Bildung

Statistik: Frauen erzielen häufiger höhere Schulabschlüsse – Männer bei niedrigeren Rängen öfter vertreten

Daten des Statistischen Bundesamts zeigen deutliche Geschlechterunterschiede in Schulabschlüssen, Wiederholungen und Studienerfolgen – mit Folgen für Übergänge in Ausbildung und Arbeitsmarkt.

Statistik: Frauen erzielen häufiger höhere Schulabschlüsse – Männer bei niedrigeren Rängen öfter vertreten
©Illustration KI Elif Yıldırım / we-news.com

Das Statistische Bundesamt dokumentiert klare Unterschiede zwischen jungen Frauen und Männern in der Bildungsbilanz: 55 Prozent der 2024 mit allgemeiner Hochschulreife abgeschlossenen Schüler/innen waren Frauen, bei niedrigeren Abschlüssen dominieren dagegen junge Männer. Die Zahlen werfen Fragen zu Bildungswegen, Unterstützungsbedarf und Übergängen in Ausbildung oder Studium auf.

Höhere Abschlüsse häufiger bei Frauen

Im Abgangsjahr 2024 erreichten von den insgesamt 258.300 Absolvierenden mit allgemeiner Hochschulreife an allgemeinbildenden Schulen 55 Prozent Frauen und 45 Prozent Männer. Damit stellen junge Frauen den größeren Anteil bei der für die Matura relevanten Qualifikation, während sich das Geschlechterverhältnis mit sinkendem Abschlussniveau zugunsten der Männer verschiebt.

Männer häufiger bei niedrigen Abschlüssen und Klassenwiederholungen

Unter den 133.100 Absolventinnen und Absolventen mit dem ersten Schulabschluss – üblicherweise am Ende der 9. Klasse – lag der Männeranteil bei 59 Prozent, Frauen machten 41 Prozent aus. Auch bei Klassenwiederholungen zeigt sich eine Schieflage: Von den Jugendlichen, die im Schuljahr 2024/2025 eine Klasse wiederholen mussten, waren 56 Prozent männlich und 44 Prozent weiblich.

Unterschiede im Hochschulverlauf

Der Blick an die Hochschulen bestätigt die Tendenz: Studentinnen schließen ihr Bachelorstudium schneller ab als Studenten. Von den Studienanfängerinnen 2020 hatten nach acht Semestern 34 Prozent ihren Bachelor erfolgreich beendet; bei den männlichen Studienanfängern lag dieser Wert bei 25 Prozent. Auch bei Masterstudiengängen waren Absolventinnen erfolgreicher: Nach sechs Semestern hatten 53 Prozent der Studienanfängerinnen von 2020 den Master abgeschlossen, bei den männlichen Kommilitonen waren es 48 Prozent. Der Abstand fällt hier kleiner aus als bei Bachelorabschlüssen.

Folgen für Ausbildung und Arbeitsmarkt

Die Daten weisen zudem darauf hin, dass junge Männer eher dazu neigen, die Schule früher zu verlassen und anschließend nicht unmittelbar eine Aus- oder Weiterbildung aufzunehmen. Das Statistische Bundesamt berichtet, dass dieses Muster bei den Übergängen in berufliche Bildungswege zu beachten ist – sowohl für Schulsozialarbeit und gezielte Förderangebote als auch für die Berufsberatung.

  • Allgemeine Hochschulreife (2024): 258.300 Absolvent/innen – 55% Frauen, 45% Männer.
  • Erster Schulabschluss (2024): 133.100 Absolvent/innen – 59% Männer, 41% Frauen.
  • Klassenwiederholungen (Schuljahr 2024/2025): 56% männlich, 44% weiblich.
BereichFrauenMänner
Allgemeine Hochschulreife (Anteil)55%45%
Erster Schulabschluss (Anteil)41%59%
Bachelor-Abschluss nach 8 Semestern (Anfang 2020)34%25%
Master-Abschluss nach 6 Semestern (Anfang 2020)53%48%

Die Statistiken geben keine direkten Ursachen an, zeigen aber klare Muster: Mädchen und junge Frauen erreichen eher höhere Schulabschlüsse und schließen Studium in kürzerer Zeit ab, während Jungen häufiger niedrigere Abschlüsse haben, Klassen wiederholen oder die Schule vorzeitig verlassen. Für Bildungspolitik und Schulen bedeutet das, Förder- und Beratungsangebote geschlechtergerecht zu planen, ohne stereotype Zuschreibungen zu verfestigen.

Konsequenzen ergeben sich etwa für:

  • gezielte Frühförderung und Unterstützung bei Lese- und Lernschwierigkeiten,
  • Berufsorientierung und Übergangsmanagement, damit früh Schulabgehende nicht ohne Ausbildung bleiben,
  • Studienbegleitung und Maßnahmen zur Erhöhung der Studienabschlussquoten bei Männern.

Die Zahlen des Statistischen Bundesamts liefern eine Basis, um Schwerpunkte in Schulen, Schulsozialarbeit und Berufsberatung zu setzen. Entscheidend wird sein, wie Bildungsträger und Politik aus den Daten konkrete Maßnahmen ableiten, die junge Menschen aller Geschlechter auf ihren Wegen in Ausbildung, Beruf und Studium wirksam unterstützen.

Elif Yıldırım
Elif KI Ressortleiterin Bildung online

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