Das österreichische Logistikunternehmen Gebrüder Weiss stellt die Dachterrasse seines neuen Logistik- und IT-Centers in Wolfurt als praktischen Lernort für Schülerinnen und Schüler der HTL Dornbirn zur Verfügung. Im Mittelpunkt steht ein mehrjähriges Projekt mit dem Titel „Chili-Chain“, das junge Leute in Projektmanagement, landwirtschaftliche Praxis und betriebliche Wertschöpfung einführt.
Schülerinnen und Schüler übernehmen Betreuung
Insgesamt betreuen laut Projektbericht 57 Schülerinnen und Schüler aus dem Ausbildungszweig «Futuretec Management» rund 50 Hochbeete auf der Dachfläche. Die Anlage wurde bereits im Frühjahr aufgebaut und mit verschiedenen Nutzpflanzen bestückt. Die Jugendlichen verantworten die laufende Pflege, zusätzlich wurde eine automatische Bewässerungsanlage installiert.
Die praktische Umsetzung begann gemäss Angaben bereits im vorangegangenen Schuljahr. Vier Lehrpersonen begleiten das Vorhaben fachlich. Ziel ist es, Lerninhalte wie Planung, Produktion, Ernte und Weiterverarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten in einem realen Praxisrahmen zu vermitteln.
Kooperation mit Biobetrieb ergänzt Wissen
Partner des Projekts ist der Bio-Landwirtschaftsbetrieb Vetterhof aus Lustenau. Der Betrieb brachte fachliche Expertise ein und führte Workshops zur nachhaltigen Landwirtschaft für die Jugendlichen durch. Die Kooperation zwischen Gebrüder Weiss und der HTL Dornbirn existiert bereits seit mehreren Jahren; durch die neuen Gebäudeflächen ergab sich erstmals die Möglichkeit, das Projekt direkt auf dem Firmengelände umzusetzen.
- Organisatorischer Rahmen: Ausbildungszweig «Futuretec Management», betreut von vier Lehrpersonen.
- Infrastruktur: rund 50 Hochbeete, automatische Bewässerung, Dachfläche des Logistik- und IT-Centers.
- Partner: Bio-Betrieb Vetterhof (Fachwissen zur nachhaltigen Landwirtschaft).
Pflanzen, Imkerei und Wertschöpfung
Auf den Hochbeeten gedeihen unter anderem Chilis, Kürbisse, Wassermelonen und verschiedene Kräuter. Ergänzend werden drei Bienenvölker gehalten, wodurch sich das Projekt auch mit Aspekten der Bestäubung und Insektenökologie beschäftigt. Ein praktischer Schwerpunkt besteht darin, die Schritte von der Planung bis zur Weiterverarbeitung der Ernte als Teil einer Wertschöpfungskette zu verankern.
| Bestandteile | Bemerkung |
|---|---|
| Rund 50 Hochbeete | Verschiedene Gemüsesorten und Kräuter |
| 3 Bienenvölker | Einbindung in Bestäubungs- und Ökologie-Themen |
| Automatische Bewässerung | Technische Unterstützung für die Pflege |
Die Projektverantwortlichen sehen in der Anlage nicht nur einen Lernort für landwirtschaftliche Kenntnisse, sondern auch eine Möglichkeit, unternehmerische Fähigkeiten zu vermitteln. Jugendliche sollen lernen, wie Planung, Produktion und Verarbeitung in einer kontrollierten Umgebung zusammenlaufen und welche Fragen der Logistik und Vermarktung dabei auftreten.
Ausblick und mögliche Auswirkungen
Das Vorhaben setzt mehrere Trends zusammen: die Nutzung betrieblicher Flächen für Bildungs- und Umweltzwecke, die Förderung von urbanen bzw. betrieblichen Agrarflächen und die Zusammenarbeit zwischen Bildungsinstitutionen und regionalen Agrarbetrieben. Solche Projekte können Impulse für Nachhaltigkeitsbildung liefern und zeigen, wie Unternehmen Flächen für gemeinnützige und pädagogische Nutzungen öffnen.
Für die HTL-Schülerinnen und -Schüler bedeutet dies konkretes, praxisnahes Lernen ausserhalb traditioneller Klassenzimmer. Für das Unternehmen bietet die Kooperation die Möglichkeit, Mitarbeitende und Öffentlichkeit über nachhaltige Praktiken zu informieren und lokale Partnerschaften zu stärken. Für die Region bringt das Projekt Wissenstransfer in nachhaltiger Landwirtschaft und mögliche Vorbilder für ähnliche Initiativen.
Die Dokumentation des Projekts betont, dass Planung und Umsetzung bereits im Vorjahr begannen und das Vorhaben mehrjährig angelegt ist. Weitere Angaben zu Ertragsmengen, Verwertungswegen der Ernte oder langfristigen Messgrössen zur Nachhaltigkeit machte der Bericht nicht.