Am Montag beginnt in Basel‑Stadt das neue Schuljahr. Laut kantonalen Angaben werden rund 28'500 Kinder und Jugendliche den Schulbetrieb aufnehmen, darunter 1'715 Erstklässler, die erstmals mit dem Schulthek den Weg in die Primarschule antreten. Damit steigt die Zahl der jüngsten Verkehrsteilnehmenden in den kommenden Tagen und Wochen deutlich an.
Präsenz der Polizei und Appell an motorisierte Verkehrsteilnehmer
Die Kantonspolizei wird während der ersten Schulwochen verstärkt auf Kindergarten‑ und Schulwegen präsent sein. Ziel ist, mit sichtbarer Präsenz Unfälle zu verhindern und das sichere Überqueren von Strassen zu unterstützen. Behörden und Verkehrssicherheitsorganisationen erinnern zugleich an allgemeine Vorsichtsmassnahmen für Motorfahrerinnen und Motorfahrer, Velofahrende und Fussgängerinnen und Fussgänger.
«Luege – Brämse – Halte»
Der landesweite Merkspruch der Schulwegkampagne fasst die Verhaltensregeln knapp zusammen: Kurz hinschauen, bei Bedarf bremsbereit sein und anhalten, wenn Kinder die Strasse überqueren. Die Kampagne läuft in mehreren Kantonen zeitgleich, weil in elf Kantonen der Unterricht am gleichen Tag beginnt.
Regionale Zahlen und Bedeutung für Basel
Basel‑Stadt gehört zu den Kantonen, die den Schulbetrieb bereits am 10. August aufnehmen. Die 28'500 Schülerinnen und Schüler im Kanton sind Teil einer grösseren Bewegung: Insgesamt starten in elf Kantonen der Deutschschweiz die Volksschulen am selben Tag. Die Präsenz vieler Erstklässler auf dem Trottoir und an Strassenrandbereichen erhöht das Risiko für Konflikte im Strassenverkehr, insbesondere während der Bring‑ und Holzeiten.
| Kanton | Beginn | Besonderheit |
|---|---|---|
| Basel‑Stadt | 10. August | ~28'500 Schülerinnen und Schüler; 1'715 Erstklässler |
| Bern (deutschsprachiger Teil) | 10. August | ~10'250 Neuankommende in deutschsprachigem Teil |
| Weitere Kantone | 10. August | Insgesamt starten Volksschulen in 11 Kantonen |
Die Daten stammen aus der Ferienaufstellung der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren und aus kantonalen Mitteilungen. In Basel‑Stadt stehen die Startzahlen sinnbildlich für dichte Verkehrssituationen in der Nähe von Schulhäusern und Kindergärten.
Konkrete Verhaltenshinweise für Verkehrsteilnehmende
Um die Gefährdungslage zu reduzieren, geben Polizei und Kampagnen praktische Empfehlungen, die insbesondere in den ersten Wochen beherzigt werden sollten:
- Tempo reduzieren in Schulzonen und bei Schulhäusern;
- Vorsichtig an Bushaltestellen und Schulwegnetzen anfahren — Kinder sind oft unvorhersehbar;
- Velowege und Trottoirs nicht blockieren, damit Kinder freie Sicht und Bewegungsraum haben;
- Eltern, die ihre Kinder begleiten, sollen sichtbare Kleidung wählen und Verkehrssituationen vorgängig erklären.
Besonders wichtig ist das Verhalten der Lenkerinnen und Lenker in unmittelbarer Siedlungsnähe: Kurzfristiges Halten auf dem Trottoir oder im Fussgängerbereich schafft gefährliche Situationen und nimmt Kindern die Chance, die Strasse sicher zu überqueren.
Warum die ersten Wochen kritisch sind
Der Schulanfang bringt eine Konzentration ungeübter, junger Verkehrsteilnehmender in zeitlich eng begrenzten Perioden des Morgens und Nachmittags mit sich. Kinder orientieren sich nicht primär am Verkehr, sondern an Bezugspersonen und Freundinnen und Freunden. Dies reduziert ihre Reaktionsfähigkeit gegenüber plötzlich auftauchenden Fahrzeugen oder Velos. Verstärkte Polizeipräsenz wirkt präventiv, ersetzt aber nicht das vorsichtige Verhalten aller Verkehrsteilnehmenden.
Eltern und Betreuende sind zudem aufgefordert, Schulwege gemeinsam mit den Kindern zu üben und sichere Routen zu planen. Die kantonalen Stellen empfehlen, Schulwege zu Fuss oder mit dem Velo zu wählen, wo dies möglich ist, und auf kürzere Autofahrten vor Schulhäusern zu verzichten, um die Verkehrslage zu entspannen.
Mit einer Kombination aus Aufmerksamkeit, Langsamkeit und Rücksichtnahme lässt sich das Risiko für Unfälle in den kommenden Wochen merklich senken. Die Botschaft der Kampagne bleibt klar: Ein paar Sekunden mehr Vorsicht können entscheidend sein — gerade wenn viele junge Menschen wieder auf den Strassen sind.