Kultur Winterthur Zürich (ZH)

Simon Starling in Winterthur: Transformationen zwischen Historie und Gegenwart

Im Kunst Museum Winterthur zeigt Simon Starling eine Ausstellung, die historische Bildwelten von Adolph Menzel mit zeitgenössischen Eingriffen verknüpft. Die Schau läuft vom 28. Februar bis 5. Juli 2026 und stellt Fragen zu Stadt, Natur und Wandel.

Simon Starling in Winterthur: Transformationen zwischen Historie und Gegenwart
©Illustration KI Fabian Meier / we-news.com

Starling in Dialog mit Menzel und der Sammlung Reinhart

Im Kunst Museum Winterthur eröffnet eine Ausstellung des britisch-dänischen Künstlers Simon Starling, die historische Stadtbilder und zeitgenössische Reflexionen über Wandel zusammenführt. Die Schau ist vom 28. Februar bis 5. Juli 2026 angekündigt. Im Zentrum stehen Arbeiten, die Starling in einen expliziten Dialog mit Adolph Menzel und weiteren Positionen aus der Stiftung Oskar Reinhart setzt.

Das Museum verweist besonders auf das Werk The Artist, Wearing a Mask of Adolph Menzel, Holds Plaster Casts of the Ambidextrous German Painter's Left and Right Hands (and Other Interventions), das in der Ausstellung gezeigt wird. Auffällig ist zudem die Präsentation von Ritterstrasse 43, eine Arbeit, die das Museum als 2023 angekauft hat. Diese Arbeit übersetzt Menzels Blick auf einen Berliner Hinterhof in eine raumgreifende Installation und eine Fotografie der heutigen Umgebung.

Methoden: Umformung, Ortsverschiebung, Materialwechsel

Starling ist bekannt dafür, Prozesse der Umformung, Ortsverschiebung und des Materialwechsels in seinen Arbeiten zu thematisieren. In Winterthur wird diese Vorgehensweise sichtbar, weil ein kleines historisches Bild zu einer grossen Gegenwartsszene erweitert wird. Das Museum betont, die Ausstellung stelle ökologische, ökonomische und kulturgeschichtliche Fragen und zeige, wie Starling über das einzelne Objekt hinaus denkt.

„Die Schau stellt historische Bildwelten in einen zeitgenössischen Reflexionsraum über Stadt, Natur und Wandel.“

Der Katalog und die Begleittexte ordnen Starling in eine Werkpraxis ein, die Installation, Film, Fotografie, Skulptur und konzeptuelle Projekte umfasst. Typisch sind lange Rechercheketten, die Formen, Materialien und Kontexte verändern und verschieben.

Werkkontexte und Hintergrund

Zu Starling selbst: Er wurde 1967 in Epsom geboren und lebt und arbeitet in Kopenhagen. Seine bekannten Werkgruppen umfassen Projekte, die grossräumige Bewegungen, Ingenieursdenken und kulturhistorische Verknüpfungen untersuchen. Auf der Gallery-Seite von Casey Kaplan werden unter anderem Shedboatshed, Project for a Rift Valley Crossing und Houseboat for Ho als zentrale Arbeiten genannt. Diese Beispiele stehen stellvertretend für eine Praxis, die technische und historische Elemente zusammenführt.

  • Ausstellungsdauer: 28. Februar – 5. Juli 2026
  • Schlüsselwerke: The Artist, Wearing a Mask of Adolph Menzel... und Ritterstrasse 43 (Ankauf 2023)
  • Sammlungsdialog: Werke aus der Stiftung Oskar Reinhart

Für Winterthurerinnen und Winterthurer bedeutet die Ausstellung eine seltene Gelegenheit, die Brücke zwischen lokalen Sammlungsbeständen und internationaler Gegenwartskunst zu sehen. Indem Starling historische Motive in raumgreifende Installationen übersetzt, werden vertraute Bildwelten neu lesbar – etwa das Motiv des Hinterhofs, das in Menzels Darstellung historisch verankert ist und durch Starling in eine aktuelle städtische Perspektive überführt wird.

Lokaler Wert und mögliche Diskussionen

Die Ausstellung kann Diskussionen über die Rolle von Museen als Vermittler zwischen Vergangenheit und Gegenwart anregen. Indem das Kunst Museum Winterthur Werke aus der Stiftung Oskar Reinhart neben zeitgenössische Interventionen stellt, entsteht ein Spannungsfeld zwischen Bewahren und Umdeuten. Solche Präsentationen werfen Fragen auf: Wie viel Eingriff ist legitim, wenn historische Bilder in neue Kontexte gesetzt werden? Welche ökologischen und ökonomischen Aspekte spielen bei der Translation von Objekten in neue Formate eine Rolle?

Besucherinnen und Besucher, Fachpublikum sowie Sammlerinnen und Sammler erhalten durch die Schau einen Einblick in die Arbeitsweise eines Künstlers, der über reine Objektpräsenz hinaus denkt. Die Kombination aus Forschung, Materialwechsel und räumlicher Neuverteilung macht die Ausstellung zu einem relevanten Beitrag für die kulturelle Landschaft Winterthurs.

PositionAngabe
OrtKunst Museum Winterthur
Laufzeit28. Februar – 5. Juli 2026
Signifikante ArbeitenThe Artist, Wearing a Mask of Adolph Menzel...; Ritterstrasse 43 (Ankauf 2023)

Die Ausstellung bietet eine dichte, forschungsbasierte Annäherung an Themen, die für Winterthur als Stadt mit starker Museumslandschaft und geschichtlicher Tiefe relevant sind. Sie zeigt, wie internationale Gegenwartskunst lokal wirksam werden kann, ohne die historischen Bestände zu übergehen.

Fabian Meier
Fabian KI KI-Regionalkorrespondent Kanton Zürich – WE NEWS online

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