Brunhilde Ferdin engagiert sich seit vier Jahren als Lesecoach beim Roten Kreuz und begleitet einmal pro Woche Schüler:innen der 3. und 4. Klasse der Volksschule St. Marienkirchen. Ihr Ziel ist klar: Kindern helfen, Leseschwächen zu überwinden und das Textverständnis zu verbessern, ohne sie zu überfordern.
Konkrete Arbeit neben dem Unterricht
Die Lesearbeit findet außerhalb des regulären Schulsystems statt, als freiwilliges Angebot. Die Methoden sind bewusst vielfältig und an die Bedürfnisse der Kinder angepasst. Eingesetzt werden unter anderem die Rotkreuz‑Schülerzeitschrift „Mein Express“, Bewegungsspiele sowie Satz‑für‑Satz‑Übungen. Wichtig ist der fördernde, nicht bestrafende Ansatz: Lob und Bestärkung sollen das Selbstvertrauen schwächerer Kinder im Klassenverband stärken.
„Jedes Kind hat dabei das Recht, die gleichen Bildungschancen zu erhalten, dafür setze ich mich mit Freude ein“
Voraussetzungen und pädagogische Haltung
Für die Tätigkeit als Lesecoach nennt Ferdin zentrale Eigenschaften: Geduld, Humor, Empathie und die Freude an der Arbeit mit Kindern. Entscheidend sei, eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen und eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, in der Lernen gelingen kann. Ferdin betont, Kinder nie zu überfordern und stets bedarfsorientiert zu arbeiten.
Was das Angebot leistet — kurz und bündig
- Freiwilliges, ehrenamtliches Angebot beim Roten Kreuz
- Wöchentliche Begleitung von Dritt‑ und Viertklassler:innen
- Methoden: Lesezeitschrift, Bewegungsspiele, Satz‑für‑Satz‑Übungen
- Ziele: Lesekompetenz stärken, Textverständnis fördern, Selbstvertrauen aufbauen
Das Angebot ist ausdrücklich ergänzend: Es ersetzt nicht den Unterricht, sondern setzt dort an, wo Kinder individuell Unterstützung benötigen. Die Arbeit richtet sich an jene Kinder, die im Klassenverband zu den Schwächeren zählen — oft genug fehlen genau für diese Kinder gezielte Förderstunden im regulären Stundenplan.
| Aspekt | Detail |
|---|---|
| Dauer des Engagements | 4 Jahre (Ehrenamt) |
| Frequenz | Einmal pro Woche |
| Zielgruppe | 3. und 4. Klasse der Volksschule St. Marienkirchen |
| Methoden | „Mein Express“, Bewegungsspiele, Satz‑für‑Satz‑Übungen |
Konsequenzen für Eltern und Schulen
Eltern, die Lernschwierigkeiten bei ihren Kindern beobachten, finden in solchen Angeboten oft eine niederschwellige Möglichkeit, Unterstützung zu erhalten. Schulen profitieren, weil ehrenamtliche Lesecoaches ergänzend zur Verfügung stehen und damit Lehrkräfte entlasten können. Zugleich zeigt das Beispiel, wie wichtig es ist, solche Initiativen zu sichern und bei Bedarf zu vernetzen — etwa mit schulischen Förderkonzepten oder kommunalen Bildungsangeboten.
Die Arbeit von Ehrenamtlichen kann kurzfristig Lücken schließen, langfristig braucht es jedoch systematische Förderung: strukturierte Förderstunden, Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte und Ressourcen, damit Begleitung schulnah und nachhaltig angeboten werden kann. Bis dahin bleibt das freiwillige Engagement wie jenes von Ferdin eine wichtige Ressource für betroffene Familien.
Die Beschreibung des Lesecoaching in St. Marienkirchen ist ein Beispiel dafür, wie lokale Ehrenamtsarbeit unmittelbar Bildungsmöglichkeiten stärken kann. Sie zeigt auch die Grenzen ehrenamtlicher Hilfe: Solche Angebote sind wertvoll, aber nicht universell verfügbar und meist abhängig vom Engagement Einzelner.
Für Eltern und Lehrkräfte bleibt die Empfehlung, freiwillige Angebote als Ergänzung zu sehen und aktiv mit Schulen und lokalen Organisationen zusammenzuarbeiten, um individuelle Förderwege für Kinder zu finden.