Die Friedrich‑Schiller‑Universität Jena hat Prof. Dr. Jutta Hübner den Lehrpreis 2026 in der Kategorie „Wo Neues entsteht – Interdisziplinäre Lehre als Ort der Innovation“ zugesprochen. Prämiert wurde das Lehrformat „Querschnitt 12 – Kompetenz interfakultär“, ein dreitägiges digitales Planspiel, das den Arbeitsalltag einer Rehabilitationsklinik nachbildet und Studierende mehrerer Fachrichtungen miteinander vernetzt. Die Auszeichnung wird im Rahmen des Dies Legendi am 17. November verliehen.
Digitale Simulation als Lernraum
Im Zentrum des prämierten Moduls steht ein über Zoom und Moodle realisiertes Szenario: Studierende übernehmen unterschiedliche Rollen, während Mitarbeitende als Patientinnen und Patienten agieren. Ziel ist es, berufsübergreifende Kompetenzen zu vermitteln und die Zusammenarbeit zwischen künftigen Ärztinnen und Ärzten, Psychologen, Ernährungswissenschaftlern, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern, Sportmedizinerinnen und -medizinern sowie Pharmaziestudierenden zu stärken.
Das Konzept ist ausdrücklich interdisziplinär angelegt: Teilnehmende kommen nicht nur aus Jena, sondern auch aus anderen Hochschulstandorten wie Leipzig und Wiesbaden. Pro Disziplin nehmen demnach bis zu zehn Studierende teil; die Zusammensetzung der Gruppen wird jährlich neu bestimmt.
Finanzielle Unterstützung und nächste Schritte
Mit dem Lehrpreis ist ein Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro verbunden. Dieses soll zweckgebunden eingesetzt werden, um künftig Schauspielpatientinnen und -patienten in das Planspiel zu integrieren. Damit soll die Simulation an Realitätsnähe gewinnen und die Lernerfahrung für die Studierenden vertieft werden.
- Lehrpreis 2026 der Universität Jena: Kategorie „Wo Neues entsteht“
- Prämiertes Format: „Querschnitt 12 – Kompetenz interfakultär“
- Dauer: Dreitägiges digitales Planspiel über Zoom und Moodle
- Teilnehmende Fachrichtungen: Medizin, Psychologie, Ernährungswissenschaften, Soziale Arbeit, Sportmedizin, Pharmazie
- Preisgeld: 2.500 Euro zur Einbindung von Schauspielpatienten
„Dass neue Profile wie das Community Health Nursing einen wesentlichen Beitrag zum notwendigen Kulturwandel leisten könnten.“
Dieses Zitat stammt aus der Debatte, in die das Jenaer Projekt eingebettet ist: Auf einer Fachtagung im Oktober 2026 betonte der Wissenschaftsrat die Bedeutung berufsübergreifender Kooperationen bei der Modernisierung medizinischer Curricula. Das Thema interprofessionelle Lehre wird damit nicht nur lokal, sondern auch national diskutiert.
Bedeutung für Studium und Versorgung
Das Jenaer Vorhaben setzt an einer zentralen Herausforderung an: Die zukünftige Gesundheitsversorgung verlangt zunehmend vernetzte Arbeitsteams, die über fachliche Grenzen hinweg kooperieren können. Lernformate wie das digitale Reha‑Planspiel ermöglichen, kommunikative und organisatorische Kompetenzen in realitätsnahen Situationen zu erproben, noch bevor die Studierenden in die Praxis wechseln.
Für die Universität Jena bedeutet die Auszeichnung zugleich eine Anerkennung innovativer Lehrmethoden und einen Impuls für die Weiterentwicklung des Curriculums. Die geplante Einbindung von Schauspielpatientinnen und -patienten dürfte den Praxisbezug verstärken und die Qualität der Ausbildung erhöhen.
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Format | Digitales Planspiel (Zoom, Moodle) |
| Dauer | Drei Tage |
| Teilnehmende Disziplinen | Medizin, Psychologie, Ernährungswissenschaften, Soziale Arbeit, Sportmedizin, Pharmazie |
| Teilnehmerzahl pro Disziplin | Bis zu zehn Studierende |
| Preisgeld | 2.500 Euro (zweckgebunden) |
Für Studierende in Jena bietet das prämiierte Modul eine Möglichkeit, interprofessionelle Erfahrungen bereits während des Studiums zu sammeln. Für die Region ist es ein Schritt hin zu einer Ausbildung, die stärker auf die komplexen Anforderungen moderner Rehabilitations‑ und Versorgungsstrukturen vorbereitet.
Die Verleihung am 17. November rückt das Projekt in den Fokus der Hochschule und liefert zugleich ein konkretes Beispiel, wie digitale Lehre in der medizinischen und gesundheitlichen Ausbildung sinnvoll gestaltet werden kann.