Vietnam und die Vereinigten Staaten haben vergangene Woche in Hanoi ihre Absicht bekräftigt, die Zusammenarbeit im Bereich Bildung und berufliche Ausbildung deutlich zu intensivieren. Im Empfang durch die stellvertretende Vorsitzende der Nationalversammlung, Nguyen Thi Thanh, betonte die vietnamesische Seite die Bedeutung der Partnerschaft mit den USA und nannte konkrete Felder, in denen sie verstärktes Engagement sieht.
Strategische Partnerschaft mit Bildung im Fokus
Die vietnamesische Politik betrachtet die Beziehung zu den Vereinigten Staaten als einen der wichtigsten strategischen Partner. Vietnam strebt an, die bestehende umfassende strategische Partnerschaft „substanzieller und vertiefter“ zu gestalten. Im Gespräch mit der Delegation des Ausschusses für Bildung und Arbeit des US-Repräsentantenhauses wurde mehrfach darauf hingewiesen, dass die Kooperation im Bildungsbereich für die langfristigen Interessen beider Länder von hoher Relevanz sei.
„starkes, unabhängiges, selbstständiges und prosperierendes“
Mit der Unterstützung der USA im Bildungs- und Ausbildungsbereich verbindet Vietnam das Ziel, eine eigenständige und wirtschaftlich wettbewerbsfähige Entwicklung voranzutreiben. Zahlreiche bereits geschlossene Abkommen und laufende Projekte bilden dafür die Grundlage, doch die vietnamesische Seite sieht noch erhebliches Ausbaupotenzial.
Konkrete Schwerpunkte und Erwartungen
Die vietnamesische Delegation nannte gezielt Bereiche mit hohem Qualifikationsbedarf, in denen Kooperationen besonders gefördert werden sollen. Im Mittelpunkt stehen:
- Halbleiter
- Künstliche Intelligenz (KI)
- digitale Technologien
- Biotechnologie
- weitere strategische Technologien
Die vietnamesische Seite forderte eine stärkere Einbindung der Wirtschaft in alle Phasen der Ausbildung: von Bedarfsanalyse und Curriculumentwicklung über die Bereitstellung von Fachkräften als Lehrende bis hin zu Praktika und anschließender Rekrutierung.
| Bereich | Erwartete Zusammenarbeit |
|---|---|
| Hochschulen | Dreiseitige Modelle und Austauschprogramme |
| Wirtschaft | Bedarfsanalyse, Experten, Praktika, Personalrekrutierung |
| US-Universitäten | Ermutigung zur Eröffnung von Zweigstellen oder Durchführung von Programmen in Vietnam |
Praxisnahe Kooperation als Ziel
Vietnam wünscht sich nicht nur akademische Partnerschaften, sondern ein praxisorientiertes Modell, das Hochschulen und Unternehmen eng vernetzt. Die Idee ist, Ausbildungsprogramme so zu gestalten, dass sie direkt auf konkrete Bedarfe der vietnamesischen Wirtschaft abgestimmt sind und Fachkräfte mit relevanten Kompetenzen hervorbringen.
Die vietnamesische Führung bat die Abgeordneten der US-Delegation, insbesondere den Vorsitzenden des Bildungsausschusses, die bestehende Zusammenarbeit weiter zu unterstützen und auszubauen. Dazu gehören die Förderung dreiseitiger Partnerschaften zwischen vietnamesischen Hochschulen, US-Universitäten und der Wirtschaft sowie die gezielte Ausrichtung auf Branchen mit starkem Entwicklungsbedarf.
Für Österreichische Bildungsakteure bietet die Initiative Hinweise auf zwei Entwicklungen: Zum einen gewinnt die Verbindung von akademischer Ausbildung und wirtschaftlicher Praxis international an Bedeutung. Zum anderen rücken spezialisierte Programme in Zukunftstechnologien in den Mittelpunkt internationaler Kooperationen — ein Thema, das auch hierzulande bei Curriculumentwicklung und internationaler Hochschulpolitik relevant ist.
Die Gespräche in Hanoi zeigen, dass bilaterale Bildungsbeziehungen heute mehr als reiner Austausch sind: Sie sind Instrumente zur wirtschaftlichen Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit durch gezielte Kompetenzbildung.