Eine internationale Forschergruppe hat erstmals flächendeckend nachgewiesen, dass die Sonneneinstrahlung in Form von UV‑Strahlung über Teilen Europas in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat. Die Analyse kombiniert präzise Bodenmessungen mit satellitengestützten Daten und zeigt für zahlreiche Beobachtungsstandorte einen signifikanten Anstieg der jährlichen UV‑Dosis zwischen 2013 und 2022.
Datengrundlage und Methodik
Für die Studie werteten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Messreihen von 40 besonders präzisen UV‑Messstationen in 19 europäischen Ländern aus. Zusätzlich wurden satellitengestützte Klimadatensätze zur Globalstrahlung herangezogen. An der Auswertung war unter anderem das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) beteiligt; die Satellitendaten stammen unter anderem aus Datensätzen des Satellite Application Facility on Climate Monitoring (CM SAF), das am Deutschen Wetterdienst (DWD) betrieben wird.
Ergebnisse: Regionale Zunahmen und statistische Signifikanz
Die Untersuchung identifizierte an 26 der 40 Stationen einen statistisch signifikanten Anstieg der jährlichen UV‑Strahlung. Die beobachteten Zuwächse bewegten sich überwiegend im Bereich von 10 bis 20 Prozent über den betrachteten Dekadenzeitraum. Besonders ausgeprägt sind die Trends in Mitteleuropa und Westeuropa. Für Deutschland wurde unter anderem die Messstation in Dortmund in die Analyse einbezogen.
- Messstationen: 40
- Länder: 19
- Zeitraum: 2013–2022
- Signifikanter Anstieg an: 26 Stationen
- Zuwachs: 10–20 % (jährliche UV‑Dosis)
Ursachenanalyse
Die Forschenden führen den hauptsächlichen Treiber der höheren UV‑Belastung auf eine Abnahme der Bewölkung zurück. Als ein Mitverursacher der veränderten Bewölkungsverhältnisse wird der Klimawandel genannt. Durch die Kombination von Boden‑ und Satellitendaten gelang es, lokale Messtrends auf größere Regionen zu übertragen und so die Aussagekraft der Befunde zu erhöhen.
Wissenschaftliche Zusammenarbeit und Publikation
An der Studie wirkten mehr als 50 Forschende aus Institutionen in insgesamt 19 Ländern mit. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Photochemical & Photobiological Sciences veröffentlicht. Durch die multilokale Datenbasis und die Verknüpfung von Mess- und Satellitendaten bieten die Befunde eine solide Grundlage für weitere Untersuchungen sowie für Maßnahmenplanung in den Bereichen Gesundheitsschutz, Gebäudemanagement und Landwirtschaft.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Anzahl Messstationen | 40 |
| Teilnehmende Länder | 19 |
| Beobachtungszeitraum | 2013–2022 |
| Stationen mit signifikantem Anstieg | 26 |
| Gemessener Anstieg | 10–20 % (jährliche UV‑Strahlung) |
Die Studie macht deutlich, dass die regionale Zunahme der UV‑Belastung kein rein lokales Phänomen ist, sondern sich über größere Gebiete erstreckt. Das hat unmittelbare Relevanz für öffentliche Gesundheitsbehörden, Arbeitsstätten sowie für die Planung von Klimaanpassungsmaßnahmen: Höhere UV‑Dosen erhöhen das Risiko für Hauterkrankungen und können Materialalterung beschleunigen.
Langfristig sind weitergehende Analysen nötig, um Wechselwirkungen zwischen Wolkenmustern, Ozonveränderungen und terrestrischer Albedo detaillierter zu quantifizieren. Die Kombination von hochwertigen Bodenmessungen mit Satellitendaten, wie sie die vorliegende Arbeit demonstriert, gilt dabei als sinnvoller Ansatz, um robuste Aussagen auf regionaler Skala zu gewinnen.
Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, Schutz‑ und Anpassungsstrategien gegen steigende UV‑Belastungen in die nationale und europäische Klimaanpassungspolitik einzubeziehen.