Personalwechsel im AZP deutlich gestiegen
Im Alterszentrum Park (AZP) in Frauenfeld ist die Nettofluktuation der Mitarbeitenden im Jahr 2025 deutlich angestiegen. Laut Antwort des Stadtrats auf eine Einfache Anfrage der SP-Gemeinderätin Parwin Alem Yar lag die Nettofluktuation bei 23,9 Prozent. Zum Vergleich: 2024 betrug dieser Wert 17,38 Prozent, 2023 waren es 8,74 Prozent.
Die Zahlen bedeuten, dass nahezu jede vierte Anstellung im AZP durch eine Kündigung seitens der Mitarbeitenden beendet wurde. In der städtischen Statistik werden Pensionierungen und das Auslaufen befristeter Verträge nicht in die Nettofluktuation eingerechnet; es handelt sich also um freiwillige Abgänge.
Stadtrat nennt Reorganisation als Hauptgrund
Der Stadtrat erklärt den Anstieg vor allem mit der Reorganisation im Alterszentrum Park. Zudem verweist er darauf, dass die Personalfluktuation in der Langzeitpflege schweizweit tendenziell höher sei als in anderen Branchen. Insgesamt ordnet der Stadtrat die Kennzahlen der Stadt Frauenfeld als im Rahmen der Vergleichswerte des Bundesamts für Statistik befindlich ein.
«Die Fluktuation ist in der Langzeitpflege traditionell höher als in anderen Branchen», so die Zusammenfassung der Stadtrats-Antwort.
Vergleich mit anderen städtischen Betrieben
Während das AZP die höchste Fluktuationsrate unter den städtischen Betrieben aufweist, hat sich die Lage in anderen Bereichen nicht verschärft. Die Nettofluktuation entwickelte sich in ausgewählten Bereichen wie folgt:
| Organisationseinheit | Nettofluktuation 2024 | Nettofluktuation 2025 |
|---|---|---|
| Alterszentrum Park (AZP) | 17,38 % | 23,9 % |
| Stadtverwaltung | 14,91 % | 13,99 % |
| Thurplus | 17,46 % | 9,52 % |
Rückmeldungen aus der Mitarbeitendenbefragung
Als weiteres Instrument verweist der Stadtrat auf die jährlich durchgeführte Mitarbeitendenumfrage. In diesem Jahr beteiligten sich 68 Prozent der Mitarbeitenden. Der Durchschnittswert der Befragung stieg von 4,65 auf 4,88 Punkte. Laut Stadtrat zeigen die Rückmeldungen keine unterdurchschnittlichen Zufriedenheitswerte in einzelnen Organisationseinheiten.
- Nettofluktuation AZP 2025: 23,9 %
- Höhere Fluktuation erklärbar durch Reorganisation und branchentypische Dynamik
- Stadtweite Mitarbeitendenumfrage: 68 % Teilnahme, Durchschnittswert 4,88
Ausblick und Bedeutung für Frauenfeld
Die gestiegene Fluktuation im AZP wirft Fragen zur Kontinuität der Pflege, zu Rekrutierungsanstrengungen und zur Arbeitsbelastung auf. Eine hohe Personalfluktuation kann kurzfristig den Personaleinsatz, die Betreuungsqualität und die Kosten für Stellvertretungen beeinflussen. Der Stadtrat betont, die Kennzahlen im regionalen und nationalen Kontext zu sehen und nennt die Reorganisation als zentralen erklärenden Faktor. Konkrete Massnahmen zur Stabilisierung des Personals oder zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen wurden in der schriftlichen Antwort nicht detailliert aufgelistet.
Für Bewohnerinnen und Bewohner sowie Angehörige bleibt wichtig, wie die Stadt die Versorgungssicherheit im AZP sicherstellt und welche Schritte unternommen werden, um die Mitarbeiterfluktuation zu verringern. Weitere parlamentarische Vorstösse oder zusätzliche Auskünfte aus dem Stadtrat dürften in den kommenden Monaten Klarheit bringen.