Campingplätze entwickeln sich weg vom reinen Stellplatzgeschäft hin zu dauerhaften Mietunterkünften. Ein Beispiel dafür ist die Umwandlung eines ehemaligen Platzes im niedersächsischen Duxbachtal: Auf rund zehn Hektar sind 52 erschlossene Grundstücke für Tiny Houses entstanden, die Parzellen messen jeweils etwa 200 bis 300 Quadratmeter und mehr als die Hälfte ist bereits vergeben. Betreiber bieten damit nicht mehr nur Stromanschlüsse für Wohnwagen, sondern ein vollständig durchdachtes Natururlaub‑Erlebnis mit festem Bett, Bad und eigener Terrasse.
Wachsender Markt für Komfort statt nur Stellplatz
Der Trend lässt sich branchenweit beobachten: Campingplatzbetreiber investieren vermehrt in feste Mietunterkünfte wie Tiny Houses, Mobilheime, Lodges oder Safarizelte. Der Bundesverband der Campingwirtschaft fasst die Entwicklung für 2026 so zusammen, dass sich der Markt stärker in Richtung qualitativer Erlebnisurlaub bewegt – kurz: Glamping bleibt einer der wichtigsten Wachstumstreiber.
Was das für klassische Camper bedeutet
Für Besitzer von Wohnwagen und Reisemobilen klingt das zunächst nach Verdrängung: Auf Flächen, die früher Stellplätze boten, entstehen jetzt permanente Unterkünfte. Doch die Daten zeigen auch ein anderes Bild: Camping allgemein boomt weiterhin. Das Statistische Bundesamt meldete für 2025 rund 44,7 Millionen Übernachtungen auf Campingplätzen in Deutschland – so viele wie noch nie. Das heißt, Wohnwagen, Wohnmobile und Zelte spielen nach wie vor eine große Rolle; neu ist, dass Betreiber ihre Flächen stärker aufteilen.
- Geteilter Raum: Ein Teil des Platzes bleibt klassisches Camping, ein Teil wird zu Komfort‑Unterkünften.
- Neue Zielgruppen: Reisende, die Komfort wünschen, aber Naturerlebnis suchen.
- Wirtschaftliche Gründe: Feste Unterkünfte bringen höhere Einnahmen über längere Zeiträume.
Konkretes Projektbeispiel
Das Duxbachtal‑Projekt zeigt typische Parameter solcher Umwandlungen:
| Parameter | Angabe |
|---|---|
| Flächengröße | Rund 10 Hektar |
| Anzahl Parzellen | 52 erschlossene Grundstücke |
| Größe Parzelle | 200–300 m² |
| Status | Mehr als die Hälfte bereits vergeben |
„Die Parzellen sind jeweils etwa 200 bis 300 Quadratmeter groß, mehr als die Hälfte soll bereits vergeben sein.“
Was Camper und Betreiber jetzt wissen sollten
Für klassische Camper bedeutet der Wandel: frühzeitiger Planungsbedarf und mehr Auswahl an Angebotstypen. Betreiber sollten überdenken, wie sie Flächen effizient nutzen und dabei verschiedene Gästewünsche bedienen. Aus Sicht der Gäste entsteht dadurch aber auch eine Chance: Wer bislang auf Komfort verzichten musste, findet heute leicht buchbare, hochwertigere Optionen – vom beheizten Mobilheim bis zur Lodge.
Praktische Tipps für Reisende:
- Buchen Sie frühzeitig, wenn Sie während der Saison einen bestimmten Unterkunftstyp bevorzugen.
- Informieren Sie sich vorab, ob der Platz klassische Stellplätze oder nur Komfortunterkünfte anbietet.
- Vergleichen Sie Preise und Ausstattung: Glamping kostet oft mehr, bietet dafür aber Bad, Küche und Terrassenqualität.
Für Gemeinden und Planer sind solche Umwandlungen ebenfalls relevant: Nutzungskonzepte, Erschließung und Infrastruktur müssen langfristig abgestimmt werden, wenn Campingplätze zu Teil‑Wohnsiedlungen mit touristischem Charakter werden. Insgesamt zeigt sich: Camping bleibt beliebt – es verändert nur seine Gesichtspunkte. Betreiber, Gäste und Kommunen müssen sich gemeinsam anpassen, damit die Balance zwischen Tradition und Komfort gelingt.