Die Motorfahrzeugkontrolle des Kantons Basel-Stadt stellt ab Oktober auf ein vollständig digitales Verfahren für Parkkarten um. Mit der Umstellung entfallen die bisherigen Papierkarten, die hinter der Frontscheibe deponiert werden mussten. Die Behörde verspricht damit weniger Aufwand für Inhaberinnen und Inhaber und effizientere Abläufe bei Kontrolle und Verwaltung.
Was sich praktisch ändert
Die zentrale Neuerung: Parkkarten werden künftig elektronisch einem Kontrollschild zugeordnet. Das hat mehrere direkte Folgen:
- Parkkarten müssen nicht mehr sichtbar hinter der Frontscheibe liegen.
- Adressänderungen und Rückgaben erfordern keine physische Rücksendung der Karte mehr; diese Meldungen lassen sich online erledigen.
- Verlorene Zettel gehören der Vergangenheit an, weil es keinen analogen Beleg mehr gibt.
Die Motorfahrzeugkontrolle kündigt an, Inhaberinnen und Inhaber einer Anwohnerparkkarte in einer ersten Phase schriftlich über die Umstellung zu informieren. Personen mit anderen Parkkarten werden anschliessend kontaktiert.
Umfang: Zehntausende Karten im Umlauf
Im Kanton sind mehrere Parkkartentypen im Umlauf. Fast 20'000 Anwohnerparkkarten werden in Basel-Stadt verwendet, hinzu kommen rund 8'000 Karten im benachbarten Riehen. Ausser der regionalen Gewerbeparkkarte lassen sich alle kontrollschildbezogenen Parkkarten bereits heute online beantragen und ausstellen; mit der Umstellung werden sie konsequent digital geführt.
| Bestand | Anzahl |
|---|---|
| Anwohnerparkkarten Basel-Stadt | ~20'000 |
| Anwohnerparkkarten Riehen | ~8'000 |
Gültigkeit und Übergangsregel
Bestehende physische Parkkarten behalten ihre Gültigkeit bis zum aufgedruckten Ablaufdatum und müssen bis dahin weiterhin wie gewohnt hinter der Frontscheibe deponiert werden. Sobald eine Karte erneuert wird, erfolgt die Erfassung digital; einen neuen analogen Zettel gibt es dann nicht mehr.
Kostenentwicklung bleibt Thema
Parallel zur Digitalisierung bleibt die Preisfrage relevant: Seit dem 1. Januar 2025 werden die Gebühren für Parkkarten nach Autolänge gestaffelt und bereits erhöht. Aktuell liegen die Jahrespreise für Anwohnerinnen und Anwohner zwischen Fr. 332 und Fr. 512. Eine weitere Erhöhung ist bereits geplant: Ab dem 1. Januar 2027 sollen die Tarife je nach Fahrzeuglänge Fr. 380, Fr. 560 oder Fr. 740 betragen.
Was Bewohnerinnen und Bewohner wissen müssen
Die Motorfahrzeugkontrolle weist darauf hin, dass neue Parkkarten weiterhin wie bislang über die Kantons-Webseite beantragt werden können. Für Betroffene lohnt sich folgendes Vorgehen:
- Prüfen, bis wann die bestehende Karte gültig ist; bis dahin bleibt sie gültig und sichtbar im Auto.
- Bei Adressänderung oder Rückgabe künftig den Onlineweg nutzen statt die Karte zurückzusenden.
- Auf schriftliche Information der Motorfahrzeugkontrolle warten; die Benachrichtigung erfolgt gestaffelt nach Kartentyp.
Wieso der Schritt jetzt?
Die Umstellung ist Teil einer grösseren Digitalisierungsstrategie: Durch elektronische Erfassung sollen Verwaltungsprozesse vereinfacht, Fehlerquellen reduziert und der Aufwand für Bürgerinnen und Bürger verringert werden. Zudem erleichtert die digitale Führung der Karten die Kontrolle für die Kantonspolizei, da die Zuordnung zum Kontrollschild elektronisch geprüft werden kann.
Für viele Einwohnerinnen und Einwohner von Basel-Stadt bleibt die Frage der Kostenentwicklung aber zentral. Die anstehenden Tarifaufschläge ab 2027 dürften in der Folge Diskussionen über Verkehrssteuerung, Wohnqualität und Mobilitätsverhalten neu entfachen.
Weitere Details zur Umstellung, zu den betroffenen Kartenkategorien und zu den Online-Diensten finden sich auf der Webseite der Motorfahrzeugkontrolle Basel-Stadt.