Das Volkskomitee von Hoan Kiem hat am 11. August den städtebaulichen Entwurf für den Bereich des Phung-Hung-Brückenbogens bekanntgegeben. Das Projekt sieht vor, den Bereich entlang der historischen Hochbahn in mehrere Funktionszonen zu gliedern: ein Zentrum für Kunsthandwerk und traditionelles Dorfleben, einen gemeinschaftlichen Kultur- und Kunstraum, einen Bereich für kulinarische Kultur, einen traditionellen Markt sowie einen öffentlichen Park, der mit der Erhaltung der Architektur des nahegelegenen Bahnhofs Long Bien verbunden werden soll.
Historischer Rahmen und Lage
Die Straßen Gam Cau und Phung Hung liegen im westlichen Teil der Stadt und markieren das Ende der Altstadt von Hanoi. Sie bilden eine charakteristische Landschaftsachse entlang der Mauer der Hochbahn, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts während der französischen Kolonialzeit errichtet wurde. Ein herausragendes Element dieses Abschnitts ist ein System von 131 Steinbögen, die sowohl Teil der Eisenbahninfrastruktur als auch lebendiges Kulturerbe sind und eine sanfte Trennlinie zwischen Wohn- und Verkehrsflächen bilden.
Umfang des Projekts
Das Untersuchungsgebiet des städtebaulichen Entwurfs reicht von der Kreuzung Tran Nhat Duat und Gam Cau bis zur Kreuzung Phung Hung, Tran Phu und Ly Nam De. Das geplante Areal umfasst etwa 8,7 Hektar, die Wege innerhalb des Projekts haben eine Gesamtlänge von rund 1,7 Kilometern. Ziel der Planung ist es, die vorhandene morphologische und architektonische Struktur der Straße zu respektieren und die besondere Identität des Viertels zu stärken.
- Fläche: ca. 8,7 Hektar
- Wege: Gesamtlänge ca. 1,7 km
- Erhaltenswertes Element: 131 Steinbögen der Hochbahn
Das Volkskomitee betont, dass ein separater städtebaulicher Entwurf für den Bereich des Phung-Hung-Brückenbogens als notwendige Grundlage dienen soll, um künftige Investitionen und Bauprojekte zu steuern. Die Maßnahme ist als Steuerungsinstrument gedacht, damit Neubauten, Umnutzungen oder Restaurierungen die architektonische Kontinuität und das kulturelle Erbe nicht beeinträchtigen.
Kulturelle Funktionen und Stadtraum
Die geplanten Funktionszonen deuten auf einen multifunktionalen Stadtraum hin: Neben Markt und Gastronomie sind gemeinschaftliche Kunstflächen vorgesehen, die lokale Handwerkstraditionen sichtbar machen sollen. Die Kombination aus Handel, Kultur und öffentlichem Grün zielt darauf ab, die soziale Durchmischung zu fördern und gleichzeitig touristische Anziehungspunkte zu schaffen. Der Bezug zum Bahnhof Long Bien beschreibt zudem eine bewusst historisierende Achse, die beide städtebaulichen Elemente – Viadukt und Bahnhof – in Beziehung setzt.
In städtischen Kontexten wie diesem sind zwei Fragen zentral: Wie gelingt die Balance zwischen Bewahrung des Denkmals und zeitgenössischer Nutzung? Und wie werden die Interessen der Anrainerinnen und Anrainer gegenüber kommerziellen Nutzungsinteressen gewahrt? Das Hoan-Kiem-Volkskomitee sieht den Entwurf als strategisches Instrument, um solche Zielkonflikte vorab zu regeln.
| Parameter | Angabe |
|---|---|
| Untersuchungsfläche | ca. 8,7 Hektar |
| Wegelänge | ca. 1,7 km |
| Steinbögen | 131 |
Die architektonische Signatur der Straße, geprägt durch die französische Kolonialarchitektur und die Hochbahn, verleiht dem Quartier eine eindeutige Identität. Die Planung zielt darauf ab, diese Identität nicht zu nivellieren, sondern durch gezielte Funktionen zu stärken und öffentlich zugängliche Räume zu schaffen.
Konkrete Zeitpläne, Finanzierungsquellen oder ausführende Partner wurden im veröffentlichten städtebaulichen Entwurf nicht genannt. Ebenso bleiben Fragen nach Beteiligungsverfahren für Anrainerinnen und Anrainer sowie zum Denkmalschutz in den nächsten Schritten offen. Die jetzt vorgestellte Planung bildet jedoch den Grundstein für weitere Entscheidungen über Investitionen und bauliche Maßnahmen entlang der historischen Viaduktlinie.
Für das Viertel könnte das Projekt weitreichende Folgen haben: Eine Aufwertung des öffentlichen Raums kann lokale Wirtschaftszweige stärken, gleichzeitig besteht das Risiko einer Kommerzialisierung, die bestehende Gemeinschaften verändern würde. Die angekündigte Verbindung zur Erhaltung des Bahnhofs Long Bien zeigt, dass die Behörden zumindest die kulturhistorische Dimension ernst nehmen. Wie sich diese Absicht in konkreten Schutz- und Nutzungsregelungen niederschlägt, bleibt abzuwarten.