In Frauenfeld startet die nächste Etappe der Innenstadtentwicklung: Die Planung zur Umgestaltung von sechs zentralen Strassenabschnitten liegt vom 10. August bis 2. September 2026 öffentlich auf. Stadtrat und Kanton präsentieren damit die Einzelprojekte, die auf dem im Jahr 2022 von der Stimmbürgerschaft bewilligten Rahmenkredit basieren.
Rahmenkredit und Mitwirkung als Grundlage
Die Stimmbevölkerung hat im Herbst 2022 einem Rahmenkredit von 11,3 Millionen Franken zugestimmt, damit die Stadt ihr Zentrum im Zusammenspiel von Siedlung, Verkehr und Freiraum weiterentwickeln kann. Seither begleitete eine breit angelegte Mitwirkung die Ausarbeitung der Vorprojekte.
«Mit der Genehmigung des Rahmenkredits im Jahr 2022 hat die Stimmbevölkerung den geplanten Vorhaben bereits vor der Ausarbeitung der Detailplanung ihre Unterstützung gegeben. Dieses Vertrauen in den Stadtrat und der Mut zu diesem Pionierprojekt bleiben für uns Ansporn und Verpflichtung zugleich.»
Das sagte Stadträtin Andrea Hofmann Kolb, Vorsteherin des Departements Bau und Verkehr, als die Stadt die öffentlichen Auflageunterlagen präsentierte. Die Planungsarbeiten durchliefen ein dreistufiges Mitwirkungsverfahren, in dem Varianten geprüft und die Anliegen verschiedener Quartiere, Nutzungsgruppen und Interessenvertreter abgewogen wurden.
Welche Abschnitte betroffen sind
Zur öffentlichen Auflage stehen die Vorprojekte für folgende Strassen und Plätze in der Frauenfelder Innenstadt:
- Freie-Strasse
- Rathausplatz
- Rheinstrasse
- Promenade
- Zürcherstrasse (Vorstadt)
- Ringstrasse
Die Massnahmen sollen die Aufenthaltsqualität im Zentrum erhöhen, mehr Grün- und Freiräume schaffen und die Verkehrsführung klarer und sicherer gestalten. Details zu Materialwahl, Bepflanzung, Querungsmöglichkeiten oder Begegnungszonen werden in den Vorprojekten beschrieben und können während der Auflage eingesehen werden.
Zeitplan und weiteres Vorgehen
Die öffentliche Auflage ermöglicht es Einwohnerinnen, Gewerbetreibenden und anderen Betroffenen, die Unterlagen zu prüfen und Einsprachen oder Stellungnahmen einzureichen. Nach Abschluss der Auflagephase werden Rückmeldungen ausgewertet und die Detailplanung erstellt. Der Baubeginn ist für 2027 vorgesehen.
| Etappe | Datum / Zeitraum |
|---|---|
| Öffentliche Auflage | 10. August – 2. September 2026 |
| Auswertung Mitwirkung & Detailplanung | Ab Herbst 2026 |
| Baubeginn (geplant) | 2027 |
Was Anwohnende und Gewerbe jetzt wissen müssen
Die öffentliche Auflage ist der richtige Zeitpunkt für Betroffene, konkrete Anliegen zu platzieren: Fragen zur Zufahrt, zu Lieferzeiten für Gewerbe, zur Barrierefreiheit oder zu konkreten Bäumen und Sitzgelegenheiten in den neuen Strassenräumen lassen sich in dieser Phase einbringen. Nach Abschluss der Auflage und der Detailplanung folgen die bau- und verkehrsrechtlichen Entscheidungsprozesse.
Die Stadt spricht von «Schlüsselprojekten» für die Entwicklung des Zentrums. Ziel sei es, das Herz der Stadt als lebendigen Treffpunkt zu stärken und gleichzeitig Verkehrssicherheit zu erhöhen. Die Abstimmung verschiedener Bedürfnisse – Fussgänger, Velo, öV, Autoverkehr und Anlieferung – bleibt eine Herausforderung, die in den nächsten Planungsschritten konkret gelöst werden soll.
Erwartungen und mögliche Wirkung
Mit einer klaren Aufwertung der zentralen Strassenräume will Frauenfeld die Aufenthaltsqualität steigern und mehr Raum für Begegnung schaffen. Solche Massnahmen können das lokale Gewerbe beleben, die Durchlässigkeit für Velofahrende verbessern und Querungsmöglichkeiten für Fussgänger sicherer machen. Gleichzeitig sind Eingriffe in bestehende Verkehrsabläufe und Parkierungsregelungen zu erwarten, weshalb die Mitwirkung wichtiger Teil des Prozesses war.
Die nächsten Monate entscheiden, wie stark die Projekte an den Wünschen der Bevölkerung ausgerichtet werden. Die Stadtverwaltung hat die Unterlagen aufbereitet; Betroffene und Interessierte können sie während der Auflage einsehen und so Einfluss auf die konkreten Ausführungspläne nehmen.
Für die Bevölkerung in Frauenfeld und die Pendlerinnen rund um den Kanton Thurgau bleibt die Frage, wie die Balance zwischen Begegnungszonen, ruhenden Verkehr und Verkehrsfluss gefunden wird. Die öffentliche Auflage bietet jetzt die Chance, diese Balance mitzugestalten.