Mehr als anderthalb Jahre nach einem lebensgefährlichen Sturz eines Jugendlichen von einer Brücke in Karlsruhe wenden sich Ermittlerinnen und Ermittler erneut an die Öffentlichkeit. Die Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft kündigten an, den Fall in der ZDF-Sendung «Aktenzeichen XY… Ungelöst» vorstellen zu lassen, um mögliche Zeuginnen und Zeugen zu erreichen.
Hergang und Ermittlungsstand
Der Vorfall ereignete sich Anfang Februar 2025. Laut Mitteilungen der Behörden war der damals 15-jährige Junge an einem Sonntagabend etwa acht Meter tief von einer Brücke gestürzt und dabei lebensbedrohlich verletzt worden. Mehrere Verkehrsteilnehmende entdeckten den Jugendlichen auf einer Strasse unterhalb der Brücke und verständigten die Polizei.
Wegen der schweren Verletzungen konnte das Opfer zunächst keine Angaben zum Geschehen machen und lag längere Zeit im Koma. Inzwischen, so die Staatsanwaltschaft, habe sich sein Zustand gebessert.
Seit rund 16 Monaten ergaben Hinweise, dass der Sturz nicht zufällig war: Nach Angaben der Ermittlungsbehörden wurde der Jugendliche möglicherweise nach einer körperlichen Auseinandersetzung von mindestens einer Person von der Brücke gestossen. Die Strafverfolgungsbehörden ermitteln deshalb inzwischen wegen des Verdachts des versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.
Mediale Fahndung und Belohnung
Um weitere Hinweise zu bekommen, suchen die Behörden nun öffentlich die Unterstützung der Bevölkerung und nutzen dafür das bundesweit ausgestrahlte Magazin «Aktenzeichen XY… Ungelöst». Die Darstellung als Studiofall läuft im ZDF am Mittwochabend (ab 20.15 Uhr).
Die Staatsanwaltschaft hat für sachdienliche Hinweise, die zur Identifizierung und/oder Ergreifung der bislang unbekannten Täter führen, eine Belohnung von bis zu 5'000 Euro ausgelobt. Für die Kriminalpolizei sind nach eigenen Angaben «jegliche Hinweise relevant, die zur Aufklärung des Geschehens Anfang Februar 2025 beitragen können».
- Tatzeitpunkt: Anfang Februar 2025 (Sonntagabend)
- Opfer: damals 15-jähriger Jugendlicher, schwer verletzt, längere Zeit im Koma
- Ermittlungsstand: Verdacht des versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung
- Öffentlicher Fahndungsbeitrag: Darstellung in «Aktenzeichen XY… Ungelöst»; Belohnung bis zu 5'000 Euro
Konsequenzen und offene Fragen
Die Einbindung eines bundesweiten Fernsehmagazins zeigt, dass die Behörden die bisherigen Ermittlungen als noch nicht abschliessend betrachten und auf zusätzliche Zeugenangaben angewiesen sind. Eine Darstellung in einer etablierten Sendung kann Hinweise aus einem grösseren Publikumskreis mobilisieren, zugleich aber auch zu Falschmeldungen führen. Die Ermittlerinnen und Ermittler müssen die eingehenden Hinweise sorgfältig prüfen.
Offen bleibt, ob es bereits konkrete Verdächtige gibt und ob die mutmasslichen Tathergänge durch forensische oder sonstige Beweise gestützt werden können. Auch zur Tatmotivation und zum genauen Ablauf der vorausgegangenen Auseinandersetzung äussern sich Polizei und Staatsanwaltschaft bislang nicht detailliert.
Zeugen, die Angaben machen können, werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei Karlsruhe zu melden. Die Staatsanwaltschaft weist auf die ausgelobte Belohnung hin und betont, dass nützliche Hinweise zur Aufklärung der Tat entscheidend sein können.