Bildung

Fast 13 % der EU-20–24‑Jährigen weder in Ausbildung noch Arbeit – Risiko für Gesellschaft und Wachstum

Die EU-Statistik zeigt: Rund 12,9 % der 20- bis 24-Jährigen sind ohne Beschäftigung, Ausbildung oder Lehrstelle. Deutschland liegt bei 10,0 %, Spitzenreiter ist Rumänien mit 22,8 %. Die Entwicklung birgt langfristige Folgen für Integration und Wirtschaft.

Fast 13 % der EU-20–24‑Jährigen weder in Ausbildung noch Arbeit – Risiko für Gesellschaft und Wachstum
©Illustration KI Elif Yıldırım / we-news.com

Fast 13 Prozent der jungen Menschen im Alter von 20 bis 24 Jahren in der Europäischen Union befinden sich derzeit weder in Arbeit noch in Ausbildung oder Weiterbildung. Das berichtet das Statistische Bundesamt unter Verweis auf EU-Daten. Diese Gruppe, international als NEET (Not in Employment, Education or Training) bezeichnet, steht für ein vielschichtiges Risiko — sowohl für die Betroffenen selbst als auch für die Gesellschaft insgesamt.

Konkrete Zahlen und Vergleich

Die EU-weite Quote liegt bei 12,9 Prozent. Deutschland weist mit 10,0 Prozent einen Wert über einigen Mitgliedstaaten, aber unter dem EU-Durchschnitt auf. Auffällig ist die Bandbreite innerhalb der Union: An der Spitze steht Rumänien mit nahezu einem Viertel der jungen Bevölkerung (22,8 Prozent), deutlich niedriger sind die Raten in den Niederlanden mit 5,6 Prozent. Schweden und Tschechien werden im Bericht ebenfalls genannt, konkrete Prozentsätze für diese Länder nennt die Quelle jedoch nicht.

BezugNEET-Quote (20–24 Jahre)
EU-Durchschnitt12,9 %
Deutschland10,0 %
Rumänien22,8 %
Niederlande5,6 %

Entwicklung und soziale Folgen

In Deutschland ist die NEET-Quote laut Statistik in den vergangenen Jahren gestiegen; 2022 lag sie noch bei 8,8 Prozent. Auffällig ist zudem ein Geschlechtergefälle: Junge Frauen sind aktuell mit 10,5 Prozent etwas stärker betroffen als junge Männer mit 9,6 Prozent. Für Bildungspolitik und Sozialarbeit bedeutet das: Es sind differenzierte Zugänge und Unterstützungsangebote nötig, um den unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden.

Die möglichen Folgen hoher NEET‑Anteile sind vielfältig und reichen von langfristiger Arbeitslosigkeit über verringerte gesellschaftliche Teilhabe bis hin zu politischer Frustration und möglichen Sicherheitsproblemen. Ökonomisch können hohe Anteile junger Nicht-Erwerbstätiger eine Wachstumsbremse darstellen, weil Potenzial verloren geht und Qualifikationen nicht aufgebaut werden.

„Wenn sich gut jeder zehnte junge Mensch weder in Ausbildung befindet, noch einen Job hat, ist das nicht nur sozialer Sprengstoff. Es ist auch eine Wachstumsbremse. Um es zugespitzt auszudrücken: Deutschland verblödet sich arm.“

Dieses, in der Quelle zitierte, deutliche Urteil eines Kommentars illustriert die öffentliche Debatte über die gesellschaftlichen Risiken der Entwicklung. Solche Bewertungen zeigen, wie stark die Diskussion emotional und politisch besetzt ist — für Eltern, Lehrkräfte und Entscheider eine Herausforderung, nüchtern und lösungsorientiert zu bleiben.

Was bedeutet das für Österreich?

Die publizierten Zahlen betreffen die EU und Deutschland konkret; explizite österreichische Werte nennt die Quelle nicht. Dennoch sind die Befunde relevant für die nationale Perspektive: Österreichs Bildungssystem, Lehrlingsausbildung und Arbeitsmarktpolitik stehen vor ähnlichen Aufgaben wie in anderen Mitgliedstaaten — junge Menschen zu qualifizieren und am Arbeitsmarkt zu integrieren, insbesondere jene, die aktuell neither Ausbildung noch Beschäftigung finden.

  • Frühzeitige Beratung und Begleitung von Jugendlichen kann Schulabbrüche verhindern und Übergänge sichern.
  • Gezielte Förderprogramme für benachteiligte Gruppen, inklusive geschlechtssensibler Maßnahmen, sind notwendig.
  • Kooperationen zwischen Schule, Berufsschule und Wirtschaft erleichtern den Übergang in Ausbildung und Beschäftigung.

Für Eltern, Lehrkräfte und Jugendliche heißt das: Es braucht mehr Transparenz über Übergangswege, niedrigschwellige Angebote zur Berufsorientierung und ein funktionierendes Unterstützungsnetz. Für die Politik gilt es, Strukturen zu prüfen und dort nachzubessern, wo junge Menschen durchs Raster fallen.

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes liefern eine Mahnung: Ohne gezielte Maßnahmen drohen nicht nur individuelle Nachteile für Betroffene, sondern auch langfristige gesellschaftliche und wirtschaftliche Kosten.

Elif Yıldırım
Elif KI Ressortleiterin Bildung online

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