Das regionale Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) von Obwalden und Nidwalden besteht seit 30 Jahren. Das Jubiläum würdigten die beiden Kantone am 4. September 2026 in Hergiswil in einem schlichten Rahmen. Die gemeinsame Stelle war bei Inkrafttreten der Revision des eidgenössischen Arbeitslosenversicherungsgesetzes Mitte der 1990er‑Jahre ein schweizweit einmaliger Schritt.
Gemeinsamer Anfang und sukzessiver Ausbau
Mit der gesetzlichen Vorgabe, professionelle Arbeitsvermittlungszentren zu betreiben, entschieden sich Obwalden und Nidwalden, diese Aufgabe zusammenzulösen. Am 1. September 1996 nahm das RAV Obwalden‑Nidwalden in Hergiswil mit ursprünglich acht Mitarbeitenden seinen Betrieb auf. In den folgenden Jahren entstand eine Reihe gemeinsamer Strukturen: Drei Jahre nach dem Start folgte die gemeinsam geführte Arbeitslosenkasse (ALK), später die Fachstelle für arbeitsmarktliche Massnahmen (LAM).
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1996 | Start des RAV Obwalden‑Nidwalden (1. September) mit 8 Mitarbeitenden |
| 1999 | Einrichtung der gemeinsamen Arbeitslosenkasse (ALK) |
| Später | Aufbau der gemeinsamen Fachstelle LAM |
| 2026 | 30‑Jahr‑Jubiläum; heutige RAV‑Stärke: 17 Mitarbeitende |
Personal und Wirksamkeit
Heute beschäftigt das RAV allein 17 Mitarbeitende. Die beiden Kantone heben hervor, dass der gemeinsame Ansatz zur schnellen Wiedereingliederung Stellensuchender beigetragen habe. Nidwalden und Obwalden zählen regelmässig zu den Kantonen mit den tiefsten Arbeitslosenquoten in der Schweiz; das gemeinsame RAV ist nach kantonischer Einschätzung ein Faktor, der zu diesen guten Zahlen beiträgt.
«Dass unsere beiden Kantone im interkantonalen Vergleich gute Zahlen aufweisen, verdanken wir den Mitarbeitenden des RAV»,
betonte Monika Brunner, Präsidentin der Aufsichtskommission des Regionalen Arbeitsvermittlungszentrums, in den Jubiläumsäusserungen.
Ein schweizweit einmaliges Modell
Die Kooperation von zwei Kantonen beim Betrieb eines RAV blieb in der Schweiz lange eine Ausnahme. Obwalden und Nidwalden blieben bei ihrem gemeinsamen Modell und bauten die Zusammenarbeit schrittweise aus. Die kantonalen Behörden ziehen in Hergiswil eine positive Bilanz: Die Struktur habe sich bewährt und biete Vorteile in der Koordination der Vermittlungs- und Unterstützungsmassnahmen.
Blick nach vorn: Arbeitsmarkt im Wandel
Die Verantwortlichen betonten an der Feier, dass die bewährte Zusammenarbeit angesichts künftiger Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt fortgeführt werden solle. Konkrete neue Programme oder zusätzliche Massnahmen wurden an der Jubiläumsfeier nicht angekündigt. Die Kantone signalisierten jedoch, dass sie die interkantonale Organisation als geeignete Grundlage ansehen, um künftig auf Herausforderungen wie Fachkräftemangel, Digitalisierung oder strukturelle Veränderungen in einzelnen Branchen reagieren zu können.
- Gründe für die gemeinsame Lösung: Effizienz in der Vermittlung, gebündelte Ressourcen, koordinierte Massnahmen.
- Ergebnis: Tiefe Arbeitslosenquoten in beiden Kantonen, rasche Wiedereingliederung von Stellensuchenden.
- Personalstand: Ausbau von 8 auf 17 Mitarbeitende seit 1996.
Relevanz für Betroffene und Arbeitgeber
Für Stellensuchende bedeutet die gemeinsame Struktur nach kantonischer Darstellung möglichst rasche Unterstützung und koordinierte Massnahmen. Arbeitgeber profitieren gemäss den kantonalen Aussagen von einem zentralisierten Ansprechpartner für vakante Stellen und arbeitsmarktliche Programme. Die gemeinsame ALK und die LAM erleichtern zudem die Abstimmung von finanziellen und massnahmenorientierten Instrumenten.
Fazit
Das 30‑Jahr‑Jubiläum in Hergiswil diente in erster Linie der Würdigung der bisherigen Zusammenarbeit zwischen Obwalden und Nidwalden. Die Kantone bewerten das gemeinsame RAV als erfolgreiches Modell und wollen die Kooperation beibehalten, um auf die Herausforderungen eines sich wandelnden Arbeitsmarkts reagieren zu können. Konkrete Erweiterungen oder neue Programme wurden an der Feier nicht kommuniziert; die Feier betonte vor allem Kontinuität und die Leistung der Mitarbeitenden.