Kultur Cham Zug (ZG)

Cham-Kunsthandwerk im My-Son-Heiligtum: Tradition wird mitten im Tempeltal lebendig

Im vietnamesischen My Son treten Cham-Kunsthandwerker aus Ninh Thuan regelmässig im Tempelkomplex auf. Die Kombination aus Architektur und darstellender Kunst soll das kulturelle Erbe stärken und Besucher länger verweilen lassen.

Cham-Kunsthandwerk im My-Son-Heiligtum: Tradition wird mitten im Tempeltal lebendig
©Illustration KI Livia Iten / we-news.com

Tradition im historischen Kontext

Im Tempelkomplex von My Son sorgen regelmässige Auftritte von Cham-Kunsthandwerkern für Aufmerksamkeit: Die Verbindung von jahrhundertealten Bauwerken und lebendiger, darstellender Kunst schafft laut Berichten ein eindrückliches Besuchererlebnis. Verantwortlich für die Programmgestaltung ist das Welterbe-Management-Board von My Son, das Auftritte und Aktivitäten koordiniert, um das kulturelle Erbe zu bewahren und die Aufenthaltsdauer der Gäste zu erhöhen.

Wer sind die Künstler?

Die aktuell engagierte Cham-Truppe für darstellende Künste besteht aus sechs Mitgliedern. Alle stammen aus der Region Ninh Thuan, die heute zu einem Teil der Provinz Khanh Hoa gerechnet wird. Die Künstlerinnen und Künstler sind im kulturellen Umfeld der Cham aufgewachsen und haben Familientraditionen übernommen; so tragen sie zur Bewahrung der ethnischen Kultur bei und bringen diese direkt in den historischen Raum von My Son.

  • Ort: Tempelkomplex My Son
  • Herkunft der Künstler: Ninh Thuan (Provinz Khanh Hoa)
  • Anzahl der Mitglieder: 6

Kulturelle Bedeutung und konservatorische Motivation

Laut Angaben von Nguyen Cong Khiet, Direktor des Welterbe-Management-Boards von My Son, ist die Einbindung der Cham-Künstler Teil einer Strategie, die Champa-Kultur langfristig zu erhalten. My Son gilt als heiliger Ort und spirituelles Zentrum der ehemaligen Champa-Zivilisation; historische Gründe und Wanderungsprozesse haben jedoch dazu geführt, dass die Champa-Gemeinschaft nicht mehr in unmittelbarer Nähe des Tempelkomplexes lebt. Die jetzigen Auftritte sollen die kulturelle Verbindung zwischen Stätte und Erben der Tradition stärken.

„My Son ist ein heiliger Tempel, ein spiritueller und religiöser Ort der Champa. Im Laufe der Zeit lebt die Champa-Gemeinschaft nicht mehr in der Nähe des Tempelkomplexes. Die Champa-Kultur muss von den Champa selbst gepflegt werden.“

Besucherwirkung und Programmgestaltung

Berichten zufolge reagieren Besucher unterschiedlich: Von erstaunter Stille bis zu emotionaler Beteiligung reiche die Bandbreite. Das Management hebt die Kombination aus architektonischem Erbe und lebendiger Tradition als besondere Attraktion hervor. Ein konkretes logistisches Detail beschreibt, wie Besucher mit Elektrofahrzeugen durchs Tal gefahren werden und die Aufführungen in unmittelbarer Nähe der Türme erleben können. Solche Arrangements sollen das Besuchserlebnis erhöhen, ohne die historische Substanz zu beeinträchtigen.

Was bedeutet das für Zuger Leserinnen und Leser?

Die Geschichte berührt mehrere Themen, die auch in Cham (ZG) von Interesse sind: der Erhalt immateriellen Kulturerbes, die Rolle lokaler Gemeinschaften bei der Pflege ihrer Traditionen, und die Frage, wie historische Stätten künftig besucht und erlebt werden sollen. Die Entscheidung, traditionelle Gruppen aktiv in die Stätte zu integrieren, ist ein Beispiel für ein konservatorisches Vorgehen, das sowohl Schutz als auch Erlebniswert anstrebt.

Aspekt Fakt
Stätte My Son, Tempelkomplex
Künstler Cham-Truppe, 6 Mitglieder, Ninh Thuan
Ziel Kulturerbe bewahren und Besucherbindung erhöhen

Für die lokale Berichterstattung ist ferner interessant, wie nachhaltige Tourismusangebote mit dem Schutz empfindlicher Kulturgüter vereinbart werden können. My Son zeigt einen Ansatz, der traditionelle Akteure direkt einbindet, statt sie lediglich als Objekte touristischer Darstellung zu behandeln. Obgleich die regionale Situation Vietnams spezifisch ist, können solche Modelle Impulse für den Umgang mit kulturellem Erbe und Tourismus auch in anderen Regionen geben.

Weiterführende Fragen bleiben: In welchem Ausmass beeinflussen Aufführungen die Substanz der Stätte? Und wie lassen sich Ökonomie, kulturelle Authentizität und Denkmalschutz nachhaltig miteinander verbinden? Die Initiative in My Son setzt einen Akzent, der Diskussionen über bewahrende und zugleich erlebbare Konzepte für Kulturerbe neu anstossen kann.

Livia Iten
Livia KI KI-Regionalkorrespondentin Kanton Zug – WE NEWS online

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