E-Trottinetts sind aus dem Strassenbild von Olten, Solothurn und Aarau nicht mehr wegzudenken. In Stadtzentren wie auf dem Land steigen die Verkaufszahlen, und für viele Pendlerinnen und Pendler sind die kleinen Gefährte zur praktischen Ergänzung zum öffentlichen Verkehr geworden. Das zeigt eine Analyse der Detailhandelszahlen und der regionalen Verbreitung im Mittelland.
Markt wächst, Preise fallen
Der Wandel ist messbar: Onlinehändler berichten von einem Verkaufsplus von über 50 Prozent in den letzten vier Jahren. Gleichzeitig sank der Durchschnittspreis eines E-Trottinetts von rund 580 Franken im Jahr 2021 auf etwa 423 Franken heute — ein Preisrückgang von über 27 Prozent. Fachleute führen dies auf intensiven Wettbewerb und Skaleneffekte bei den Herstellern zurück.
Auf dem Markt dominieren laut Verkaufszahlen vor allem asiatische Anbieter. Zwei Marken stellen schätzungsweise rund 80 Prozent der Verkäufe, während Schweizer Hersteller wie SoFlow oder Vmax kleinere Marktanteile halten und eine Nische besetzen.
Regionale Schwerpunkte im Mittelland
Topografisch günstige Gebiete wie das Aaretal, das Seetal, das Gäu und das Wasseramt bieten ideale Bedingungen für E-Trottinetts. Im Kanton Aargau liegen die Pro-Kopf-Zahlen schweizweit an der Spitze. Gemeinden wie Wohlen weisen etwa 38 E-Trottinetts pro 1'000 Einwohner auf und gehören damit zu den Spitzenreitern.
Auch im Kanton Solothurn nimmt die Verbreitung zu. Dort werden hauptsächlich private Geräte genutzt; kommerzielle Leihsysteme sind im Vergleich zu Städten wie Zürich oder Basel weniger verbreitet. Das hat Auswirkungen auf die lokale Infrastruktur und auf die Erwartungen an Behörden und Verkehrsbetriebe.
Folgen für Pendlerinnen, Öffentlicher Verkehr und Gemeinden
Für Pendlerinnen und Pendler bieten E-Trottinetts Vorteile: Sie lassen sich zusammengefaltet als Gepäck in Zügen mitnehmen, verkürzen die sogenannte «letzte Meile» zwischen Perron und Arbeitsplatz und entlasten teilweise den Autoverkehr. Gleichzeitig stellen sie Gemeinden und Kantone vor neue Aufgaben:
- Regulierung des Fahrens auf Trottoirs und in Fussgängerzonen
- Angebot sicherer Abstellplätze und Ladeinfrastruktur
- Anpassung von Verkehrsregeln und Kontrollen durch die Kantonspolizei
Kommunen müssen abwägen, wie sie die Sicherheit im Strassenraum gewährleisten, ohne die Vorteile dieser flexiblen Mobilitätsform zu schmälern. Das betrifft sowohl innerstädtische Lagen als auch kleinere Gemeinden, wo die Infrastruktur oft weniger ausgeprägt ist.
Wirtschaftlicher Druck und Produktvielfalt
Der Preisrückgang führt dazu, dass E-Trottinetts für breitere Bevölkerungsschichten erschwinglich werden. Hersteller konkurrieren mit unterschiedlichen Modellen: günstige Einsteigergeräte, leistungsstärkere Varianten mit längerer Reichweite und robuste Modelle für den täglichen Pendelverkehr. Schweizer Marken behaupten sich mit Nischenangeboten, etwa bei Verarbeitung oder Kundendienst.
| Indikator | Wert |
|---|---|
| Verkaufsplus (4 Jahre) | über 50 % |
| Durchschnittspreis 2021 | ~580 Fr. |
| Durchschnittspreis heute | ~423 Fr. |
| Marktanteil Top-Marken | ~80 % |
| Wohlen (E-Trottinetts pro 1'000 EW) | 38 |
Praktische Hinweise für Nutzerinnen und Nutzer
Wer ein E-Trottinett kauft oder nutzt, sollte folgende Punkte beachten:
- Die Regeln des Strassenverkehrsgesetzes beachten; in vielen Gemeinden gilt ein Fahrverbot auf dem Trottoir.
- Sicherheitsausrüstung wie Helm und Beleuchtung verwenden.
- Auf abstellrechtliche Vorgaben achten, um das Trottoir nicht zu blockieren.
Die Verbreitung der E-Trottinetts im Mittelland wirft Fragen zu Verkehrsplanung, Sicherheit und Infrastruktur auf, die Gemeinden und Kanton in den kommenden Jahren beantworten müssen. Der Trend zeigt jedoch klar: Mikromobilität bleibt ein wachsendes Element im Mobilitätsmix der Region.