Das kantonale Elektrizitätswerk Nidwalden (EWN) hat in dieser Woche mit den Bauarbeiten für einen Grossbatteriespeicher beim Unterwerk Fadenbrücke in Buochs begonnen. Die Anlage, ein sogenanntes Battery Energy Storage System (BESS), soll laut EWN künftig überschüssige Energie zwischenspeichern und damit die Stabilität des regionalen Stromnetzes verbessern.
Technische Eckdaten und Zeitplan
Nach Angaben des Elektrizitätswerks verfügt die neue Anlage über eine Speicherkapazität von 25 Megawattstunden (MWh) und eine Lade-/Entladeleistung von bis zu 12,5 Megawatt (MW). EWN rechnet damit, dass der Speicher in der Lage sein wird, für rund zwei Stunden die Stromversorgung von etwa 22'000 Haushalten abzudecken.
| Kenngrösse | Wert |
|---|---|
| Speicherkapazität | 25 MWh |
| Leistung (Laden/Entladen) | 12,5 MW |
| Deckung Haushalte (geschätzt) | 22'000 Haushalte für 2 Stunden |
| Investition | rund CHF 10 Millionen |
| Bauzeit | Bauarbeiten bis Ende März 2027; Installation und Tests anschliessend; Betriebsstart Ende 2027 |
Warum ein Batteriespeicher?
Laut EWN ist der Anlass für das Projekt der starke Ausbau der Solarenergie im Kanton und in der Region. Solarproduktion unterliegt tages- und wetterabhängigen Schwankungen, die das Netz stärker belasten und die bisherige Rolle der Wasserkraft an ihre Grenzen bringt. Ein Batteriespeicher kann Leistung punktuell aufnehmen oder liefern und so Lastspitzen oder Leistungsschwankungen abfedern.
«Mit der Zunahme der Solarproduktion entstehen starke, schlecht planbare Schwankungen im Netz, die ausgeglichen werden müssen. Mit der Wasserkraft stosst man dabei immer häufiger an Grenzen. Der Batteriespeicher schafft Abhilfe», sagte Roman Schilter, Leiter Produktion und Mitglied der Geschäftsleitung des EWN, in der Mitteilung.
Finanzierung und Umfang
Das EWN investiert gemäss Communiqué rund CHF 10 Millionen in den Grossbatteriespeicher. Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich bis Ende März 2027 dauern; danach folgen die Installation der technischen Komponenten sowie Testphasen. Der planmässige Betriebsbeginn ist für Ende 2027 vorgesehen.
- Projektträger: Elektrizitätswerk Nidwalden (EWN)
- Standort: Unterwerk Fadenbrücke, Buochs
- Geplanter Betriebsstart: Ende 2027
Auswirkungen für Energieversorgung und Netzbetrieb
Ein lokal stationierter Batteriespeicher kann mehrere Funktionen erfüllen: Kurzfristiges Bereitstellen von Leistung bei Lastspitzen, Aufnahme von überschüssiger Produktion und Bereitstellung von Regelenergie zur Netzstabilisierung. Das reduziert die Notwendigkeit teurer Redispatch-Massnahmen oder externer Regelenergielieferungen und kann damit die Betriebskosten des Verteilnetzes nachhaltig senken.
Für die Endkundinnen und Endkunden bedeutet dies vor allem eine robustere Versorgungssituation, besonders in Zeiten starker Solarproduktion oder bei wetterbedingten Schwankungen. Für das EWN ist der Schritt Teil einer Strategie, die erneuerbare Einspeisungen effizienter zu integrieren und lokale Versorgungssicherheit zu erhöhen.
Kontext: Energiesystem in der Zentralschweiz
Der Ausbau dezentraler Solar- und anderer erneuerbarer Anlagen stellt viele Verteilnetzbetreiber vor neue Herausforderungen. Während Grosskraftwerke oder Speicherkraftwerke zentral Energie bereitstellen, sorgt die Zunahme dezentraler Produktion für volatile Einspeisungen näher beim Verbrauch. Lokale Batteriespeicher sind eine der technischen Antworten, um solche Schwankungen zu glätten und die Netzfrequenz sowie Spannung zu stabilisieren.
Das Projekt in Buochs reiht sich in eine Reihe ähnlicher Vorhaben in der Schweiz ein, bei denen Verteilnetzbetreiber in Batteriesysteme investieren, um die Energiewende auf lokaler Ebene zu ermöglichen.
Ausblick
Nach Abschluss der Bauarbeiten und technischen Inbetriebnahme wird sich zeigen, wie stark der Speicher zur täglichen Netzstabilisierung beitragen kann. Entscheidend werden Betriebskonzepte, Integration in das Netzleitstellen-Management und die Abstimmung mit bestehenden Erzeugern, insbesondere der Wasserkraft, sein. Das EWN wird während der Testphase die Leistungsfähigkeit evaluieren und den Betrieb entsprechend anpassen.
Für die Bewohnerinnen und Bewohner von Buochs und dem Kanton Nidwalden bedeutet das Projekt einen konkreten Schritt Richtung resilientere, erneuerbare Energieversorgung.