Vietnam will die Zusammenarbeit mit Australien und Neuseeland in den Bereichen Landwirtschaft, Umwelt und grünes Wachstum deutlich ausbauen. Das ging aus mehreren Arbeitssitzungen hervor, die die stellvertretende Ministerin für Landwirtschaft und Umwelt, Dang Ngoc Diep, im Rahmen der offiziellen Reise von Generalsekretär und Präsident To Lam führte. Ziel sind vor allem die Marktöffnung für Agrarprodukte, der Ausbau von Forschungspartnerschaften und die Förderung einer emissionsarmen Landwirtschaft.
Konkrete Themenschwerpunkte der Gespräche
Während ihres Aufenthalts arbeitete Dang Ngoc Diep mit dem australischen Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Forsten (DAFF) sowie dem Australian Centre for International Agricultural Research (ACIAR) zusammen. Im Zentrum standen folgende Punkte:
- Öffnung und Vertiefung der Märkte für landwirtschaftliche, forstwirtschaftliche und fischereiliche Produkte;
- Stärkung von Forschung und Technologietransfer, insbesondere durch bilaterale Abkommen;
- Förderung einer umweltfreundlichen, emissionsarmen Landwirtschaft;
- Ausbau der Kooperation in der Meereswirtschaft.
Bei einem bilateralen Treffen mit Victoria Anderson, Exekutivministerin des australischen Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei und Forsten, bezeichnete Dang Ngoc Diep den Austausch und die Unterzeichnung von Kooperationsdokumenten als «wichtigen Meilenstein». Laut vietnamesischen Behörden sollen diese Dokumente die Grundlage für eine substanziellere und effektivere landwirtschaftliche Zusammenarbeit bilden.
Neuseeland: Absichtserklärung zu Landwirtschaft und Umwelt
In Neuseeland überreichte die stellvertretende Ministerin eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit an Ray Smith, stellvertretender Minister für Primärindustrie Neuseelands. Die Übergabe erfolgte im Beisein von Generalsekretär und Präsident To Lam sowie Premierminister Christopher Luxon. Die Vereinbarung dokumentiert die gemeinsame Bereitschaft, in Bereichen wie Agrarhandel, Forschungszusammenarbeit und Umweltschutz enger zusammenzuarbeiten.
| Thema | Ziel |
|---|---|
| Marktzugang | Erweiterung des Exports von Agrar-, Forst- und Fischereiprodukten |
| Forschung & Transfer | Kooperation mit Institutionen wie ACIAR für Technologie- und Wissensaustausch |
| Emissionsarme Landwirtschaft | Förderung nachhaltiger Produktionsmethoden |
| Meereswirtschaft | Ausbau der Zusammenarbeit bei marinen Ressourcen und Management |
Konsequenzen und Bedeutung
Die Abmachungen stehen in einem breiteren geopolitischen und ökologischen Kontext. Für Vietnam bedeuten intensivere Beziehungen zu Australien und Neuseeland mögliche Vorteile beim Zugang zu hochwertigen Märkten sowie Beschleunigung beim Wissenstransfer in Bereichen wie resilienter Landwirtschaft, Pflanzengesundheit und nachhaltiger Fischerei. Gleichzeitig adressieren beide Partner dringende Umweltfragen, indem sie Technologien und Praktiken für eine emissionsärmere Produktion fördern.
Für Australien und Neuseeland eröffnen die Abkommen Chancen, ihre landwirtschaftlichen Forschungskapazitäten wie ACIAR in internationale Wertschöpfungsketten einzubringen und Standards im Handel nachhaltig zu verankern. Die Zusammenarbeit in der Meereswirtschaft könnte zudem zur besseren Bewirtschaftung von Fischbeständen und marinen Ökosystemen in der Region beitragen.
Wichtig ist, dass die beschlossenen Kooperationsdokumente nun in konkrete Projekte und Finanzierungsvorhaben überführt werden müssen. Forschungspartnerschaften erfordern oft mehrjährige Planung, gemeinsame Standards sowie Mechanismen zum Technologietransfer und Kapazitätsaufbau. Auch die Marktöffnung ist ein iterativer Prozess, der regulatorische Anpassungen und gegenseitiges Vertrauen voraussetzt.
Die vietnamesische Darstellung der Treffen betont die symbolische Bedeutung der Abkommen als Grundlage für eine «substanziellere und effektivere» Zusammenarbeit. Ob die Vereinbarungen diese Erwartungen erfüllen, hängt massgeblich von der Umsetzung und der konkreten Ausgestaltung gemeinsamer Projekte ab.
Aus Sicht des Umwelt- und Landwirtschaftssektors bieten sich Chancen für nachhaltige Entwicklung, wenn Forschung, Handel und Umweltziele konsequent verknüpft werden. Die nächsten Schritte werden Aufschluss darüber geben, ob die angekündigten Partnerschaften zu messbaren Verbesserungen in Produktivität, Emissionsreduktion und maritimem Management führen.