Beim traditionellen Südmährer-Kirtag im Museumsdorf Niedersulz fanden sich am Sonntag unter freiem Himmel zahlreiche Besucherinnen und Besucher ein, um Brauchtum, Musik und regionales Brauchtum zu feiern. Das Wetter trug zur Stimmung bei, mehrere prominente Vertreter aus Kultur und Verbandswesen waren anwesend.
Veranstaltung, Gäste und Programm
Zu den Gästen zählten unter anderem Rüdiger Stix (Bundesobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Österreich), GVV-Bezirksobfrau Sylvia Dorner, Landtagsabgeordneter Hubert Keyl, Karl Rühringer, Prälat zu St. Stephan sowie Hans-Günter Grech (Obmann des Kulturverbandes der Südmährer in Österreich). Für musikalische Unterhaltung sorgten die Original Hoch- und Deutschmeister, die zusammen mit dem traditionellen Kirtagsaufzug und regionalen Schmankerln die Atmosphäre prägten.
Die Veranstaltung bot ein vielfältiges Bild aus Brauchtumspflege und Gemeinschaftspflege: Musiker, Trachten, kulinarische Angebote und Begegnungen untereinander standen im Vordergrund. Damit erfüllte der Kirtag die Funktion eines kulturellen Treffpunkts, an dem Erinnerung weitergegeben und sichtbar gemacht wird.
Erinnerung als zentrales Thema
In seiner Festansprache brachte Landtagsabgeordneter Dieter Dorner das Kernthema des Tages auf den Punkt. Er wies auf die Bedeutung von Erinnerung, Kultur und Verbundenheit hin:
„Heimat kann man verlieren – aber Erinnerung, Kultur und Verbundenheit können Grenzen und Generationen überdauern.“
Diese Aussage fasst die Intention vieler Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen: Nicht nur das Bewahren materieller Traditionen ist zentral, sondern auch das Pflegen immaterieller Kulturformen wie Sprache, Musik und gemeinsamer Geschichten.
Konsequenzen für die Kulturpflege
Der Kirtag zeigt, wie regionale Vereine und Kulturverbände aktiv gesellschaftliche Erinnerung gestalten. Die sichtbare Präsenz von Bundesspitzen und Landesvertretern unterstreicht die politische Relevanz solcher Veranstaltungen: Sie sind Kontaktpunkt zwischen Erinnerungskultur und politischer Repräsentation. Zugleich bieten sie Gelegenheit zur Vernetzung zwischen älteren und jüngeren Generationen, was angesichts sich wandelnder Demographien und Migrationen als bedeutend einzuschätzen ist.
- Pflege des Brauchtums: Trachten, Musik und Aufzüge machen kulturelles Erbe erfahrbar.
- Vernetzung: Verbände und politische Vertreter nutzen solche Anlässe für Austausch und Sichtbarkeit.
- Intergenerationeller Dialog: Erinnerung wird als bindendes Element zwischen Alt und Jung inszeniert.
Teilnehmerübersicht
| Funktion | Persönlichkeit |
|---|---|
| Bundesobmann | Rüdiger Stix |
| GVV-Bezirksobfrau | Sylvia Dorner |
| Landtagsabgeordneter | Hubert Keyl |
| Prälat | Prälat zu St. Stephan |
| Obmann Kulturverband | Hans-Günter Grech |
Der Südmährer-Kirtag im Museumsdorf Niedersulz war damit mehr als ein volkskulturelles Treffen: Er fungierte als Bühne für eine Auseinandersetzung mit Erinnerungskultur, die über lokale Grenzen hinaus weist. Obgleich solche Feste regional verwurzelt sind, berühren sie Themen wie Identität, Geschichtsbewusstsein und die Rolle zivilgesellschaftlicher Verbände in der öffentlichen Erinnerung — Aspekte, die in der nationalen Debatte um kulturelles Erbe weiterhin Bedeutung haben dürften.