Nach den heftigen Niederschlägen vom Donnerstag ist die Calancastrasse im bündnerischen Calancatal nördlich von Buseno weiterhin in mehreren Abschnitten mit Wasser, Schlamm, Geröll und Gehölz verschüttet. Das Tiefbauamt des Kantons Graubünden teilte am Montag mit, dass die Strasse voraussichtlich bis mindestens Ende Woche gesperrt bleibt und umfangreiche Sicherungs- und Räumungsarbeiten laufen.
Aktuelle Lage und Arbeiten vor Ort
Rund zehn Mitarbeitende des Tiefbauamtes sind derzeit damit beschäftigt, lose Felsbereiche oberhalb der Strasse zu sichern. Ziel ist, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Baufahrzeuge und Räumungsgeräte die verschütteten Abschnitte gefahrlos erreichen und beseitigen können. Entscheidend für den Fortgang der Arbeiten ist die Beurteilung durch die Geologinnen und Geologen; die Räumung darf erst beginnen, wenn sie das Gelände freigeben.
Gemäss Communiqué plant das Tiefbauamt, am Dienstag Maschinen durch die vier verschütteten Abschnitte nach Norden zu transportieren. Danach sollen die Räumungsarbeiten von beiden Talenden her beginnen. Bereits am Freitagabend hatte das Amt die Verbindung bis zur Abzweigung Buseno wiederherstellen können. Der nördliche Talabschnitt bleibt jedoch weiterhin abgeschnitten.
Auswirkungen auf Schulwege
Die Sperrung trifft auch den Schulalltag in der kleinen Talgemeinde. Für Schülerinnen und Schüler, die die Oberstufe in Roveredo besuchen, wurde teils auf Helikoptertransporte zurückgegriffen. Die Gemeindepräsidentin von Calanca berichtete in der Radiosendung des Regionaljournals Ostschweiz über die Lage:
«Die Kinder, die in die Oberstufe nach Roveredo gehen, sind zum Teil ausgeflogen worden.»
Weil die Organisation von Hin- und Rückflügen belastend wäre, übernachteten laut Bericht zwei Kinder in Roveredo. Andere Eltern entschieden, ihre Kinder vorläufig zuhause zu behalten.
Gefahren und weitere Schritte
Das Tiefbauamt betont, dass eine verlässliche Einschätzung möglicher Schäden an der Strasseninfrastruktur erst nach Abschluss der Räumungsarbeiten möglich ist. Zudem könnten die Arbeiten durch prognostizierte weitere Regenfälle verzögert oder erschwert werden. In der Mitteilung heisst es deutlich, dass nach stärkeren Niederschlägen das betroffene Gebiet während einer gewissen Zeit nicht betreten werden dürfe, da jederzeit weitere Murgänge oder Steinschläge möglich seien.
- Personal vor Ort: rund zehn Mitarbeitende
- Geplante Massnahme: Maschinen-Transport durch die vier verschütteten Abschnitte am Dienstag
- Aktuelle Zugänglichkeit: Verbindung bis Abzweigung Buseno offen, nördlicher Talabschnitt weiterhin abgeschnitten
- Auswirkungen auf Schulen: Helikoptereinsatz für Oberstufenschülerinnen und -schüler
Kurzer Zeitplan
| Tag | Massnahme |
|---|---|
| Donnerstag (Unwetter) | Mehrere Rüfenniedergänge, Strasse verschüttet |
| Freitagabend | Verbindung bis Abzweigung Buseno wieder geöffnet |
| Montag | Sicherung loser Felsbereiche, rund zehn Mitarbeitende im Einsatz |
| Dienstag (geplant) | Transport von Maschinen durch die verschütteten Abschnitte und Beginn der Räumungsarbeiten |
Was das für Bewohnerinnen und Bewohner bedeutet
Für die Menschen im betroffenen Tal bedeutet die Sperrung eingeschränkte Mobilität und zusätzliche logistische Herausforderungen. Pendelnde Eltern, Lieferanten und Mitarbeitende in Dienstleistungsbetrieben müssen Umwege in Kauf nehmen oder auf alternative Transportmittel ausweichen. Die Gemeinde koordiniert in Absprache mit dem Kanton Einsatz und Kommunikation, damit notwendige Fahrten organisiert werden können und vulnerable Personen – etwa Hausärzte oder pflegebedürftige Bewohnerinnen und Bewohner – weiterhin versorgt sind.
Das Tiefbauamt weist darauf hin, dass Verzögerungen im Zeitplan möglich sind, insbesondere wenn weitere Niederschläge auftreten. Solange die Gefährdung durch weitere Murgänge oder Steinschläge besteht, bleibt das Betreten des betroffenen Gebiets verboten.
Weiteres Vorgehen
Die Bevölkerung wird gebeten, die Informationen von Gemeinde und Kanton zu beachten und Gefahrenzonen nicht zu betreten. Sobald die Geologinnen und Geologen Entwarnung geben, sollen die Räumungs- und Reparaturarbeiten zügig vorangetrieben werden. Über das genaue Ausmass von Schäden und die Wiederherstellung der gesamten Durchfahrt wird erst nach Abschluss der Arbeiten Auskunft gegeben werden können.
Die Situation im Calancatal bleibt somit in den kommenden Tagen angespannt. Die Priorität liegt auf der Sicherung des Geländes und dem Schutz von Personen; erst danach kann eine umfassende Infrastrukturbeurteilung erfolgen.