vastu- und baubiologischen Prinzipien; das Haus wird mit Pellets beheizt und setzt auf eine durchdachte Raumaufteilung, um Wohnqualität auf kleiner Fläche zu erhalten.
Technik und Gestaltung im Fokus
Das präsentierte Objekt kombiniert traditionelle Materialien mit moderner Planung. Holz stehe für eine warme Atmosphäre und schlanke Ökobilanz, erläuterten die Gastgeber. Die kompakte Raumnutzung umfasst individuelle Lösungen über drei Ebenen, die den Wohnraum trotz geringer Grundfläche offen und nutzbar erscheinen lassen.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Grundfläche | ca. 40 m² |
| Geschosse | 3 |
| Bauweise | Holz (baubiologisch) |
| Heizung | Pellets |
| Realisiert durch | Vivan AG |
Chancen für den Kanton Zug
Kleinwohnformen bieten spezifische Vorteile in einem Kanton mit begrenztem Bauland und hohem Wohnraumbedarf. Die Besuchergruppe der GLP diskutierte insbesondere folgende Aspekte:
- Flächeneffizienz: Mehr Wohnplätze auf kleinerer Fläche können helfen, Druck vom Siedlungsraum zu nehmen.
- Ressourcenschonung: Holzbau und reduzierte Betriebsflächen minimieren Material- und Energieaufwand.
- Vielfältigkeit: Tiny Houses lassen sich als Einfamilienlösung, Zweitnutzung auf Bestandsgrundstücken oder in gemeinschaftlichen Wohnprojekten einsetzen.
Herausforderungen bleiben
Trotz positiver Beispiele betonten Teilnehmende die praktischen und rechtlichen Hürden: Baurechtliche Rahmenbedingungen, Erschliessung, Parkplatzpflichten, Anschluss an Versorgungsleitungen und die Frage nach Dauerwohnrecht versus Mobilität sind zentrale Punkte, die vor einer weiteren Verbreitung geklärt werden müssen. Ebenso wichtig sei die soziale Akzeptanz in bestehenden Quartieren.
Die GLP-Vertreter zeigten sich überzeugt, dass Tiny Houses nicht die alleinige Lösung für die Wohnungsprobleme im Kanton seien, wohl aber ein ergänzendes Instrument im Mix aus Nachverdichtung, dichterem Bauen und innovativen Nutzungsformen.
Konkrete Impulse für Gemeinden
Für Gemeinden wie Mettmenstetten und andere im Kanton Zug ergeben sich mehrere praktische Ansatzpunkte, die sich aus der Besichtigung ableiten lassen:
- Prüfung von Musterreglementen, die Kleinwohnformen rechtssicher erlauben.
- Förderangebote für ressourcenschonende Bauweisen.
- Pilotprojekte auf geeigneten kommunalen Grundstücken.
Solche Schritte könnten eine Brücke schlagen zwischen dem Bedarf an zusätzlichem Wohnraum und den ökologischen Zielen, die in Zug zunehmend Gewicht haben.
Fazit
Die Exkursion der GLP machte deutlich: Tiny Houses funktionieren als Lebensform und als Instrument der Raumoptimierung – vorausgesetzt, politische Rahmenbedingungen und lokale Planung werden entsprechend angepasst. Das Beispiel der Häckis zeigt, dass auf 40 Quadratmetern Leben nicht automatisch Verzicht bedeutet, sondern eine andere Prioritätensetzung und Planung erfordert. Ob und wie stark solche Kleinwohnformen künftig im Kanton Zug zum Tragen kommen, hängt von rechtlichen Anpassungen und konkreten kommunalen Initiativen ab.