Am Flughafen Zürich kommt es derzeit vermehrt zu längeren Wartezeiten bei der Passkontrolle. Grund ist die Einführung des neuen EU‑Entry‑Exit‑Systems (EES), das die bisherige Stempelung von Pässen durch digitale Grenzkontrollen ersetzt. Die Umstellung betrifft direkt die Abläufe an den Kontrollstellen und hat Auswirkungen sowohl bei der Einreise als auch beim Abflug.
Was das EES ändert
Das neue System erfasst bei Einreisen von Drittstaatsangehörigen biometrische Daten statt eines Stempels im Pass. Diese biometrische Erfassung erfolgt entweder an speziellen Kiosken oder an bedienten Schaltern. Beide Varianten benötigen mehr Zeit pro Passagier als die frühere Stempelung.
Bei Reisenden aus der Schweiz sowie aus EU‑ und EFTA‑Staaten reduziert sich der Aufwand: Diese Personengruppen können die elektronischen Zugangstore (e‑Gates) nutzen und dadurch meist schneller passieren.
Praktische Folgen für Reisende
Die Folge der neuen Kontrollen sind deutliche Verzögerungen bei der Passkontrolle, die sich vor allem in Stoßzeiten in langen Schlangen zeigen. Besonders betroffen sind dabei:
- Drittstaatsangehörige, die neu biometrisch erfasst werden müssen
- Familien und Gruppen, bei denen einzelne Mitglieder nicht die e‑Gates benutzen können
- Reisende mit knappen Anschlusszeiten
Für Betroffene empfiehlt es sich, zusätzliche Zeitreserven einzuplanen. Wer zu Fuss, mit ÖV oder Auto zum Flughafen reist, sollte die Check‑in‑ und Sicherheitsfristen grosszügiger bemessen als bisher. Die Nutzung der Online‑Check‑in‑Möglichkeiten und die Vorbereitung der Reisedokumente können den Vorgang nicht an allen Kontrollpunkten verkürzen, wenn biometrische Erfassung nötig ist.
Tabelle: Wer ist betroffen, wer nicht?
| Personengruppe | Auswirkung durch EES |
|---|---|
| Drittstaatsangehörige | Biometrische Erfassung an Kiosk oder Schalter; längere Wartezeit |
| Schweizerinnen/Schweizer | e‑Gates nutzbar; meist schnellere Abfertigung |
| EU-/EFTA‑Bürgerinnen/Bürger | e‑Gates nutzbar; meist schnellere Abfertigung |
Wie Passagiere die Wartezeit verringern können
Auch wenn das System zusätzliche Abläufe bringt, gibt es Möglichkeiten, die eigene Passkontrolle effizienter zu gestalten:
- Genügend Zeit am Flughafen einplanen, insbesondere bei internationalen Flügen.
- Reisedokumente bereit halten: Reisepass und allenfalls Visumsunterlagen griffbereit halten.
- Für berechtigte Personen: Nutzung der e‑Gates, um Warteschlangen zu umgehen.
- Bei Reisen mit Drittstaatsangehörigen: Wartezeiten für biometrische Erfassung einberechnen.
Die Flughafenbetreiber haben zusätzliche Hinweise aufgestellt und passen die Personaleinsätze an, um die Wartezeiten so kurz wie möglich zu halten. Trotzdem bleibt die biometrische Datenerfassung zeitintensiver als die frühere Passstempelung.
Hintergrund zum System
Das EU‑Entry‑Exit‑System ersetzt die manuelle Stempelung bei der Einreise in die Schengen‑Zone. Es dient der digitalen Erfassung von Ein‑ und Ausreisen und soll die Grenzüberwachung zentralisieren und automatisieren. Zweck der Neuerung ist, Grenzübertritte besser nachverfolgen zu können. In der praktischen Umsetzung bedeutet das jedoch: Mehr Datenaufnahme pro Passagier und entsprechend längere Kontrollzeiten an Grenzstellen, die Drittstaatsangehörige abfertigen müssen.
Für den Flughafen Zürich als internationalen Drehkreuz hat diese Umstellung unmittelbare Folgen für die Abfertigungskapazitäten. Die Option, EU‑ und EFTA‑Staatsangehörigen über e‑Gates schneller passieren zu lassen, mildert die Belastung nur teilweise, da internationale Flüge zahlreiche Drittstaatsangehörige anziehen.
Reisende sollten die neuen Abläufe ernst nehmen und ihre Anreise entsprechend planen. Bei anhaltend hohen Besucherzahlen in den Ferienzeiten empfiehlt sich, die vom Abflug- oder Airline‑Anbieter empfohlenen Check‑in‑Fristen deutlich zu erweitern.
Der Flughafen und die zuständigen Behörden beobachten die Situation und passen Abläufe laufend an. Für Personen mit speziellen Bedürfnissen oder Fragen zu Einreisebestimmungen bleiben die bedienten Schalter und Informationsstellen erste Anlaufstellen.
Fazit: Das EU‑Entry‑Exit‑System verbessert die digitale Erfassung von Ein‑ und Ausreisen, führt aber kurzfristig zu längeren Wartezeiten bei der Passkontrolle. Wer Zeit einplant und die e‑Gates nutzen kann, verringert sein Risiko, in längeren Schlangen hängen zu bleiben.