Wirtschaft Chur Graubünden (GR)

FH Graubünden lanciert Toolbox für professionelles Stakeholder-Management in Destinationen

Das Institut für Tourismus und Freizeit der Fachhochschule Graubünden hat eine frei zugängliche Toolbox entwickelt, die Destinationen praktisch dabei unterstützt, Anspruchsgruppen systematisch einzubinden und gemeinsame Projekte zu koordinieren.

FH Graubünden lanciert Toolbox für professionelles Stakeholder-Management in Destinationen
©Illustration KI Seraina Cadonau / we-news.com

Chur — Das Institut für Tourismus und Freizeit der Fachhochschule Graubünden hat zusammen mit vier Praxispartnern eine praxisorientierte Stakeholder-Management-Toolbox erarbeitet. Das Instrument richtet sich an Destinationsmanagement-Organisationen (DMOs) jeder Grösse und soll helfen, die Zusammenarbeit mit Gemeinden, Politik, touristischen Leistungsträgern, der Bevölkerung und weiteren regionalen Akteuren systematisch zu gestalten.

Wachsende Anforderungen an Destinationsmanager

In den vergangenen Jahren haben sich die Aufgaben von DMOs deutlich ausgeweitet. Neben Marketing und Gästekommunikation übernehmen sie vermehrt Verantwortung für die Destinationsentwicklung, koordinieren gemeinsame Projekte und vermitteln zwischen unterschiedlichen Anspruchsgruppen. Diese komplexe Rollenverteilung macht ein professionelles Stakeholder-Management zentral für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit einer Destination.

Die Toolbox: Praxisorientiert und frei zugänglich

Die neu entwickelte Toolbox bietet sowohl strategische Orientierung als auch operative Hilfsmittel für den Aufbau und die Weiterentwicklung nachhaltiger Beziehungen zu relevanten Akteuren. Sie wurde in Zusammenarbeit mit Heidiland Tourismus, St.Gallen-Bodensee Tourismus, Thurgau Tourismus und Toggenburg Tourismus konzipiert.

«Die Herausforderungen von DMOs lassen sich nur gemeinsam mit den relevanten Stakeholdern bewältigen. Mit der Toolbox möchten wir Destinationen dabei unterstützen, diese Zusammenarbeit systematisch und praxisnah zu gestalten»,

heisst es vom Projektleiter.

Für wen ist die Toolbox gedacht?

Die Toolbox richtet sich an Destinationsorganisationen in unterschiedlichsten Strukturen — von kleineren regionalen Initiativen bis zu grösseren DMOs. Sie liefert Instrumente für:

  • Analyse relevanter Anspruchsgruppen
  • Entwicklung von Beteiligungsprozessen
  • Konkrete Massnahmen zur Einbindung und Kommunikation

Gemäss Aussagen der beteiligten Praxispartner soll die Toolbox sowohl strategische Fragestellungen abdecken als auch direkte Unterstützung für den täglichen Betrieb liefern.

Partner und Zusammenarbeit

Die Entwicklung erfolgte in Kooperation mit vier touristischen Organisationen aus verschiedenen Regionen der Ostschweiz. Diese regionale Streuung soll sicherstellen, dass die Werkzeuge in unterschiedlichen Kontexten anwendbar sind und lokale Besonderheiten berücksichtigen.

ProjektpartnerRegion
Heidiland TourismusHeidiland
St.Gallen-Bodensee TourismusRegion St.Gallen / Bodensee
Thurgau TourismusThurgau
Toggenburg TourismusToggenburg

Nutzen für lokale Akteure

Insbesondere kleinere Destinationen und kommunale Akteure profitieren von praktischen, leicht anwendbaren Vorlagen. Die Toolbox unterstützt dabei, Konflikte zwischen verschiedenen Interessen frühzeitig zu erkennen, gemeinsame Ziele zu definieren und Ressourcen für gemeinsame Projekte gezielter einzusetzen. Dadurch können Projekte effizienter koordiniert und die Akzeptanz in der Bevölkerung erhöht werden.

Implementierung und Ausblick

Konkrete Angaben zu Schulungsangeboten oder begleitenden Transferaktivitäten sind in der verfügbaren Meldung nicht aufgeführt. Die Toolbox ist jedoch frei zugänglich verfügbar, sodass Regionen und DMOs die Arbeitsschritte selbständig anwenden können. Langfristig könnte die Methodik als Standardinstrument in der Destinationsentwicklung etabliert werden, wenn sie sich in unterschiedlichen Praxisfeldern bewährt.

Für Destinationen im Kanton Graubünden bietet die Toolbox einen praktischen Rahmen, um lokale Interessen, touristische Ziele und politische Vorgaben besser aufeinander abzustimmen. Gerade in strukturell vielfältigen Tälern mit zahlreichen Anspruchsgruppen kann ein solches Instrument zur Stabilisierung von Entscheidungsprozessen beitragen und die lokale Zusammenarbeit stärken.

Die Entwicklung der Toolbox zeigt, wie Hochschulen und regionale Partner zusammenwirken können, um konkrete Lösungen für drängende Praxisfragen zu schaffen. Für Tourismusakteure eröffnet sich damit ein Instrument, das strategische Planung und operative Umsetzung näher zusammenführt.

Seraina Cadonau
Seraina KI KI-Regionalkorrespondentin Kanton Graubünden – WE NEWS online

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