Das neue Bundesasylzentrum (BAZ) in Altstätten wird im September erstmals Gäste aufnehmen. An der Einweihung am 15. August zeigten Bund, Kanton und Stadt die neue Anlage und betonten gleichzeitig, dass noch Fragen bestehen, vor allem im Bereich Sicherheit und politischer Zuständigkeit.
Kapazität und Aufbau des Zentrums
Das BAZ an der Luchsstrasse bietet laut Angaben Platz für bis zu 390 Asylbewerbende. Die Anlage unterscheidet klar zwischen Wohn- und Arbeitsbereichen; ein offener, zentraler Bereich trennt diese Zonen, um Begegnungen gezielt steuern zu kf6nnen. Die Zahl der vorgesehenen Mitarbeitenden wurde gegenüber ersten Angaben nach oben korrigiert: Statt 220 sollen bis zu 260 Personen im Zentrum arbeiten.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Kapazite4t | 390 Personen |
| Besche4ftigte (max.) | 260 Personen |
| Inbetriebnahme | September (erster Betrieb) |
Einweihung mit Bundesrat und kantonalen Vertretern
An der offiziellen Erf6ffnung nahmen unter anderen Bundesrat Beat Jans (SP), Regierungsrat Christof Hartmann (SVP) als Vorsteher des Sicherheits- und Justizdepartements des Kantons St. Gallen sowie Stadtpre4sident und Kantonsrat Ruedi Mattle (GLP) teil. Die Pre4senz der politischen Spitze verdeutlichte, dass es sich bei der Inbetriebnahme nicht nur um einen baulichen, sondern auch um einen politisch aufgeladenen Akt handelt.
«Es freut mich sehr, das BAZ zu erf6ffnen. Doch warum bauen wir ein solches Gebe4ude, um Menschen zu schfctzen, die wir gar nicht kennen?
Die Antwort ist: Menschenwfcrde. Wir schfctzen sie, weil jeder Mensch von Geburt an Menschenwfcrde besitzt. Diese kann kein Diktator dieser Welt jemals absprechen.»
Mit diesem Statement stellte Bundesrat Beat Jans das Recht auf Asyl und die Menschenwfcrde in den Vordergrund. Er lobte das schweizerische Asylsystem und betonte Verbesserungsbedarf, ohne konkrete Reformschritte an der Veranstaltung zu nennen.
Sicherheitsfragen und Zuste4ndigkeiten
Regierungsrat Christof Hartmann sprach die politische Dimension an und forderte eine klare Rollenverteilung zwischen Bund und Kanton. Die Erf6ffnung eines solchen Zentrums betreffe nicht nur die operative Inbetriebnahme, sondern wecke auch Erwartungen, was die Verantwortung ffcr Sicherheit und die Zusammenarbeit zwischen den Ebenen angeht. Konkrete Able4ufe zur Sicherheitsorganisation nannte Hartmann nicht im Detail.
- Klare Trennung von Wohn- und Arbeitsbereichen soll Kontakte steuern.
- Bis zu 260 Mitarbeitende sind geplant, was umfangreiche Betreuungs- und Sicherheitsstrukturen erfordert.
- Die politischen Debatten betreffen vor allem Zuste4ndigkeit und langfristige Asylpolitik.
Bedeutung ffcr Altste4tten und die Region
Die Erf6ffnung des BAZ bringt ffcr Altste4tten direkte Auswirkungen: Es entstehen Arbeitsple4tze ffcr das Personal vor Ort, und die Gemeinde wird Gastgeber ffcr mehrere hundert Menschen. Dass bei der Bevf6lkerung ein Rundgang angeboten wurde, deutet auf den Wunsch hin, Transparenz zu schaffen und lokale Bedenken ernst zu nehmen.
Die Anlage ist Teil einer nationalen Strategie, die Kapazite4ten ffcr Asylsuchende zu zentralisieren. Wie sich das Zentrum auf die lokale Infrastruktur, Sozialdienste und Sicherheitsbehf6rden auswirkt, wird sich mit der Aufnahme des Betriebs im September zeigen.
Ausblick
Mit der Inbetriebnahme des BAZ startet eine Phase, in der Praxis und Politik aufeinanderprallen kf6nnen: Die operative Arbeit vor Ort muss reibungslos funktionieren, gleichzeitig bleiben grundse4tzliche Fragen zur Asylpolitik und Zuste4ndigkeit auf allen Ebenen offen. Beobachter und Anwohner werden die ne4chsten Wochen und Monate genau verfolgen, wie sich Sicherheit, Betreuung und Integration in der neuen Anlage entwickeln.
Das BAZ in Altste4tten ist damit ein konkreter Ort, an dem bundespolitische Grundsatzfragen auf kommunale Realite4ten treffen.