Vor der Küste Mecklenburg‑Vorpommerns haben sich nach Auswertung von Satellitendaten großflächige Ansammlungen von Blaualgen gebildet. Die Flächen erstrecken sich nach Angaben der auswertenden Stellen über das Meeresgebiet zwischen Rostock und Hiddensee und reichen demnach bis in Gewässer vor der dänischen Küste. Auch in zahlreichen Seen Mecklenburg‑Vorpommerns sowie in Teilen Schleswig‑Holsteins wurden vergleichbare Vorkommen registriert.
Warnung des Gesundheitsministeriums
Das Gesundheitsministerium in Schwerin gibt klare Empfehlungen: Werbaden will, sollte Bereiche mit sichtbaren Algenansammlungen meiden. Sichtbar werden derartige Blaualgenblüten häufig durch eine bläulich‑grüne Trübung des Wassers, durch Schlieren oder Teppiche auf der Oberfläche sowie durch wolkenartige Verteilungen innerhalb des Wassers. Die Behörden weisen darauf hin, dass die Lage örtlich sehr unterschiedlich sein kann und sich durch Wind und Wetter binnen weniger Stunden verändern lässt.
Woran Erkennbar ist eine Algenblüte
Blaualgen, fachlich Cyanobakterien genannt, fallen meist schon mit bloßem Auge auf. Typische Hinweise sind:
- bläulich‑grüne Verfärbungen des Wassers,
- Schlieren oder teppichartige Ansammlungen auf der Oberfläche,
- wolkenartige Verteilungen unter der Wasseroberfläche.
Da sich die Verteilung der Ansammlungen stark von Wind‑ und Strömungsverhältnissen abhängig ändert, empfiehlt das Ministerium, beim Aufenthalt an Küste und Seen aufmerksam zu sein und sich im Zweifel an örtliche Hinweise oder Sperrungen zu halten.
Praktische Hinweise für Badegäste und Hundehalter
Das Auftreten von Blaualgen kann nicht nur die Wasserqualität beeinträchtigen, sondern auch gesundheitliche Risiken bergen. Als Vorsichtsmaßnahme gelten unter anderem:
- nicht in Bereichen baden, in denen Algen sichtbar sind,
- kein Schlucken von Wasser und bei Kindern auf Hygiene achten,
- nach dem Baden Haut und Haare mit Süßwasser abspülen,
- Hunde nicht in Algenfeldern schwimmen lassen und abgegriffene Bereiche meiden.
Konkrete ärztliche Warnhinweise oder landesweite Verbote wurden bislang nicht vermeldet; die Empfehlung lautet jedoch, lokale Bekanntmachungen zu beachten.
Ausdehnung der Flächen
Die Auswertung von Satellitenaufnahmen hat die Verbreitung der Algenteppiche sichtbar gemacht. Zusammenfassend lassen sich die Beobachtungen wie folgt darstellen:
| Region | Beobachtung |
|---|---|
| Ostseeküste MV (zwischen Rostock und Hiddensee) | Großflächige Teppiche und Trübungen erkennbar |
| Weiteres Ostseebecken | Teppiche reichen bis vor die dänische Küste |
| Binnengewässer in MV und Schleswig‑Holstein | Blaualgen in mehreren Seen festgestellt |
Hintergrund: Warum entstehen Blaualgen?
Blaualgenblüten treten unter bestimmten Umweltbedingungen gehäuft auf: warme Wassertemperaturen, Nährstoffeinträge und geringe Durchmischung des Wassers können ihr Wachstum fördern. Diese Faktoren wirken besonders in flacheren Küstenbereichen und stehenden Gewässern zusammen. Die satellitengestützte Beobachtung macht größere Flächen sichtbar, erlaubt aber keine direkte Beurteilung der toxikologischen Gefährdung einzelner Stellen ohne Probeentnahme und Laboruntersuchung.
Was die Behörden tun
Die Landesbehörden beobachten die Situation und geben Warnhinweise an die Öffentlichkeit. Wo nötig, prüfen Fachstellen Wasserproben, um das Risiko genauer zu beurteilen. Bis zu konkreten Untersuchungsergebnissen halten die Verwaltungen an der generellen Empfehlung fest, sichtbare Ansammlungen zu meiden.
Für Besucher der Küste und der Seen empfiehlt sich Achtsamkeit: Augen auf beim Strandspaziergang, auf lokale Hinweise achten und im Zweifel sichere Badestellen wählen. Die Lage kann sich schnell ändern — deshalb sind kurzfristige Meldungen und Sperrungen möglich.
Henning Paulsen
Korrespondent Mecklenburg‑Vorpommern