Das herbstliche Sturmtief hat in der Nacht zu Sonntag und am Morgen in weiten Teilen Thüringens sichtbare Spuren hinterlassen. Nach Angaben der Landeseinsatzzentrale der Polizei wurden über das gesamte Landesgebiet verteilt vereinzelt Bäume entwurzelt oder abgebrochen. In einigen Orten führte das zu Verkehrsstörungen, kurzzeitigen Stromausfällen und zahlreichen Einsätzen von Rettungskräften.
Betroffene Orte und Schäden
Konkrete Störfälle meldeten die Behörden unter anderem aus dem Saale-Holzland-Kreis und dem Landkreis Gotha. In Serba kam es demnach zu einem kurzzeitigen Stromausfall, weil ein Strommast umgestürzt war. Die Polizei teilte mit, dass das Problem rasch behoben worden sei. Größere Schäden an Gebäuden oder Personenschäden wurden bislang nicht gemeldet.
Im Landkreis Gotha rückten Feuerwehr und Polizei mehrfach aus. Dort brachten Regen und starke Böen unter anderem einen Baum auf eine Straße, in Waltershausen kollidierte ein Auto mit dem umgestürzten Baum. In Gotha selbst fiel ebenfalls ein Baum auf ein geparktes Fahrzeug. Außerdem wurden Verkehrsschilder durch Windböen verdreht oder umgestürzt, unter anderem in Gotha und Ohrdruf.
- Serba (Saale-Holzland-Kreis): kurzzeitiger Stromausfall nach umgestürztem Strommast
- Waltershausen: Auto prallt gegen auf die Fahrbahn gestürzten Baum
- Gotha: Baum fällt auf geparktes Auto; Verkehrszeichen beschädigt
- Ohrdruf: umgestürzte oder verdrehte Verkehrsschilder
Windstärken und Messwerte
Der Deutsche Wetterdienst registrierte in der vergangenen Nacht örtlich sehr hohe Windgeschwindigkeiten. Auf der Hochlage der Schmücke im Thüringer Wald wurden Spitzenböen von 101 km/h gemessen – das entspricht schweren Sturmböen der Windstärke 10. In tieferen Lagen erreichte der Wind verbreitet noch rund 80 km/h, etwa in Leinefelde-Worbis im Eichsfeld und am Flughafen Erfurt.
| Ort | Gemessene Windspitze |
|---|---|
| Schmücke (Thüringer Wald) | 101 km/h |
| Leinefelde-Worbis (Eichsfeld) | rund 80 km/h |
| Flughafen Erfurt | rund 80 km/h |
Reaktionen von Polizei und Rettungskräften
Die Landeseinsatzzentrale der Polizei berichtete, dass die Einsätze landesweit verteilt waren, aber bislang keine Unfälle mit Verletzten bekannt geworden seien. Die schnelle Behebung des Stromausfalls in Serba zeige, dass Versorgungsunterbrechungen in einzelnen Fällen kurzfristig behoben werden konnten. Polizei und Feuerwehr mahnen dennoch zur Vorsicht: Besonders in den betroffenen Regionen seien lose Gegenstände zu sichern und Waldgebiete zu meiden, solange die Lage sich nicht beruhigt hat.
Für betroffene Autofahrer gelten die üblichen Verhaltensregeln: Geschwindigkeit den Sicht- und Windverhältnissen anpassen, Abstand halten und besonders vorsichtig an Stellen fahren, an denen Bäume oder Trümmer auf die Fahrbahn gelangen könnten. Bei Behinderungen auf der Straße sollten Einsatzkräfte unverzüglich informiert werden.
Folgen für die Infrastruktur
Obwohl größere, langanhaltende Schäden an der Infrastruktur bislang nicht gemeldet wurden, machten die Vorfälle deutlich, wie schnell starker Wind lokale Stromversorgungen und den Straßenverkehr beeinträchtigen kann. Die kurzzeitigen Stromausfälle sind in der Regel durch schnelle Abschaltungen und Reparaturarbeiten zu beheben; längerfristige Ausfälle wurden nicht bekanntgegeben.
Die Behörden empfehlen, regionale Warnmeldungen und Verkehrsinformationen zu verfolgen. Insbesondere Pendler und Personen, die heute Reisen planen, sollten die Lage prüfen und mehr Zeit für Fahrten einplanen.
Die Wetterlage bleibt im Auge zu behalten: Mit dem Wechsel der Jahreszeiten sind in Thüringen wieder häufiger stürmische Nächte möglich. Die Messwerte der kommenden Stunden und Tage geben Aufschluss darüber, ob weitere Böen und damit verbunden weitere Einsätze zu erwarten sind.
Die Polizei bittet Personen, denen Schäden an Straßen, Leitungen oder anderen öffentlichen Einrichtungen auffallen, diese über die bekannten Notrufnummern oder lokale Polizeidienststellen zu melden, damit Gefahrenstellen schnell gesichert werden können.