Der Kanton Graubünden verteilt im Jahr 2027 über den kantonalen Finanzausgleich insgesamt 73,2 Millionen Franken an die Gemeinden. Das teilte die Regierung am Mittwoch mit. Gegenüber 2026 steigt die Summe um rund 1,5 Millionen Franken beziehungsweise 2,1 Prozent.
Wie sich die Mittel zusammensetzen
Der Finanzausgleich setzt sich gemäss der Mitteilung aus mehreren Elementen zusammen: dem Ressourcenausgleich (RA), dem Gebirgs- und Schullastenausgleich (GLA) sowie dem Lastenausgleich Soziales (SLA). Zusammen ergeben diese Instrumente das für die Gemeinden verfügbare Paket von 73,2 Mio. Franken, wobei der Kanton einen Anteil von 41,7 Mio. Franken übernimmt.
Beim Ressourcenausgleich erhalten 59 der 100 Bündner Gemeinden Geld. Ziel des Instruments ist es, die finanziellen Unterschiede zwischen ressourcenstarken und ressourcenschwachen Gemeinden zu mindern und damit eine Mindestausstattung aller Kommunen zu sichern.
Ressourcenindex und Beitragsverteilung
Nach dem Ressourcenindex gelten aktuell 40 Gemeinden als ressourcenstark. Diese Beteiligten leisten Beiträge in der Höhe von insgesamt 31,5 Millionen Franken in den Ressourcenausgleich. Demgegenüber fliessen 42,8 Millionen Franken an 59 ressourcenschwache Gemeinden.
Der Restbetrag des Finanzausgleichs — rund 11,3 Millionen Franken — stammt direkt aus Mitteln des Kantons. Damit trägt der Kanton einen wesentlichen Teil zur Umverteilung bei.
Wer zahlt am meisten, wer profitiert am stärksten?
Die grösste Nettoabgabe als einzelne Gemeinde kommt demnach aus St. Moritz mit einem Beitrag von 15,1 Millionen Franken. Zu den fünf ressourcenstärksten Gemeinden zählen laut Kanton außerdem Ferrera, Celerina/Schlarigna, Silvaplana und Rongellen.
Am unteren Ende des Index stehen Masein, Tschappina, Rhäzüns, Schiers und Cazis — diese Gemeinden gehören zu denjenigen, die im Rahmen des Ressourcenausgleichs Mittel erhalten.
| Position | Beispielgemeinden | Rolle |
|---|---|---|
| Höchste Beiträge | St. Moritz | Grösster Nettozahler (15,1 Mio. Fr.) |
| Top ressourcenstark | Ferrera, Celerina/Schlarigna, Silvaplana, Rongellen | Leisten Beiträge zum RA |
| Am meisten begünstigt | 59 Gemeinden | Erhalten Mittel aus RA |
Gebirgs- und Schullastenausgleich sowie Soziales
Zusätzlich zum Ressourcenausgleich profitieren 50 Gemeinden vom Gebirgs- und Schullastenausgleich (GLA). Diese Unterstützung berücksichtigt besondere Belastungen durch Siedlungsstruktur, geografische Lage und die Schülerquote. Für 2027 sind für den GLA insgesamt 29 Millionen Franken vorgesehen.
Einige Kommunen erhalten zudem Hilfe über den Lastenausgleich Soziales (SLA), wenn sie eine überdurchschnittliche Belastung bei der Sozialhilfe tragen. In der Gesamtsumme der drei Ausgleichsarten (RA, GLA, SLA) resultiert der Betrag von 73,2 Mio. Franken.
Ausblick: Entscheid durch den Grossen Rat
Die Eckwerte des Finanzausgleichs werden demnächst im Budget 2027 festgeschrieben. Der Grosse Rat entscheidet über den entsprechenden Antrag der Regierung. Damit wird die parlamentarische Debatte über die Mittelverteilung eröffnet, in der auch Fragen zu Transparenz, Prospektivität und regionaler Solidarität erwartet werden.
Was bedeutet das für die Gemeinden vor Ort?
Für ressourcenschwache Gemeinden bedeutet die Zuteilung Planungssicherheit: Die Mittel tragen dazu bei, grundlegende kommunale Leistungen zu gewährleisten und die Steuerkraftlücke teilweise zu schliessen. Für ressourcenstarke Gemeinden bedeutet das System, dass sie einen Teil ihrer Steuerkraft zur Unterstützung anderer Gemeinden abgeben.
- 59 Gemeinden erhalten Mittel aus dem Ressourcenausgleich.
- 40 Gemeinden gelten als ressourcenstark und finanzieren zusammen 31,5 Mio. Franken.
- Der Kanton trägt rund 41,7 Mio. Franken zum Gesamtpaket bei.
Die Zahlen zeigen, dass der kantonale Finanzausgleich in Graubünden weiterhin ein zentrales Instrument für die regionale Solidarität bleibt. Die konkreten Auswirkungen auf einzelne Gemeindebudgets werden sich in den kommenden Haushaltsberatungen zeigen, sobald die definitive Beschlussfassung im Grossen Rat erfolgt.