Der Deutsche Wetterdienst (DWD) berichtet, dass in der südlichen Mitte und im Süden Deutschlands die Bodenfeuchte seit Frühjahr 2026 deutlich unter dem langjährigen Mittel liegt. Längere niederschlagsarme Phasen kombiniert mit sehr warmen bis heissen Abschnitten führten zu einer gravierenden Austrocknung des Bodens. Betroffen sind insbesondere die Regionen von der Pfalz und Rheinhessen bis nach Unterfranken sowie der Südwesten.
Wenig Niederschlag seit März, in Teilen massiv unter dem Mittel
Seit März fielen in weiten Teilen Deutschlands unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen. In einem grossen Gebiet von Pfalz und Rheinhessen bis nach Unterfranken summierten sich die Niederschläge auf meist weniger als 150 Liter pro Quadratmeter (l/m²). In Teilen des Südens entsprach die Niederschlagsmenge gar nicht einmal der Hälfte des Mittels der Jahre 1991 bis 2020. Dem DWD zufolge ist auch das laufende hydrologische Jahr (Anfang November bis Ende Juli) historisch trocken: Seit Beginn der Messungen 1882 war der betrachtete Zeitraum nur zweimal noch trockener.
| Zeitraum / Region | Bemerkung |
|---|---|
| März bis Juli 2026 | Allgemein unterdurchschnittliche Niederschläge, Süd- und Südwestdeutschland besonders betroffen |
| Pfalz, Rheinhessen, Unterfranken | Verbreitet < 150 l/m² |
| Hydrologisches Jahr (Nov–Jul) | Seit 1882 nur zweimal trockener |
Bodenfeuchte: im Süden besonders kritisch
Die Bodenfeuchte der oberen 60 Zentimeter lag seit Ende Mai über Deutschland gemittelt oft nur leicht über normalen Werten, zeigte aber regional deutlich tiefere Werte. Im April und Mai waren die Werte im südlichen Teil bereits stark unter dem Mittel der Jahre 1991 bis 2020. Zwar brachte ein Regenereignis im Juni kurzfristig Entspannung, doch eine anschliessende Hitzeperiode mit sehr hoher Verdunstung führte zu einem raschen Rückgang der Bodenfeuchte.
Seit Ende Juni wechseln sich lokale Schauer und Gewitter mit längeren trockenen Phasen ab. Diese ungleich verteilten Niederschläge reichten meist nur punktuell aus und verschärften die Trockenheit vor allem in der Südwesthälfte Deutschlands weiter. In der Nordosthälfte liegen die Feuchtewerte zwar ebenfalls überwiegend unter den jahreszeitlichen Mitteln, eine ausgeprägte Trockenheit besteht dort aber bislang nicht.
Auswirkungen für Ökosysteme und Landwirtschaft
Die anhaltende Bodentrockenheit hat mehrere Folgen:
- Pflanzenstress: Wälder und Feldkulturen weisen vermehrt Trockenstress auf, was die Produktivität und das Wachstum einschränken kann.
- Erhöhte Brandgefahr: Ausgetrocknete Vegetation erhöht das Risiko von Flächen- und Waldbränden, insbesondere in Regionen mit anhaltender Hitze.
- Landwirtschaftliche Ertragsrisiken: Kulturelle Bewässerung und Ertragsminderungen können zunehmen, je nach Region und Kulturen unterschiedlich stark.
Der DWD macht deutlich, dass die Kombination aus fehlenden Niederschlägen und hohen Verdunstungsraten massgeblich zur Verschärfung der Situation beiträgt. Das Muster erinnert an vorherige Dürrejahre wie 2018 und 2022, wobei die Verteilung der Niederschläge diesmal regional sehr ungleich ist.
Ausblick und Bedeutung für die Praxis
Kurzfristig bleiben lokale Gewitter und Schauer mögliche Erleichterungen, doch eine nachhaltige Entspannung der Bodentrockenheit erfordert flächendeckendere und andauernde Niederschläge. Für Landwirtinnen und Landwirte sowie Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer bedeutet das, dass sie ihre Bewirtschaftungs- und Schutzmassnahmen prüfen und gegebenenfalls anpassen müssen. Wassermanagement, konservierende Bodenbearbeitung und angepasste Fruchtfolgen können die Auswirkungen mildern.
Aus meteorologischer Sicht zeigt die aktuelle Lage einmal mehr, wie empfindlich Böden auf das Zusammenspiel von Niederschlag und Verdunstung reagieren. Das Monitoring der Bodenfeuchte und der hydrologischen Situation bleibt zentral, um Risiken frühzeitig zu erkennen und gezielte Massnahmen zu ermöglichen.