Privitelli bleibt bei Rotation
Der FC Thun steht nach den ersten drei Runden der Super League mit Sorgen in der Defensive da: 11 Gegentore sind eine klare Zahl, die Aufmerksamkeit verlangt. Trotzdem kündigt Cheftrainer Gian-Luca Privitelli (48) an, an seiner Wechseltaktik festzuhalten. Alle drei Tage stellt er einen erheblichen Teil der Mannschaft um; teilweise wird «halb» die Startelf gewechselt. Diese Praxis soll die Belastung verteilt halten, führt aber zugleich zu Abstimmungsproblemen in der Hintermannschaft.
Frühe Gegentore und Abstimmungsdefizite
In den drei Saisonspielen lagen die Thuner jeweils schon in der Anfangsphase zurück: In jedem Spiel fiel das erste Tor innerhalb der ersten zehn Minuten. Gegen den FC Basel resultierte so eine weitere Niederlage, obwohl die Mannschaft auf Teilausgleich drängte und in statistisch relevanten Bereichen (Ballbesitz, Passzahlen, Schussversuche) nicht chancenlos war. Privitelli bezeichnete die zweite Halbzeit als «in Ordnung», räumte aber ein, dass der Endstand ein verdienter Sieg für Basel war.
- Problem: Mangelnde Abstimmung in der Defensive durch häufige Rotation.
- Ziel Privitellis: Belastungssteuerung bei hohem Pressing und intensiven Spielstil.
- Konsequenz: Höhere Anfälligkeit in den Anfangsphasen der Partien.
Welche Gründe nennt der Klub?
Der FC Thun verteidigt die Rotation mit Verweis auf das intensive Spielsystem: hoher Pressingdruck, viel Laufintensität und schnelle Umschaltbewegungen. Dieses System sei nicht auf Einzelspieler angewiesen, sondern auf kollektive Leistung. Das erklärt, warum Privitelli trotz der frühen Saisonphase bereits vielfach durchrotiert. Der Klub hebt hervor, dass die Rotation die Mannschaft befähigen soll, das System auch bei dichtem Terminkalender umzusetzen — der Spielplan ist durch europäische Aufgaben und nationale Spiele eng.
«Unser System ist nicht auf einzelne Namen ausgelegt. Wir müssen trotz Rotation fähig sein, unser Spiel auf den Platz zu bringen.»
Dieses Zitat bringt die Perspektive von Seiten des Klubs auf den Punkt und wurde so im Bericht wiedergegeben.
Personal und Beispiele
Gegen Basel standen mit Fabio Fehr, Nicolas Bürgy und Jan Bamert drei Spieler in der Startelf, die bereits im jüngsten Europacupspiel (Hinspiel gegen Vikingur Reykjavik, 3:0) eingesetzt waren. Dennoch reichte die Kontinuität in der Abwehr nicht aus, um die defensive Stabilität über 90 Minuten zu gewährleisten.
| Indikator | Wert |
|---|---|
| Gegentore nach 3 Spielen | 11 |
| Frühe Rückstände | 0:1 jeweils innerhalb der ersten 10 Minuten |
Folgen und Ausblick
Die Strategie hat kurz- und mittelfristige Implikationen: Kurzfristig leidet die defensive Abstimmung, was zu frühen Rückständen und Punktverlusten führen kann. Mittelfristig will der Klub jedoch die körperliche Belastung der Spieler verteilen, um Verletzungen vorzubeugen und die Leistungsfähigkeit in einer Saison mit potenziell vielen Partien zu sichern. Entscheidend wird sein, ob die Mannschaft es schafft, trotz Rotation die notwendige Stabilität vor allem in den ersten Spielminuten zu finden.
Für die Stadt Thun und die Anhänger des Klubs bleibt die Erwartung, dass die Verantwortlichen die Balance zwischen personeller Rotation und Defensivstabilität finden. Die nächsten Partien werden zeigen, ob Privitellis Ansatz Früchte trägt oder ob Anpassungen bei der Personalplanung und Abstimmungsarbeit nötig werden.