Stadtverwaltung sieht Vorteile nach eineinhalb Jahren
In Schwerin haben nach Angaben der Stadtverwaltung inzwischen 232 volljährige Schutzsuchende eine Bezahlkarte erhalten und nutzen diese für ihre täglichen Ausgaben. Die Kommune zog damit eine erste Zwischenbilanz zu dem Verfahren, das seit April 2025 schrittweise eingeführt wurde. Die Umstellung ersetze die frühere Barauszahlung und habe in vielen Bereichen zu einem deutlich geringeren Aufwand geführt, heißt es in der Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage der Fraktion Unabhängige Bürger und FDP.
Vor der Einführung bestritt die Stadt die Barauszahlungen an Asylbewerber an zwei zusätzlichen Tagen im Monat. Dafür waren zwei Mitarbeiterinnen beziehungsweise Mitarbeiter des Fachdienstes Soziales zuständig; außerdem mussten Auszahlungsautomaten mit größeren Bargeldbeständen bestückt und externe Wachdienste häufiger eingesetzt werden. „Dieser Aufwand sei mit der Einführung der Bezahlkarte vollständig entfallen“, teilte Oberbürgermeister Sebastian Ehlers (CDU) mit.
Startprobleme, inzwischen Routine
Die Umstellung verlief nicht gänzlich reibungslos: In den ersten Wochen und Monaten meldete die Verwaltung einen erhöhten Unterstützungsbedarf. Im Fokus standen insbesondere die Aktivierung der zugehörigen App auf Smartphones, vergessene PINs und verlorene Karten. Nach Angaben der Stadt haben sich diese Schwierigkeiten inzwischen „nahezu vollständig gelegt“, dennoch komme es vereinzelt noch zu Fällen, in denen Betroffene Hilfe bei PIN-Vergessen oder Kartenverlust benötigen.
- Einführung der Bezahlkarte: April 2025
- Stichtag für die Auswertung: 8. Oktober (Aktueller Zeitraum)
- Anzahl der Nutzerinnen und Nutzer: 232 volljährige Schutzsuchende
- Frühere Personalbindung: zwei zusätzliche Auszahlungs-Tage und zwei Mitarbeitende
„Dieser Aufwand sei mit der Einführung der Bezahlkarte vollständig entfallen.“
Praktische Folgen für die Verwaltung und Betroffene
Die Stadt betont, dass durch die reduzierte Häufigkeit von Barauszahlungen und den Wegfall des hohen Bargeldbedarfs künftig Kapazitäten freiwerden. Bei zugleich sinkenden Zuweisungszahlen könne ein Sachbearbeiter im Team Asyl nun andere Aufgaben übernehmen. Die Umstellung auf eine elektronische Auszahlung sei damit auch aus Sicht der Ressourcennutzung vorteilhaft.
Für die betroffenen Schutzsuchenden hat die Karte praktische Konsequenzen: Zahlungen erfolgen bargeldlos, und der tägliche Umgang mit PINs und Apps gehört zum Alltag. Die Stadtverwaltung will offenbar weiterhin Einzelfälle begleiten, wenn technische Probleme oder Kartenverlust auftreten.
| Datum/Zeitraum | Angabe |
|---|---|
| Einführung | April 2025 |
| Stichtag der Auswertung | 8. Oktober |
| Anzahl Nutzer | 232 volljährige Schutzsuchende |
| Frühere personelle Bindung | Zwei zusätzliche Auszahlungstage, zwei Mitarbeitende |
Die Bilanz der Stadt zeigt, dass die Bezahlkarte organisatorische Entlastung gebracht hat, gleichzeitig aber ein fortlaufender Supportbedarf besteht — etwa bei PIN-Vergessen oder Kartenverlust. Wie die Verwaltung weiter mit Restproblemen umgehen möchte, ergibt sich aus der Antwort auf die Anfrage der Fraktion; weitere konkrete Maßnahmen zur Reduzierung individueller Schwierigkeiten wurden jedoch bisher nicht gesondert genannt.
Für Schwerin bedeutet die Maßnahme einen Schritt in Richtung Digitalisierung sozialer Leistungen. Die Beobachtung bleibt, ob die entlastenden Effekte bei weiterhin sinkenden Zuweisungszahlen dauerhaft bestehen und ob die Begleitung der Betroffenen so ausgestaltet wird, dass Zugangsbarrieren gering bleiben.