Eine neue Radroute am westlichen Bodensee macht die Energiewende vor Ort erlebbar: Die ZukunftsEntdeckerRoute verläuft über 32 Kilometer von Allensbach bis Singen und führt nicht nur an Seeufer und Flusslandschaft vorbei, sondern auch an mehreren Projekten zur regionalen Energiegewinnung und nachhaltigen Architektur.
Strecke und Charakteristik
Die Route startet in Allensbach, folgt zunächst dem beschilderten Bodenseeradweg bis Moos und geht dann über den Flusserlebnispfad Hegauer Aach weiter bis zum Bahnhof Singen Landesgartenschau. Die Strecke ist überwiegend flach, verläuft auf Asphalt und gut befahrbaren Schotterwegen. Die reine Fahrzeit liegt bei etwa 2 Stunden – damit ist die Tour kurz genug für einen Ausflug, aber reich an Inhalten und Stopps.
Was unterwegs zu sehen ist
Die Route konzentriert sich auf technische und planerische Lösungen für eine lokale, nachhaltige Energieversorgung. Im Vordergrund stehen:
- Solarenergie – großflächige Anlagen an Gebäuden und Lärmschutzwällen.
- Wasserkraft – Fluss- und Seenähe als historische und moderne Energiequelle.
- Smarte Technik und nachhaltige Architektur – energieeffiziente Umnutzung und Quartierslösungen.
- Sinnvolle Flächennutzung – Kombination von Verkehrsinfrastruktur und Energieerzeugung.
Als konkretes Beispiel macht der Startpunkt in Allensbach deutlich, worum es geht: Das Wohnquartier „s’ Dübelhölzle“ wird weitgehend unabhängig von externen Energiequellen betrieben. Dort versorgen unter anderem Grundwasserwärmepumpen, ein Blockheizkraftwerk und Photovoltaikanlagen die 22 Wohnungen. Kurz darauf fällt ein Lärmschutzwall an der B33 auf, der ebenfalls als Solaranlage dient – dort sind 3.500 Solarmodule mit einer Leistung von 1,82 Megawatt installiert.
In Radolfzell führt die Route zum aquaTurm, einem ehemaligen Wasserturm, der heute als Hotel genutzt wird. Die Fassade ist dort mit mehr als 1.000 Photovoltaik-Modulen verkleidet – ein anschauliches Beispiel für die Kombination von Denkmalschutz, Wirtschaftlichkeit und Energieeffizienz.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Gesamtlänge | 32 km |
| Reine Fahrzeit | ca. 2 Stunden |
| Wohnungen im Quartier „s' Dübelhölzle“ | 22 |
| Solarmodule am Lärmschutzwall (B33) | 3.500 (1,82 MW) |
| PV‑Module an aquaTurm‑Fassade | mehr als 1.000 |
Digitale Begleitung und Zugänglichkeit
Die Informationen zu den Stationen liefert die digitale Gästeführer‑App „zeigmal“. Dort lässt sich die Tour unter dem Bereich „Westlicher Bodensee“ abrufen – sowohl zum Hören als auch zum Nachlesen. Alternativ stellt das Zukunftsportal des Landkreises Konstanz die Stationen und Hintergründe online bereit. Damit sind die Inhalte auch ohne ständige Netzverbindung planbar, etwa als vorab heruntergeladene Tour.
Praktische Tipps für die Ausfahrt
Wer die Route fahren möchte, profitiert von ein paar einfachen Vorbereitungen: Reifencheck, ausreichend Wasser und eine leichte Jause einpacken. Wegen des überwiegend asphaltierten und flachen Verlaufs ist die Strecke für Alltagsräder, E‑Bikes und Familien geeigneter als für grobe Mountainbike‑Trials. Die reine Fahrzeit von rund zwei Stunden erlaubt genug Zeit für Stopps, Erklärungen und Fotos – ideal für einen halben Ausflugstag.
Die Kombination aus See, Natur und sichtbaren Energieprojekten macht die Route nicht nur für Technikinteressierte attraktiv, sondern für alle, die sehen wollen, wie Klimaschutz und Energieversorgung praktisch umgesetzt werden können. Für Fahrgäste aus Österreich ist der Bodensee mit kurzen Anfahrten eine gute Möglichkeit, Beispiele nachhaltiger Stadt‑ und Quartiersplanung live zu erleben und sich Anregungen für die eigene Gemeinde zu holen.
Fazit: Die ZukunftsEntdeckerRoute ist eine kompakte, gut dokumentierte Radstrecke, die Landschaftsgenuss mit konkretem Wissenszuwachs zur Energiewende verbindet – digital begleitet und mit klaren Anschauungsobjekten entlang des Wegs.