Nach einer Unterbrechung von vier Jahren findet das Respect Camp erstmals seit 2022 wieder in Gossau statt. Am 10. und 11. September 2026 werden auf der Bundwiese rund 500 Schülerinnen und Schüler erwartet. Organisiert wird das Präventionsprojekt von der Jugendarbeit und der Fachstelle Integration der Stadt Gossau in Zusammenarbeit mit der kirchlichen Jugendarbeit der katholischen und der evangelisch-reformierten Kirche sowie weiteren Partnerorganisationen.
Ziel und Aufbau des Camps
Das Respect Camp richtet sich an Jugendliche ab der 6. Klasse. Im Zentrum steht die Sensibilisierung für ein respektvolles Miteinander, Gewaltfreiheit und Toleranz. Die Teilnehmenden sollen ermutigt werden, Verantwortung für ein friedliches Zusammenleben zu übernehmen. Die Bundwiese wird in mehrere Themenzelte unterteilt, in denen die Jugendlichen in einer offenen und ungezwungenen Atmosphäre aktuelle gesellschaftliche Fragen bearbeiten.
Als Herzstück dienen interaktive Trainingspoints, in denen Inhalte spielerisch, kreativ und praxisnah vermittelt werden. Dadurch sollen die Lerninhalte nah an den Lebensrealitäten der Jugendlichen bleiben und zur aktiven Auseinandersetzung anregen.
Inhalte und Schwerpunkte
Die Themen des Camps decken ein weites Feld ab und sollen verschiedene Facetten des Zusammenlebens ansprechen. Zu den zentralen Themen gehören unter anderem:
- Zufriedenheit: Reflexion über Bedürfnisse und persönliches Wohlbefinden.
- LGBTIQA+: Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen, Vorurteilen und sexueller Vielfalt.
- Kommunikation: Wahrnehmung von Gefühlen und Bedürfnissen sowie deren konstruktive Äusserung.
- Frieden stiften: Deeskalation, Mediation und konstruktiver Umgang mit Konflikten.
- Interreligiöser Frieden: Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Weltreligionen entdecken.
- #bischdäbi: Sensibilisierung für Armut und soziale Ungleichheit.
Die Veranstalterinnen und Veranstalter betonen, dass die Angebote stark an den Lebenswelten der Jugendlichen orientiert sind und eigene Erfahrungen, Fragen und Meinungen in den Mittelpunkt stellen.
«Das Respect Camp schafft Raum für Begegnungen, Gespräche und neue Perspektiven», heisst es in der Projektbeschreibung.
Konsequenzen für die lokale Jugendarbeit
Für die Jugendarbeit in Gossau bedeutet die Wiederaufnahme des Camps eine Chance, Präventionsarbeit intensiv sichtbar zu machen und Synergien zwischen verschiedenen Trägern zu stärken. Die Zusammenarbeit von Stadt, Fachstelle Integration und den Kirchen zeigt, dass in der Region auf Kooperation gesetzt wird, um Jugendliche in wichtigen sozialen Kompetenzen zu fördern.
Für Schulen und Freizeitorganisationen bietet das Projekt einen niederschwelligen Zugang, um kontroverse Themen anzusprechen, ohne den Unterrichtsalltag zu überfrachten. Die praktische Ausrichtung der Trainingspoints kann dazu führen, dass Vorstellungen von Toleranz und Konfliktlösung konkreter und alltagsnäher werden.
Organisation und Teilnehmende
Die Durchführung auf der Bundwiese erfordert eine logistische Koordination zwischen Veranstaltern, Schulen und freiwilligen Helferinnen und Helfern. Grosszügige Aussenräume erlauben es, mehrere Zelte mit unterschiedlichen Schwerpunkten parallel zu betreiben. Erwartet werden rund 500 Jugendliche aus Gossau und Umgebung; die Teilnahme steht den Jahrgangsstufen ab der 6. Klasse offen.
| Datum | Ort | Teilnehmende |
|---|---|---|
| 10.–11. September 2026 | Bundwiese, Gossau | Rund 500 Jugendliche (ab 6. Klasse) |
Die Stadt Gossau und die beteiligten Organisationen sehen im Respect Camp ein nachhaltig wirkendes Angebot, das jugendliche Perspektiven stärkt und das lokale Miteinander fördern soll. Ob das Projekt in den folgenden Jahren erneut durchgeführt wird, hängt unter anderem von der Resonanz an diesen beiden Tagen und der weiteren Unterstützung durch lokale Partner ab.