Der FC Lugano vergrössert seinen Lauf in der Super League: Im Tourbillon setzte sich die Mannschaft aus dem Tessin am Sonntagabend mit 2:1 gegen den FC Sion durch. Die Partie entschied eine skurrile Szene in der Schlussphase, als Sion-Goalie Anthony Racioppi einen flachen Schuss von Beckham Castro unter sich hindurchrutschen liess. Das Tor in der 79. Minute bedeutete den Sieg für die Gäste.
Frühe Führung, später Ausgleich
Die Tessiner gingen bereits nach wenigen Minuten in Führung: In der 3. Minute köpfte Dereck Moncada eine perfekt getimte Ecke von Anto Grgic zum 1:0 ein. Dieses frühe Tor prägte den ersten Spielabschnitt, trotz beidseitiger Chancen blieb die Partie lange umkämpft.
Erst in der 55. Minute gelang Sion der Ausgleich. Der 20-jährige Stürmer Winsley Boteli wurde im Strafraum angespielt und verwertete aus kurzer Distanz zum 1:1. Die Szene zeigte eine Lücke in der Lugano-Defensive: Boteli stand völlig frei, was ihm die Möglichkeit zum Abschluss eröffnete.
Entscheidung durch Fehler des Torhüters
In einer zunehmend offenen Schlussphase sorgte der kurz zuvor eingewechselte Beckham Castro für die Entscheidung. Sein Solo auf der linken Seite endete mit einem flachen Schuss aus spitzem Winkel. Der Ball war nach Einschätzung vieler Beobachter nicht hochgefährlich, doch Racioppi liess ihn unter seinem Körper hindurchrutschen. Das Resultat: das 2:1 für Lugano und damit der Auswärtssieg.
„Das 2:1 resultierte aus einem Fehler des Sion-Goalies, der den Ball unter sich durchgleiten liess.“
Taktische und körperliche Faktoren
Beide Teams hatten am Donnerstag noch in den europäischen Qualifikationswettbewerben gespielt, was sich in der zweiten Halbzeit bemerkbar machte: Die Kräfte schwanden, beide Trainer brachten frische Spieler, um neue Impulse zu setzen. Diese Wechsel führten schliesslich zu den entscheidenden Aktionen.
Statistisch betrachtet war Sion das aktivere Team im Tourbillon: Die Walliser gaben mehr als doppelt so viele Schüsse auf das gegnerische Tor ab wie Lugano. Trotz der Quantität fehlte es den Heimmannschaftsabschlüssen oft an Präzision oder der finalen Kaltblütigkeit, sodass am Ende ein kleiner Fehler reichte, um die Punkte zu verschenken.
Konsequenzen für die Tabelle
Lugano bleibt in der Super League weiter makellos: Nach vier Partien weist der Klub 12 Punkte aus 4 Spielen auf und führt damit die Tabelle an. Für Sion bedeutet die Niederlage einen Rückschlag im Heimstadion, wo man sich vor allem ärgern dürfte, nicht wenigstens einen Zähler eingefahren zu haben.
| Klub | Spiele | Punkte |
|---|---|---|
| FC Lugano | 4 | 12 |
Weitere Resultate am Sonntag
- Thun gewinnt in St. Gallen.
- Vaduz holt gegen GC den ersten Saisonsieg.
Für den FC Sion stellt sich nun die Frage, wie das Team die nächsten Wochen angehen will: die Mannschaft muss an der Zielgenauigkeit in Abschlüssen arbeiten und defensive Räume besser schliessen. Lugano hingegen reist mit Selbstvertrauen weiter – die Tessiner kombinieren Europacup-Erfolg und nationale Bestform.
Die Partie im Tourbillon bot einmal mehr das Bild einer engen nationalen Liga: Kleine Fehler entscheiden Spiele, und in heissen Phasen sind Wechsel und individuelle Aktionen oft richtungsweisend. Für die Fans im Wallis bleibt die Erinnerung an einen Abend, an dem ein unglückliches Missgeschick das Spiel drehte.
Reportage aus dem Tourbillon.