In Schwerin hat sich eine neue Form des Kennenlernens für ältere Menschen etabliert: die Single-Spaziergänge 60+. Unter der Leitung von Viola Mansfeld treffen sich seit rund zwei Jahren Menschen ab 60 zu gemeinsamen Spaziergängen, zuletzt regelmäßig am Platz der Jugend und in Richtung Ostorfer See.
Wie die Treffen laufen
Der Start einer der jüngsten Spaziergänge begann wetterbedingt mit einem kräftigen Schauer. Trotz der Nässe und aufgeweichter Schuhe blieben die Teilnehmenden und setzten den Weg fort, nachdem sich die Wolkendecke wieder auflockerte. Organisatorisch führt Mansfeld die Gruppe an, die bei den Treffen häufig zwischen zwölf Personen umfasst. Die Gruppe besteht aus Menschen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten: verwitwet, geschieden, neu alleinstehend oder schon lange ohne festen Partner.
Entstehung und Organisation
Mansfeld hat die Treffen auf Basis der Initiative „Spielend Zusammenkommen“ gestartet. Sie kann auf organisatorische Erfahrung zurückgreifen: Bis vor einigen Jahren betrieb sie zwei „Miss Sporty“-Fitnessstudios in Schwerin. Aus dieser Zeit rührt offenbar auch ihre Erfahrung, Gruppen zu leiten und Veranstaltungen zu koordinieren.
- Teilnehmende: häufig rund zwölf Personen
- Treffpunkt: Platz der Jugend, Spaziergänge führen u. a. am Ostorfer See entlang
- Termin: zweiter Sonntag im Monat, Beginn 14 Uhr
Kommunikation und Zielsetzung
Die Bekanntgabe neuer Termine erfolgt über die Nachbarschaftsplattform nebenan.de und in einer eigenen WhatsApp-Chatgruppe. Die Aufteilung nach Altersgruppen hat sich im Laufe der Zeit ergeben: Ursprünglich liefen verschiedene Generationen gemeinsam, mittlerweile gibt es getrennte Spaziergänge für unter 60-Jährige und für die Gruppe 60+. Ziel ist es, Menschen zusammenzubringen und der Einsamkeit entgegenzuwirken.
„Ich möchte einen Mann an meiner Seite haben, den ich liebe und der mich liebt. So einfach ist das“,
dies erklärte Mansfeld bei einem der Treffen offen und zeigt damit, dass es bei den Spaziergängen nicht nur um Bewegung, sondern auch um die Suche nach Nähe und Partnerschaft geht.
Lokal verankert, niedrige Hemmschwelle
Die Spaziergänge sind bewusst niedrigschwellig konzipiert: Es braucht keine Anmeldung über formale Vereinswege, die Teilnehmenden finden Informationen online und in der Chatgruppe. Der Zuspruch zeigt sich darin, dass trotz Regen mehrere Personen den Weg antreten. Die Routen führen entlang bekannter Schweriner Orte; eine Teilnehmerin erwähnte ihre Herkunft aus der sogenannten Lübzer Ecke, was die lokale Verankerung der Gruppe unterstreicht.
Für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist der Spaziergang eine Möglichkeit, nach dem Verlust oder einer Trennung wieder Kontakte zu knüpfen, ohne sich in formelle Strukturen begeben zu müssen. Die Treffen kombinieren Bewegung an der frischen Luft mit der Möglichkeit, in ungezwungener Atmosphäre neue Menschen kennenzulernen.
| Aspekt | Information |
|---|---|
| Alter | ab 60 Jahren |
| Treffpunkt | Platz der Jugend |
| Uhrzeit | 14:00 Uhr |
| Rhythmus | zweiter Sonntag im Monat |
Die Initiative ist ein Beispiel dafür, wie bürgerschaftliches Engagement lokal greifen kann. In einer Stadt wie Schwerin, in der Nachbarschaftsangebote und Treffpunkte für Ältere eine wichtige Rolle spielen, füllen solche Angebote eine konkrete Lücke. Für Interessierte bieten die Spaziergänge eine einfache Möglichkeit, das soziale Netzwerk zu erweitern und zugleich die Stadt und ihre Seen bei einem Spaziergang zu erleben.
Weitere Details zu Terminen und Treffpunkten werden von der Organisatorin über die genannten Kanäle veröffentlicht; Teilnehmerinnen und Teilnehmer können sich dort austauschen und verabreden.