Die Stadt Grenchen führt das elektronische Baubewilligungsverfahren eBauSO ein. Ab dem 1. September 2026 werden Baugesuche in der Stadt ausschliesslich digital über das kantonale Portal eBauSO eingereicht, das in den Online-Schalter my.so.ch integriert ist. Die Stadtverwaltung bezeichnet die Umstellung als Modernisierungsschritt, der den Zugang für Bauherrschaften und Planende vereinfachen soll.
Erprobtes System nach Pilotphase
Laut Mitteilung der Stadt basiert die Einführung auf einer erfolgreichen Pilotphase, die seit November 2024 in mehreren Gemeinden des Kantons Solothurn gelaufen sei. Die dabei gewonnenen Erfahrungen seien in die Weiterentwicklung von eBauSO eingeflossen und bildeten die Grundlage für die kantonsweite Einführung. Das Portal ist bereits in weiteren Schweizer Kantonen im Einsatz.
Die Stadt hebt vor allem folgende Vorteile hervor:
- Online-Erfassung und digitale Einreichung von Baugesuchen
- Strukturierte Eingabemasken mit integrierter Online-Hilfe
- jederzeitige digitale Nachverfolgbarkeit des Verfahrensstatus von der Einreichung bis zur Schlussabnahme
- Online-Einsicht in Baupläne
Was sich konkret ändert
Ab dem Stichtag werden Eingaben, die nicht über eBauSO erfolgen, von der Stadtverwaltung nicht mehr entgegengenommen. Die Nutzung erfolgt direkt über den Webbrowser; es ist keine separate Applikation nötig. Alle Informationen zur Bedienung und Anleitungen zur Einreichung stellt die Stadt Grenchen unter der Rubrik «Dienstleistungen» auf ihrer Webseite zur Verfügung.
| Aspekt | Status vor 1.9.2026 | Status ab 1.9.2026 |
|---|---|---|
| Einreichung von Baugesuchen | papierbasiert oder elektronisch möglich | ausschliesslich über eBauSO (my.so.ch) |
| Nachverfolgung des Verfahrens | telefonisch / persönlich | digital über das Portal |
| Einsprache- und Beschwerdeverfahren | papierbasiert | weiterhin papierbasiert |
Ausnahmen und offener Prozess
Die Stadt betont, dass das Einsprache- und Beschwerdeverfahren weiterhin auf dem Papierweg abgewickelt wird. Damit bleibt ein formaler Bestandteil des Verfahrens ausserhalb der digitalen Abläufe. Ob mittelfristig auch dieser Teil digitalisiert wird, geht aus der Mitteilung nicht hervor.
Auswirkungen für Planende und Bauherrschaften
Für Planende, Architekturbüros und private Bauherrschaften bedeutet die Umstellung einen klaren organisatorischen Wechsel. Einerseits verspricht eBauSO eine Standardisierung der Eingaben durch strukturierte Masken und erleichterte Einsicht in Pläne. Andererseits erfordert die ausschliessliche digitale Zustellung, dass Akteure ihre Prozesse anpassen und Mitarbeitende oder Dienstleister mit dem Portal vertraut sind.
Die Stadt verweist auf die Online-Hilfe im Portal und die aufgeschalteten Anleitungen. Konkrete Unterstützungsangebote, etwa Schulungen oder Sprechstunden für Erstnutzer, nennt die Mitteilung nicht.
Hintergrund: Kantonale Digitalisierungsbemühungen
Die Einführung von eBauSO in Grenchen ist Teil einer kantonsweiten Umstellung, die auf den Erkenntnissen der Pilotphase aufbaut. Ziel ist laut Stadt und Kanton, Behördenprozesse zu digitalisieren und verfahrensrechtliche Abläufe zu vereinfachen. eBauSO ist dabei als praxiserprobte Lösung positioniert, die bereits in anderen Kantonen genutzt wird.
Die Stadt betont den Vorteil, dass Gesuchstellende künftig jederzeit den Bearbeitungsstand verfolgen können. Damit erhofft sich die Verwaltung eine bessere Transparenz und eine Reduktion von Rückfragen per Telefon oder E-Mail. Gleichzeitig bleibt der formelle Rechtsweg für Einsprache und Beschwerde vom digitalen Angebot ausgenommen.
Weitere Informationen und die ausführlichen Anleitungen sind auf der Webseite der Stadt Grenchen unter der Rubrik «Dienstleistungen» publiziert.