Die Pädagogische Hochschule St. Gallen (PHSG) hat am Donnerstagabend 59 Studierende des Studiengangs Sekundarstufe I mit dem Bachelor ausgezeichnet. Die Feier im Hochschulgebäude Hadwig stellte einen wichtigen Etappenerfolg dar, zugleich wiesen Rednerinnen und Redner darauf hin, dass die Ausbildung noch nicht abgeschlossen ist: Bis zum Masterabschluss verbleiben drei Semester.
Abschluss als Etappe, nicht als Endpunkt
Studiengangsleiterin Prof. Dr. Larissa Schuler gratulierte den Diplomierten zu ihrem ersten akademischen Abschluss. In ihrer Ansprache betonte sie, dass der Lehrberuf in einem «dynamischen gesellschaftlichen und bildungspolitischen Umfeld» stattfinde und daher die Bereitschaft, sich weiterhin fortzubilden, zentral bleibe. Der Bachelor sei ein Meilenstein, aber noch nicht das Lehrdiplom.
PHSG-Rektor Prof. Dr. Horst Biedermann griff diese Perspektive auf und verglich den Bachelorabschluss mit einem Zwischenhalt, der Gelegenheit biete, sowohl zurückzublicken als auch den Blick nach vorne zu richten. Er warnte davor, das noch «Unfertige» als Mangel zu verstehen; vielmehr eröffne es «Raum für Reflexion, Entwicklung und neue Ideen».
„Es ist ein Raum der puren Möglichkeiten“
Der Lehrberuf: Persönliche Begegnungen bleiben zentral
In seiner Ansprache rief Prof. Dr. Rolf Bürki die Anwesenden dazu auf, die zentralen, oft subjektiven Elemente des Unterrichtens zu pflegen. Er hob jene Momente hervor, in denen Lernende eine Leidenschaft entdecken, plötzlich etwas verstehen oder verborgene Begabungen zeigen. Solche «magischen Momente» entstünden nicht durch Technik allein, sondern durch Lehrpersonen, die genau hinschauen, zuhören und ermutigen.
„Diese Bachelorfeier ist nicht das Ziel. Es ist der Start.“
Bürki verwies zudem auf die Rolle neuer Technologien: Gerade im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz würden persönliche Begegnungen an Bedeutung gewinnen. Technologie könne Lernprozesse unterstützen, doch die pädagogische Beziehung bleibe zentral für die Förderung individueller Potenziale.
Was bedeuten die Abschlüsse konkret?
Die Veranstaltung machte deutlich, dass der Erwerb des Bachelors für die Studierenden ein formaler Zwischenschritt ist, der den Übergang zu vertieften Studien- und Praxisphasen markiert. Die PHSG setzt damit auf eine mehrstufige Qualifikation, die in der Schweiz üblich ist: Bachelor als Basis, Master als Voraussetzung für das Lehrdiplom.
| Studiengang | Anzahl Diplomierte | Weitere Semester bis Master |
|---|---|---|
| Sekundarstufe I | 59 | 3 |
Folgen für Schule und Praxis
Die Ansprache der PHSG-Leitung und der Gastredner macht mehrere Konsequenzen deutlich:
- Der Bachelor ist ein wichtiger, aber nicht abschliessender Qualifikationsschritt auf dem Weg zum Lehrdiplom.
- Fortlaufende Professionalisierung bleibt nötig, da sich Rahmenbedingungen und Anforderungen im Schulwesen verändern.
- Persönliche pädagogische Fähigkeiten gewinnen trotz oder gerade wegen technologischer Entwicklungen an Bedeutung.
Musikalisch wurde die Feier von Siyanthupan Ramesh und Ephraim Züst begleitet. Nach der offiziellen Zeremonie bot die Diplomfeier den Absolventinnen und Absolventen die Möglichkeit, Leistungen zu würdigen und gleichzeitig die kommende, vertiefende Phase in den Blick zu nehmen.
Für die Absolventinnen und Absolventen beginnt damit eine Phase, in der theoretische Studieninhalte vertieft und vermehrt in schulischer Praxis umgesetzt werden. Die kommenden drei Semester werden prägend sein für die professionelle Entwicklung hin zum Lehrberuf.
Die PHSG setzt mit diesem Modell auf eine vernetzte, stufenweise Qualifizierung, die akademische Ausbildung und Praxisphasen verbindet. Die zentrale Botschaft der Feier: Der Bachelor ist Startpunkt für weitere Professionalisierung, nicht der Abschluss einer beruflichen Entwicklung.