Wiederholung der Wahl nach Bundesgerichtsentscheid
In Grenchen kommt es bei der Wiederholung der Wahl für das Stadtpräsidium zu einem direkten Duell zwischen Susanne Sahli (FDP) und dem parteilosen Unternehmer Elias Vogt. Die Anmeldung für den ersten Wahlgang, angesetzt auf den 27. September 2026, ist am Montag um 17 Uhr abgeschlossen worden; laut Mitteilung der Stadtkanzlei gingen keine weiteren Kandidaturen ein.
«Es bleibt beim Duell zwischen Susanne Sahli und Elias Vogt»
Hintergrund der Wiederholung ist ein Urteil des Bundesgerichts vom 17. Juni, das die Wahl von Sahli für ungültig erklärte und sie damit per sofort des Amtes enthob. Das Lausanner Gericht hatte schwere Fehler bei der Stimmenauszählung festgestellt. Sahli hatte sich im zweiten Wahlgang Ende September 2025 knapp gegen Patrick Crausaz durchgesetzt; der Unterschied betrug nach bisherigen Angaben nur 25 Stimmen.
Die Kandidierenden im Kurzporträt
- Susanne Sahli (FDP): Bis zu ihrer Absetzung durch das Bundesgericht Stadtpräsidentin von Grenchen; gewann die Entscheidung 2025 zuvor knapp. Sie kündigte vor rund einer Woche ihre erneute Kandidatur an.
- Elias Vogt (parteilos): 30-jähriger Unternehmer und Hotelier, der mit seiner Beschwerde die Wahlwiederholung erzielte. Er führt nach eigenen Angaben mehrere Unternehmen mit zusammen rund 30 Mitarbeitenden und ist als Präsident einer nationalen Organisation bekannt, die sich gegen Windparks engagiert.
Ebenfalls relevant für das Rennen: Der amtierende Vize-Stadtpräsident Patrick Crausaz (GLP) hatte vergangene Woche erklärt, nicht erneut für das Stadtpräsidium anzutreten. Crausaz war im Herbst 2025 im zweiten Wahlgang Sahli knapp unterlegen und anschliessend als Vizepräsident gewählt worden.
Vogts politischer Hintergrund und lokale Bedeutung
Elias Vogt ist in Grenchen nicht unumstritten und hat sich in der Region eine Anhängerschaft aufgebaut, deren Ausmass zwar nicht exakt bekannt, aber nicht unbedeutend ist. Kantonweit erlangte er Aufmerksamkeit durch sein Engagement gegen das kantonale Energiegesetz gemeinsam mit der SVP. Zudem führt Vogt das bekannte Hotel Chasseral und war bereits 2021 als Gemeinderatskandidat aktiv — damals noch unter dem Namen Elias Meier — und erzielte 537 Stimmen.
Vogt hatte zudem zeitweise Einsitz in der Bau-, Planungs- und Umweltkommission; der Gemeinderat wählte ihn im vergangenen Jahr jedoch aus diesem Amt ab. Sein Engagement auf kantonaler Ebene und seine Rolle in nationalen Organisationen könnten das lokale Wahlbild beeinflussen und die Debatte um Energie- und Raumplanungsthemen in Grenchen neu entfachen.
Termine und mögliche Folgen
Der erste Wahlgang findet am 27. September statt; eine allfällige Stichwahl ist auf den 29. November 2026 terminiert. Die Wiederholung der Wahl setzt den lokalen Wahlkampf in Grenchen neu auf: Die Kandidierenden werden in den kommenden Wochen versuchen, mobilisierend zu wirken und unentschiedene Stimmbürgerinnen und Stimmbürger zu überzeugen.
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 17. Juni 2026 | Bundesgericht erklärt Wahl von 2025 für ungültig |
| 27. September 2026 | Erster Wahlgang Stadtpräsidium Grenchen |
| 29. November 2026 | Allfällige Stichwahl |
Für Grenchen sind die Wahlen mehr als eine Personalentscheidung: Sie betreffen die Führung der Stadtverwaltung und die Haltung in zentralen lokalpolitischen Fragen wie Raumplanung, Energiepolitik und kommunale Führung. Die Tatsache, dass die Wiederholung durch eine Beschwerde ausgelöst wurde, hat zudem das Vertrauen in den Wahlprozess thematisiert und rückt Fragen nach Abläufen und Transparenz in den Vordergrund.
In den kommenden Wochen werden beide Kandidierenden ihren Wahlkampf intensivieren. Die Stadtbevölkerung kann sich bereits jetzt auf eine klar konturierte Ausgangslage einstellen: ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der ehemaligen und der durch eine Beschwerde erfolgreichen Herausforderin, das die politische Landschaft in Grenchen erneut aufwühlen dürfte.