Ausgangslage und Ziel der Planung
Die Schulgemeinde Appenzell reagiert auf steigende Schülerzahlen und den offensichtlichen Sanierungsbedarf mehrerer Schulhäuser auf dem Areal Hofwies. Betroffen sind insbesondere die Gebäude Hofwies 2, 3 und 4, die teilweise aus den 1950er-Jahren stammen und deren Infrastruktur nach Angaben der Schulgemeinde bereits heute an ihre Grenzen stösst. Nach aktuellen Prognosen könnte der vorhandene Schulraum um das Jahr 2030 nicht mehr für alle Kinder ausreichen.
Das Siegerprojekt «Trottiweg»
Mit dem Siegerprojekt «Trottiweg» soll ein kompakter, zweigeschossiger Neubau beim Kauweg entstehen. Geplant sind:
- Sechs Klassenzimmer plus ein Pavillon
- Möglichkeit einer späteren Aufstockung um ein Geschoss
- Einsatz von Holz, Recyclingbeton und Photovoltaikanlagen
- Neugestaltung der Aussenräume
Die Konzeption verfolgt zwei Ziele: kurzfristig zusätzlichen Unterrichtsraum schaffen und langfristig flexible Räume anbieten, die nach der erwarteten Rücknahme der Schülerzahlen wieder anders genutzt werden können.
"Mit dem Siegerprojekt «Trottiweg» soll zusätzlicher Schulraum entstehen"
Sanierungsetappen statt Provisorien
Ein zentrales Argument der Schulgemeinde für den Neubau ist die Möglichkeit, die vorhandenen Schulhäuser etappenweise zu sanieren, ohne den Unterricht über Jahre hinweg massiv durch Bauarbeiten zu beeinträchtigen. Würde kein dauerhafter zusätzlicher Raum geschaffen, wären umfangreiche Provisorien nötig. Nach Vorabklärungen käme eine Containeranlage für rund zehn Schulzimmer bei mehrjähriger Nutzung auf etwa fünf Millionen Franken.
Folgen für Betrieb und Raumnutzung
Die geplante Raumaufteilung sieht vor, die Schulverwaltung künftig im Schulgebäude 3 unterzubringen. Die schulergänzende Betreuung und Fachunterrichtsräume sollen im Schulgebäude 4 verbleiben. Durch diese Neuorganisation erhofft sich die Schulgemeinde, den laufenden Schulbetrieb während der Sanierungen möglichst wenig zu stören und gleichzeitig die Qualität der Raumangebote zu verbessern.
Kosten, Umweltaspekte und Flexibilität
Konkrete Baukosten für den Neubau nennt die Mitteilung nicht. Hingegen betont die Schulgemeinde die ökologische Ausrichtung des Projekts durch die geplante Verwendung von Holz, Recyclingbeton und Photovoltaikanlagen. Die Möglichkeit einer späteren Aufstockung verleiht dem Projekt zusätzliche Flexibilität: Der Neubau deckt den erwarteten Höchststand bei den Schülerzahlen ab, kann aber auch nach dem Rückgang der Anzahl Kinder anders genutzt werden.
Tabellarische Übersicht: Wesentliche Eckpunkte
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Projektname | «Trottiweg» |
| Standort | Beim Kauweg, Schulareal Hofwies |
| Gebäudetyp | Zweigeschossiger Neubau, plus Pavillon; spätere Aufstockung möglich |
| Anzahl Klassenzimmer | 6 |
| Betroffene Altbauten | Hofwies 2, 3 und 4 (teilweise aus 1950er-Jahren) |
| Alternative Provisorien | Containeranlage für ~10 Schulzimmer (ca. 5 Mio. Fr. bei mehrjähriger Nutzung) |
Für die Schulgemeinde steht damit eine Abwägung zwischen kurzfristiger, kostspieliger Provisorienlösung und einer längerfristig ausgerichteten Investition an. Der Neubau soll nicht nur zusätzlichen Raum schaffen, sondern auch die Voraussetzungen für eine möglichst störungsarme Etappensanierung der älteren Gebäude bieten.
Weiterführende Entscheidungen zu Kosten, Zeitplan und Finanzierung müssen von der Schulgemeinde bzw. der zuständigen Instanz noch getroffen werden. Bis dahin bleibt das Projekt «Trottiweg» als planerische Grundlage für die Weiterentwicklung des Schulareals Hofwies in Appenzell bestehen.