Erhalt bedeutender Bauwerke der Champa-Zivilisation
In Zentralvietnam sind mehrere Restaurationsprojekte für Cham-Relikte offiziell gestartet, wie aus Berichten über die jüngsten Vorhaben hervorgeht. Die Arbeiten konzentrieren sich auf den Bang-An-Turm sowie auf die zentralen und nördlichen Türme des Chien-Dan-Komplexes; zudem schreiten die Arbeiten an der Turmgruppe My Son E und F weiter voran. Die Projekte verfolgen das Ziel, dringend beschädigte Bauteile zu sichern, instabile Abschnitte zu beseitigen und die Lebensdauer dieser historischen Bauwerke zu verlängern.
Bang-An-Turm: Einzigartiger achteckiger Backsteinturm wird gesichert
Der Bang-An-Turm, errichtet um das 12. Jahrhundert, gilt als der einzige noch erhaltene achteckige Backsteinturm in Vietnam. Sein architektonischer und künstlerischer Wert macht ihn zu einem herausragenden Zeugnis der alten Cham-Bevölkerung. Nach Angaben der Projektunterlagen weist der Turm an verschiedenen Stellen Risse, verwitterte Ziegel sowie strukturelle Fehlausrichtungen und Verformungen auf. Diese Schäden bergen ein potenzielles Risiko für die Stabilität des Bauwerks.
Anfang Juli 2026 hat das vietnamesische Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus deshalb ein Projekt zur Erhaltung, Restaurierung und Instandsetzung des Bang-An-Turms lanciert. Das Vorhaben sieht nach den Angaben eine Gesamtinvestition von 8,1 Milliarden VND vor und ist mit einer geplanten Bauzeit von fünf Monaten konzipiert. Schwerpunkt der Arbeiten sind die strukturelle Verstärkung, die Beseitigung instabiler Bereiche sowie die punktuelle Restaurierung architektonischer Teile.
Chien-Dan und My Son: Komplexe Vorhaben fortgesetzt
Parallel dazu wurde ein weiteres Restaurationsprojekt für die zentralen und nördlichen Türme des Chien-Dan-Komplexes (Gemeinde Tay Ho) initiiert. Für dieses Vorhaben ist laut Bericht ein Budget von rund 16 Milliarden VND vorgesehen, die geplante Bauzeit beträgt etwa ein Jahr. Dieses Projekt knüpft an die bereits 2023 abgeschlossene Restaurierung des Südturms an und zielt darauf ab, die Vollständigkeit eines der wertvollsten Cham-Turmkomplexe in Zentralvietnam wiederherzustellen.
Darüber hinaus befindet sich das Restaurierungsprojekt der Turmgruppe My Son E und F seit Mitte Juni 2026 im zweiten Jahr. Damit laufen an mehreren Standorten gleichzeitig konzertierte Massnahmen zur Bewahrung des Cham-Kulturerbes.
- Bang-An-Turm: Investition 8,1 Milliarden VND; Laufzeit 5 Monate; Fokus auf Strukturverstärkung und Beseitigung instabiler Stellen.
- Chien-Dan (zentral/nord): Budget rund 16 Milliarden VND; Laufzeit ca. 1 Jahr; Fortsetzung nach Süd-Turm 2023.
- My Son E und F: Restaurierung läuft seit Mitte Juni 2026 ins zweite Jahr.
Die aktuellen Projekte werden als Wettlauf gegen die Zeit angesehen, um die wertvollen Zeugnisse der alten Champa-Zivilisation zu bewahren.
Bedeutung und Herausforderungen
Die nun begonnenen Massnahmen illustrieren die typischen Herausforderungen der Denkmalpflege: Viele Cham-Bauwerke sind stark beschädigt, verwittern weiter und weisen strukturelle Probleme auf, die nicht allein durch kosmetische Reparaturen zu lösen sind. Die Kombination aus Alter, früheren Kriegsschäden und Witterung hat an zahlreichen Stellen irreversible Schwächungen verursacht. Entsprechend konzentrieren sich die Restaurationskonzepte auf langfristige Stabilität, nicht nur auf ästhetische Instandsetzung.
Für die betroffenen Regionen stellt die Denkmalpflege zugleich eine Aufgabe mit wirtschaftlicher Komponente dar: Gut erhaltene Relikte sind Träger kultureller Identität und können touristische Anziehungspunkte sein. Restaurationsarbeiten müssen deshalb fachgerecht ausgeführt werden, um einerseits den historischen Wert zu bewahren und anderseits die Attraktivität für Besucher langfristig zu sichern.
| Projekt | Budget (im Bericht) | Geplante Dauer |
|---|---|---|
| Bang-An-Turm | 8,1 Milliarden VND | 5 Monate |
| Chien-Dan (zentral/nord) | ~16 Milliarden VND | Ca. 1 Jahr |
| My Son E und F | Nicht spezifiziert im Kurzbericht | Laufendes 2. Jahr |
Die Restaurationsprojekte in Zentralvietnam zeigen exemplarisch, wie internationale Kulturgüter systematisch gesichert werden müssen. Für Leserinnen und Leser in Cham (ZG) bieten die Vorhaben Einblick in fachliche Massnahmen, die auch hierzulande bei der Denkmalpflege eine Rolle spielen: Die Balance zwischen konservatorischer Sorgfalt, langfristiger Nutzung und touristischer Vermarktung ist eine gemeinsame Herausforderung von Gemeinden und Denkmalbehörden.
Ausblick: Die nächsten Monate werden zeigen, ob die vorgesehenen Massnahmen am Bang-An-Turm und in Chien-Dan die erwartete Stabilität bringen und wie sich die Restaurierungsfortschritte auf den Zustand und die Zugänglichkeit der Relikte auswirken.