Behörden suchen nach Ursache — umfassende Wasserproben geplant
In Wetzikon sorgt seit Januar 2025 eine ungewöhnliche Häufung von Legionellen-Erkrankungen für Besorgnis. Bis jetzt sind 33 Personen betroffen, davon mussten 29 ins Spital eingeliefert werden. Die Gesundheitsbehörden des Kantons Zürich haben deshalb eine spezialisierte Taskforce eingesetzt, die die Infektionsquelle ermitteln soll.
Die Taskforce setzt sich aus Fachleuten des kantonalen Labors, des Schweizerischen Tropen- und Public-Health-Instituts, der Eawag sowie des kantonalen Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft zusammen. Die Experten untersuchten bereits eine Reihe möglicher Infektionsquellen in und ausserhalb von Gebäuden — bisher jedoch ohne klaren Durchbruch.
Bereits untersuchte Orte — vieles geprüft, nichts eindeutig
Bisherige Kontrollen umfassten unter anderem:
- Wohnungsduschen bei Betroffenen
- Autowaschanlagen
- Hydranten und Brunnen
- Abwasserreinigungsanlagen
- Altersheime und das Spital Wetzikon
- Kühlanlagen auf Dächern
An mehreren Orten stossen die Fachleute zwar auf Legionellen, doch genetische Analysen ergaben bislang, dass die gefundenen Stämme nicht mit den Erkrankungen in Verbindung stehen. Lediglich bei drei Betroffenen wird vermutet, dass die Ansteckung zuhause erfolgt sein könnte.
«Die Fachleute gehen davon aus, dass die Bakterien aus der Umwelt stammen und sich in den Leitungen einzelner Gebäude festgesetzt haben könnten.»
Neue Phase: gesamtes Wassersystem im Fokus
Da sich kein klares, lokalisiertes Reservoir feststellen liess, erweiterten die Behörden die Untersuchungen auf ein grösseres Feld. Nun sollen Quell-, Grund- und Seewasser sowie die Wasserleitungen in Wetzikon systematisch geprüft werden. Ziel ist es herauszufinden, ob die Legionellen aus der Umwelt stammen und sich anschliessend in einzelnen Leitungssystemen etabliert haben.
| Parameter | Stand |
|---|---|
| Gemeldete Fälle (seit Jan 2025) | 33 |
| Hospitalisierte | 29 |
| Vermutete Hausansteckungen | 3 |
Gefahrenbild und lokale Auswirkungen
Legionellen werden beim Einatmen feinster Wassertropfen übertragen und können schwere Lungenentzündungen auslösen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem. Für Wetzikon bedeutet die Serie deshalb nicht nur ein akutes Gesundheitsrisiko, sondern auch eine Herausforderung für Pflegeheime, das Spital und Betreiber gebäudetechnischer Anlagen.
Konsequenzen könnten sein:
- verstärkte Kontrollen in Alters- und Pflegeheimen sowie öffentlichen Einrichtungen
- gezielte Prüfungen und Hygienemassnahmen in Gebäudewasserinstallationen
- Informationskampagnen für Hausbesitzer und Betreiber technischer Anlagen
Bisher ist in Wetzikon kein einzelnes, klar abgrenzbares Ausbruchsgeschehen wie in anderen Städten festgestellt worden, bei dem alle Betroffenen räumlich und zeitlich übereinstimmten. Dies erschwert die Ermittlungen und verlängert die Suche nach dem Bakterienherd.
Weiteres Vorgehen und Informationslage
Die kantonale Taskforce wird die Ergebnisse der erweiterten Wasseruntersuchungen abwarten und weitere Proben nehmen, wo immer die Analyse Hinweise liefert. Bis dahin bleibt die Lage in Wetzikon als unklar zu bezeichnen: Die Behörden betonen die Notwendigkeit systematischer Analysen und genetischer Sequenzvergleiche, um Zusammenhänge nachzuweisen oder auszuschliessen.
Für die Bevölkerung gelten die üblichen Vorsichtsmassnahmen bei Nutzung von Duschen und Sprühvorrichtungen; besonders gefährdete Personen sollten bei Unsicherheit ärztlichen Rat einholen. Die Behörden informieren über weitere Schritte sobald belastbare Ergebnisse vorliegen.
WE NEWS, KI-Regionalkorrespondent Kanton Zürich — Bericht aus Wetzikon