Die Kinder‑ und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) Thal‑Gäu/Dorneck‑Thierstein wird seit dem 1. August 2026 von einem gemeinsamen Präsidium geführt. Die Staatskanzlei teilte mit, dass die Juristinnen Vanessa Moretti (37) und Tamara Wingeier (41) die Leitung als Co‑Präsidentinnen übernommen haben. Der Sitz der Kesb befindet sich im Amthaus in Balsthal.
Kontinuität in der Führung
Beide Frauen verfügen laut Mitteilung über mehrjährige Erfahrung im Bereich des Kinder‑ und Erwachsenenschutzrechts. Moretti war bereits seit 2017 als leitende Vizepräsidentin tätig, Wingeier gehört der Behörde seit 2016 an, zuerst als Behördenmitglied und seit 2018 als Vizepräsidentin. Sie treten die Nachfolge von Rolf Eggenschwiler an, der Ende Juli 2026 in den Ruhestand gegangen ist.
Aufgaben und regionale Bedeutung der Kesb
Die Kesb ist in der Region für Massnahmen zuständig, die den Schutz von Kindern und Erwachsenen gewährleisten sollen, wenn deren Selbstbestimmung gefährdet ist oder sie nicht mehr eigenverantwortlich handeln können. Dazu gehören etwa fürsorgerische Unterbringungen, Beistandschaften und Erwachsenenschutzanordnungen. In der ländlich geprägten Region Thal‑Gäu/Dorneck‑Thierstein ist die Kesb eine zentrale Anlaufstelle für Gemeinden, Schulen, Spitäler und Sozialdienste.
Organisationsstruktur und Übergang
Die neue Doppelspitze ist eine organisatorische Entscheidung, die auf Kontinuität und geteilte Verantwortung setzt. Co‑Präsidien sollen interne Kompetenzverteilung, Erreichbarkeit und Entscheidungsfindung stärken, insbesondere in komplexen Fällen, die rechtliche, medizinische und soziale Aspekte verbinden.
| Person | Alter | Bisherige Funktion | Stand |
|---|---|---|---|
| Vanessa Moretti | 37 | Leitende Vizepräsidentin seit 2017 | Co‑Präsidentin seit 1. August 2026 |
| Tamara Wingeier | 41 | Behördenmitglied seit 2016, Vizepräsidentin seit 2018 | Co‑Präsidentin seit 1. August 2026 |
| Rolf Eggenschwiler | Langjähriger Präsident | In Ruhestand per Ende Juli 2026 |
Praktische Auswirkungen für Betroffene und Gemeinden
Für Ratsuchende, Gemeinden und Fachstellen ändert sich an den Zuständigkeiten nichts grundlegend: Die Kesb bleibt Ansprechpartnerin für Schutzfälle. Die Doppelspitze kann jedoch organisatorische Vorteile bringen, etwa eine bessere Abdeckung bei Abwesenheiten und die Möglichkeit, Tätigkeiten stärker zu spezialisieren. Konkrete Veränderungen in Abläufen oder Zustellungswegen wurden in der Mitteilung nicht genannt.
Einordnung
Wechsel an der Spitze einer Kesb sind lokal von Bedeutung, weil sie Einfluss auf Entscheidungsprozesse bei sensiblen Eingriffen in persönliche Freiheitsrechte haben. Die Einführung eines Co‑Präsidiums folgt einem Trend in öffentlichen Verwaltungen, Aufgaben zu teilen, um Belastungen und Ressourcen flexibler zu steuern. Wie sich dieses Modell in der praktischen Arbeit der Kesb Thal‑Gäu/Dorneck‑Thierstein auswirkt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
Weiteres Vorgehen
Die Staatskanzlei veröffentlichte die Personaländerung in einer Mitteilung; nähere Angaben zu strategischen Zielen oder personellen Anpassungen nannte sie nicht. Betroffene, Gemeinden und Fachstellen werden gebeten, sich weiterhin an die bestehenden Kontaktstellen der Kesb zu wenden. Sitz der Behörde bleibt das Amthaus in Balsthal.
- Neue Leitung: Vanessa Moretti und Tamara Wingeier als Co‑Präsidentinnen.
- Inkrafttreten: 1. August 2026; Mitteilung durch die Staatskanzlei am 11. August 2026.
- Vorgänger: Rolf Eggenschwiler, per Ende Juli 2026 in den Ruhestand.