In Mecklenburg-Vorpommern bereiten sich die Hochschulen auf den Vorlesungsbeginn des Wintersemesters vor. Die Universitäten in Rostock und Greifswald melden eine deutliche Nachfragekonzentration auf einzelne Fachrichtungen. Besonders gefragt sind demnach medizinische Studiengänge, Lehramtsausbildungen sowie Fächer aus dem gesellschafts- und kommunikationswissenschaftlichen Bereich.
Starke Nachfrage in Rostock
An der Universität Rostock zeichnet sich bei zulassungsbeschränkten Studiengängen eine hohe Bewerberzahl für bestimmte Fachbereiche ab. Dazu zählen nach Angaben der Hochschule vor allem die Bereiche Kommunikations- und Medienwissenschaften, Biowissenschaften sowie die Human- und Zahnmedizin. Zugleich melden die Verantwortlichen ein gestiegenes Interesse an Studiengängen wie der medizinischen Biotechnologie und der Zahnmedizin.
Bei den zulassungsfreien Studiengängen sind unter anderem Deutsch auf Lehramt, Erziehungs- und Bildungswissenschaften, Philosophie, Politikwissenschaft, Sonderpädagogik und Wirtschaftsingenieurwesen besonders beliebt. Die Vorlesungen beginnen an der Universität Rostock am 12. Oktober.
Greifswald: Lehramt und Medizin besonders stark
Die Universität Greifswald bietet derzeit über 100 Studiengänge an. Nach Angaben der Hochschule zählen vor allem Medizin, Rechtswissenschaft und sämtliche Lehramtsstudiengänge zu den gefragten Studienrichtungen. Auch Psychologie, Pharmazie, Kommunikationswissenschaft und biologische Fächer gehören zu den bevorzugten Angeboten.
Besonders auffällig ist das starke Interesse an den neu aufgelegten Lehramtsstudiengängen: Schon vor Ablauf der Einschreibezeit ist hier ein Zuwachs von mehr als 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr registriert worden. Insgesamt waren im vergangenen Wintersemester knapp 10.000 Studierende in Greifswald eingeschrieben.
„Besonders gefragt sind Medizin, Rechtswissenschaften (Jura), alle Lehramtsstudiengänge, Psychologie, Pharmazie, Kommunikationswissenschaft und Politikwissenschaft sowie biologische Studiengänge“,
heißt es aus Greifswald – ein Hinweis darauf, wie sich Angebot und Nachfrage an den Regionaluniversitäten des Landes verschieben. Während einige große Fachrichtungen hohen Zulauf erleben, bleiben andere kleinere Fächer vergleichsweise ruhig: So verzeichnen Bereiche wie Berufspädagogik, Latein oder der Masterstudiengang Aquakultur geringere Einschreibezahlen.
Zahlen, Angebote und Auswirkungen
Konkrete Erwartungen zur Zahl der Einschreibungen für das anstehende Semester liegen den Universitäten derzeit noch nicht vollständig vor. Rückblickend waren an der Universität Rostock zuletzt mehr als 12.500 Studierende immatrikuliert. Beide Hochschulen betonen jedoch, dass die Profilierung einzelner Fächer Folgen für die Lehre und die Ausstattung haben kann: Mehr Nachfrage bedeutet etwa zusätzlichen Bedarf an Lehrpersonal, Raumkapazitäten und Praxiseinrichtungen – besonders relevant bei medizinischen und biowissenschaftlichen Studiengängen.
Kleine Fächer bleiben erhalten – mit Herausforderungen
Universitäten in dünn besiedelten Flächenländern wie Mecklenburg-Vorpommern stehen vor der Herausforderung, ein breites Fächerspektrum trotz schwankender Nachfrage zu sichern. Kleine Studiengänge werden weiterhin angeboten, können aber von beschränkten Ressourcen betroffen sein. Das betrifft insbesondere Fächer mit spezialisierten Lehrangeboten oder überschaubarer Studierendenzahl.
- Neu im Angebot: Verschiedene Quereinstiegs-Masterprogramme an Rostock.
- Stärkste Zuwächse: Lehramt in Greifswald (+50 Prozent vor Ende der Einschreibefrist).
- Herausforderung: Ausbau der praktischen Ausbildungsplätze in medizinischen Fächern.
Praktische Hinweise für Studieninteressierte
Wer zum Wintersemester ein Studium in Rostock oder Greifswald beginnen möchte, sollte die Fristen und Hochschulzugangsbedingungen prüfen. Bei zulassungsbeschränkten Fächern ist die Bewerbung über die üblichen Portale erforderlich; für zulassungsfreie Studiengänge lohnt sich eine frühzeitige Einschreibung, besonders bei stark nachgefragten Lehramtsfächern. Beratungsangebote der Studierendenwerke und der Studienberatungen der Universitäten unterstützen bei Fragen zur Finanzierung und Wohnraumsuche.
Die kommenden Wochen werden zeigen, wie sich die Einschreibungen endgültig verteilen und welche Folgen die Verschiebungen in der Nachfrage für Lehre und Campusinfrastruktur in Mecklenburg-Vorpommern haben werden.
Henning Paulsen, Korrespondent Mecklenburg-Vorpommern