Das Ministerium für Bildung und Ausbildung hat jüngst verbindliche Vorgaben zur Versorgung der Schulen mit Lehrbüchern für das Schuljahr 2026/2027 erlassen. Demnach soll der vietnamesische Bildungsverlag die Lieferung so organisieren, dass bis zum 30. August alle Schulen landesweit ausreichend mit den erforderlichen Materialien ausgestattet sind.
Prüfaufträge an Provinzen und Schulen
In einem Schreiben an die Bildungs- und Ausbildungsabteilungen der Provinzen sowie an den Bildungsverlag verlangt das Ministerium eine sofortige Bestandsaufnahme: Die Schulen müssen die registrierten Bestellungen mit den bereits gelieferten Exemplaren abgleichen und offene Lieferlücken für jede Klassenstufe, jedes Fach und jeden Lehrbuchtitel feststellen. Besonderes Augenmerk soll auf bestimmte Schulformen und Regionen gelegt werden.
Als Prioritäten nennt das Dokument unter anderem:
- neu gegründete Schulen und neu in Betrieb genommene Einrichtungen,
- Internate in Grenzgebieten sowie abgelegene und benachteiligte Regionen,
- die 109 mehrstufigen Internate und Schulen, die kürzlich umstrukturiert oder in ihrer Größe angepasst wurden,
- Schülerinnen und Schüler oder Eltern, die sich seit Jahresbeginn nicht angemeldet haben.
Das Ministerium fordert die Provinzbehörden auf, diese Überprüfung bis spätestens 25. August abzuschließen und die Ergebnislisten an das Ministerium und den Bildungsverlag zu übermitteln. Auf dieser Basis sollen konkrete Zeitpläne und Maßnahmen zur Vervollständigung der Lieferungen entwickelt werden.
Einheitliche Lehrbuchreihe und logistische Herausforderung
Für das kommende Schuljahr ist laut dem Schreiben im ganzen Land ausschließlich die Lehrbuchreihe „Wissen mit dem Leben verbinden“ vorgesehen. Die Fokussierung auf eine Reihe soll die Einheitlichkeit des Unterrichtsmaterials stärken, erhöht jedoch die Bedeutung, dass rechtzeitig und vollständig geliefert wird.
Das Vorgehen zeigt, dass das Ministerium die Verantwortung für die Versorgungslage zentralisiert: Durch verbindliche Termine und eine detaillierte Bedarfserhebung sollen Engpässe, insbesondere in strukturschwachen Regionen, vermieden werden. Die Fristen setzen den Behörden und dem Verlag engen zeitlichen Rahmen, in dem fehlende Exemplare identifiziert und Nachlieferungen organisiert werden müssen.
Konsequenzen für Schulen, Eltern und Verlag
Für Schulen bedeutet das Schreiben zusätzlichen organisatorischen Aufwand: Die Lehrbuchbestände müssen fach- und klassenweise inventarisiert werden. Schulen, die Nachlieferbedarf melden, sollen daraufhin zusammen mit den Provinzbehörden konkrete Lieferpläne erstellen.
Eltern und Schülerinnen und Schüler aus betroffenen Regionen bleiben auf den Informationsfluss angewiesen: Nur durch die genaue und fristgerechte Meldung offener Bedarfe kann der Verlag rechtzeitig nachliefern. Zugleich bleibt offen, wie kurzfristige Engpässe in einzelnen Klassenstufen vor dem offiziellen Schulbeginn pädagogisch überbrückt werden sollen.
| Frist/Ziel | Aufgabe |
|---|---|
| 25. August | Abschluss der Bedarfserhebung durch Schulen und Provinzbehörden |
| 30. August | Vollständige Lieferung der Lehrbücher durch den Bildungsverlag |
Für das Ministerium ist diese Terminsetzung ein klares Instrument zur Steuerung der schulischen Versorgung. Für den Verlag bedeutet es, dass Produktion, Lagerhaltung und Logistik koordiniert werden müssen, um Lieferengpässe zu vermeiden.
Offene Fragen und Ausblick
Aus dem vorliegenden Dokument geht hervor, welche Gruppen prioritär zu berücksichtigen sind. Nicht genannt werden jedoch konkrete Sanktionen oder Maßnahmen, falls die Fristen nicht eingehalten werden. Ebenso bleibt unklar, wie kurzfristig auftretende Probleme – etwa Transportschwierigkeiten in entlegenen Gebieten – aufgefangen werden.
Für Schulen, Eltern und die regionalen Bildungsbehörden ist nun entscheidend, die geforderte Prüfung sorgfältig und termingerecht durchzuführen, damit der Verlag auf Basis verlässlicher Bedarfsmeldungen handeln kann. Eine rechtzeitige Lieferung bis Ende August wäre wichtig, um den Schulstart mit vollständigen Lehrmitteln zu sichern und Unterrichtsausfälle bei wichtigen Fächern zu vermeiden.
Die weiteren Schritte hängen nun von der Zusammenarbeit zwischen Provinzbehörden, Schulen und dem vietnamesischen Bildungsverlag ab; das Ministerium hat mit der Fristsetzung den Rahmen dafür abgesteckt.