Im Forum Mindelheim erhielten am vergangenen Abschlussanlass 43 Absolventinnen und Absolventen ihr Zeugnis im Beruf Landwirt. Von ihnen stammen 27 aus dem Unterallgäu. Die Feier rückt die Rolle der Landwirtschaft als Produzentin von Nahrungsmitteln, Pflegerin der Landschaft und Partnerin des Gemeinwohls in den Mittelpunkt.
Ausbildungswege und Zusatzqualifikationen
Die Gruppe umfasst unterschiedliche Ausbildungswege: 28 Personen schlossen die reguläre Ausbildung ab, weitere 15 erreichten ihren Berufsabschluss über das Bildungsprogramm Landwirt (BiLa). Erstmals erhielten die Absolventinnen und Absolventen zudem das Zertifikat Bildungsprogramm Wald (BIWA), das forstwirtschaftliche Kenntnisse und den Umgang mit Waldökosystemen stärkt.
- Total Absolventen: 43
- Unterallgäu: 27
- Reguläre Ausbildung: 28
- BiLa-Abschlüsse: 15
- Frauenanteil: mehr als 23 Prozent
Würdigung der neuen Fachkräfte
In seinen Ausführungen hob der Bereichsleiter der Regierung von Schwaben die Verantwortung hervor, die junge Landwirtinnen und Landwirte gegenüber Gesellschaft, Umwelt und Tierwohl tragen. In diesem Zusammenhang betonte eine Vertreterin der lokalen Behörden die Bedeutung einer fundierten praktischen und theoretischen Ausbildung für die regionale Versorgung und die Pflege der Kulturlandschaft.
„mit der Natur leben“
Die kurze, prägnante Formulierung fasst zusammen, was Ausbildung und Berufsbild leisten sollen: Produzieren, erhalten und gestalten in einem sensiblen ökologischen Umfeld.
Leistungsträger und Noten
Die Bewertung der Abschlussprüfungen zeigt starke individuelle Leistungen; die besten Noten des Jahrgangs verteilen sich wie folgt:
| Name | Heimatort | Notendurchschnitt | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Alex-Andreas Kröper | Lachen | 1,51 | Jahrgangsbester |
| Johannes Rappold | Schlingen | 1,54 | |
| Florian Schwayer | Eppishausen | 1,54 | |
| Katharina Arnold | Stadl bei Vilgertshofen | 1,59 | Beste Landwirtin; erhielt Staatspreis für Bestleistung an der Berufsschule (Note 1,0) |
| Andreas Wucherer | Eppishausen | 1,59 |
Kontext und Bedeutung für Umweltfragen
Die Ergebnisse und die vergebenen Zertifikate zeigen, dass die Ausbildung regionale Bedürfnisse und ökologische Fragen verbindet. Durch das Zusatzangebot BIWA erhalten angehende Landwirtinnen und Landwirte Kenntnisse, die für nachhaltige Waldbewirtschaftung und Biodiversität relevant sind. Ein steigender Frauenanteil – über 23 Prozent im Jahrgang – spiegelt zudem eine langsame, aber erkennbare Veränderung in einem traditionell männlich dominierten Berufsfeld.
Aus Sicht der Umwelt- und Agrarpolitik sind mehrere Punkte relevant:
- Fachkräfte mit Kenntnissen in Waldpflege und nachhaltiger Produktion können zur Stabilität regionaler Ökosysteme beitragen.
- Ausgezeichnete Prüfungsleistungen legen nahe, dass Ausbildung und Praxis weiterhin eng verzahnt sind.
- Ein höherer Frauenanteil bietet Potenzial für neue Perspektiven in Betriebsführung und Tierwohl.
Die Abschlüsse signalisieren, dass die Landwirtschaft vor Ort personell gut aufgestellt ist, um aktuelle Herausforderungen wie Klimaanpassung, Biodiversitätsförderung und nachhaltige Lebensmittelproduktion anzugehen. Künftige politische und betriebliche Weichenstellungen werden entscheidend dafür sein, in welchem Umfang diese gut ausgebildeten Fachkräfte bestehende Praktiken verändern und ökologische Ziele umsetzen können.
Die Vernetzung von Berufsschule, regionalen Behörden und Berufsverbänden, die in der Abschlussfeier sichtbar wurde, bleibt ein zentraler Faktor, damit Ausbildung nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Handlungsfähigkeit für die ökologische Transformation der Landwirtschaft stärkt.