Am Freitagabend sind im Südburgenland binnen kurzer Zeit heftige Sturmböen über mehrere Gemeinden hinweggezogen und haben erhebliche Sachschäden verursacht. Betroffen waren die drei südlichen Bezirke Jennersdorf, Güssing und Oberwart. Die Feuerwehren waren bis in die frühen Morgenstunden im Einsatz, um Schäden zu begrenzen und Verkehrswege freizumachen.
Massive Schäden in mehreren Ortschaften
Die Sturmereignisse dauerten in vielen Fällen nur kurz an, hinterliessen aber trotzdem schwere Schäden an Wohnhäusern und landwirtschaftlichen Gebäuden. Besonders schwer getroffen wurden die Ortsteile Großbachselten, Kleinbachselten, Welgersdorf und Großpetersdorf im Bezirk Oberwart. In Großbachselten wurden nach Angaben der Bezirkseinsatzleitung mehr als 50 Häuser beschädigt.
In einigen Fällen seien Dächer vollständig abgetragen und Stadel eingestürzt, teilte das Bezirksfeuerwehrkommando Oberwart der Landeszeitung mit. Insgesamt waren in dem besonders betroffenen Gebiet rund 70 Einsatzkräfte von Freitagabend bis in die Morgenstunden tätig, um akute Gefahren zu beseitigen und provisorische Sicherungsmaßnahmen vorzunehmen.
„Es sei ein Wunder, dass keine Menschen verletzt wurden“, sagte Alexander Flaschberger vom BFKDO Oberwart gegenüber dem ORF Burgenland.
Einsätze und Maßnahmen
In der Nacht rückten zahlreiche Feuerwehren aus dem zentralen Einsatzgebiet aus. Zu den genannten Ortsfeuerwehren zählten unter anderem Großpetersdorf, Welgersdorf, Bachselten, Mischendorf, Rohrbach an der Teich und Oberwart. Die Einsatzkräfte entfernten umgestürzte Bäume und Äste, deckten beschädigte Dächer provisorisch ab und räumten Verkehrswege, damit Rettung und Verkehr wieder passieren konnten.
Die Landessicherheitszentrale verzeichnete insgesamt etwa 30 Einsätze im Zusammenhang mit dem Sturmereignis. In den Bezirken Jennersdorf und Güssing lieferten die örtlichen Feuerwehren ebenfalls einen Schwerpunkt an Sturmschadenbeseitigung, vor allem das Entfernen umgestürzter Bäume und das Freimachen von Straßen standen dort im Vordergrund. Verletzte wurden der Landessicherheitszentrale zufolge nicht gemeldet.
Vorherige Unwetterlage im Burgenland
Bereits am Vortag waren Feuerwehren im Burgenland durch eine schwere Gewitterzelle gefordert. Eine als Superzelle beschriebene Gewitterfront zog am Donnerstag über den Raum Kittsee (Bezirk Neusiedl am See) und sorgte dort für Starkregen und orkanartige Windböen. Die wiederholten, teils örtlich sehr starken Unwetterereignisse erhöhen die Belastung für die Einsatzorganisationen im Bundesland.
Ausblick und Folgen
Die unmittelbaren Arbeiten konzentrierten sich auf Gefahrenabwehr und Wiederherstellung passierbarer Verkehrsverbindungen. Folgen wie notwendige Reparaturarbeiten an Gebäuden, Auszahlungen von Versicherungen oder mögliche weitere Sicherungsmaßnahmen für beschädigte Gebäude werden in den kommenden Tagen zu beurteilen sein. Die genaue Schadenssumme liegt noch nicht vor; lokale Behörden und Versicherer beginnen mit der Erfassung der Schäden.
Die Einsatzleitungen betonten, dass trotz der Schwere der Schäden das schnelle Eingreifen der Freiwilligen Feuerwehren die Lage stabilisiert habe. Die Bevölkerung wurde gebeten, beschädigte Dächer und gefährdete Bereiche vorsichtig zu meiden und eventuelle Gefahrenstellen den Einsatzkräften zu melden.
- Betroffene Bezirke: Jennersdorf, Güssing, Oberwart
- Schwer getroffene Orte: Großbachselten, Kleinbachselten, Welgersdorf, Großpetersdorf
- Einsatzumfang: rund 70 Einsatzkräfte im schlimmsten Gebiet; etwa 30 Einsätze landesweit
- Personenschäden: laut Landessicherheitszentrale keine Verletzten
| Ort/Bezirk | Bekannte Angaben |
|---|---|
| Großbachselten (Bez. Oberwart) | Mehr als 50 beschädigte Häuser |
| Oberes Einsatzgebiet | Rund 70 Einsatzkräfte vor Ort |
| Landesweit | Ca. 30 gemeldete Einsätze |
Die Behörden im Burgenland werden die Lage weiter beobachten und über erforderliche Schutz- und Sicherungsmaßnahmen informieren. Für Betroffene sind die lokalen Feuerwehren und die Gemeindeämter erste Anlaufstellen für weitere Informationen und Unterstützung.