In Solothurn haben am Samstag 60 Abfalltaucherinnen und Abfalltaucher im Rahmen eines Clean-up-Days rund 3 Tonnen Abfall aus der Aare geborgen. Die Freiwilligen zogen unter anderem 25 Velos, Ölfässer, Strassen- und Autoschilder, Glasflaschen sowie persönliche Gegenstände wie Portemonnaies und Kreditkarten aus dem Fluss.
Schwierige Bedingungen unter Wasser
Der Aargauer Taucher Alex (18), einer der Teilnehmenden, beschrieb die Einsätze als anspruchsvoll. Wegen des kürzlichen Regens war die Sicht stark eingeschränkt, der Flussboden schlammig und die Strömung spürbar. «Als ich meine Hand vor mir ausstreckte, sah ich sie nicht mehr», sagte er. Immer wieder stiess er auf scharfes Glas und zerbrochenes Geschirr.
«Ich habe jede Sekunde eine kaputte und spitzige Glasflasche hochgetaucht – neben Geschirr wie Löffel und Messer.»
Alex sagte weiterhin, ihn treibe der Wunsch, «etwas Gutes für die Umwelt zu tun». Gleichzeitig äusserte er Unverständnis darüber, dass Menschen Abfall in Gewässern entsorgen: «Schmeisst nichts ins Wasser!»
Umfang der Belastung und weiterführender Bedarf
Andi Fäh, Vizepräsident von Abfalltaucher Schweiz, blickte nach dem Einsatz auf den vollen Container und schätzte die geborgene Materialmenge auf rund 3 Tonnen. Er sagte ebenfalls, dass es wohl noch «drei weitere Tage» bräuchte, um den betreffenden Bereich vollständig zu säubern.
| Gefundene Gegenstände | Anzahl/Beispiele |
|---|---|
| Gesamtgewicht | ~3 Tonnen |
| Velos | 25 |
| Weitere Fundstücke | Ölfässer, Strassen-/Autoschilder, Glasflaschen, Portemonnaies, Kreditkarten, Baustellenmaterial, Angelzubehör |
Bedeutung für das Ökosystem
Die Bergung von so grossen Mengen an Abfall hat unmittelbare Folgen für die Wasserqualität und die Lebensräume im Fluss. Glas, Metall und Ölreste bilden langanhaltende Belastungen: Scherben und scharfe Kanten gefährden Tiere und Menschen, Öl und Chemikalien können sich im Sediment anreichern. Aus Sicht der Helferinnen und Helfer reduziert jede entfernte Last das Risiko für Flora und Fauna sowie für Freizeitnutzungen wie Schwimmen oder Paddeln.
Freiwilligenarbeit als kurzfristige Lösung
Der Einsatz in Solothurn ist Teil einer Reihe von Aktionen, die lokale Gruppen und nationale Verbände koordinieren, um sichtbare Verschmutzung zu beseitigen. Solche Aktionen sind wichtig, um Gefahren zu reduzieren und Aufmerksamkeit zu schaffen. Sie ersetzen jedoch nicht präventive Massnahmen wie bessere Abfallentsorgung, Sensibilisierung und Überwachung, die dauerhaft die Einträge in Gewässer verhindern helfen.
- Akute Wirkung: Sofortige Entfernung von gefährlichen Gegenständen und Müll.
- Langfristiger Bedarf: Weitere Einsätze sowie präventive Massnahmen sind nötig.
- Öffentliche Verantwortung: Sensibilisierung für korrektes Entsorgen von Abfällen ist zentral.
Konsequenzen für die Region
Für Solothurn und die umliegenden Gemeinden hat die Bergung praktische Relevanz: Saubere Gewässer erhöhen die Lebensqualität, fördern Naherholung und verringern Risiken für Infrastruktur und Tierwelt. Vorerst bleibt jedoch die Feststellung, dass grosse Gegenstände wie Velos und Ölfässer im Flussbett lagern können und nur mit erheblichem Aufwand zu entfernen sind.
Die Beteiligten hoffen, dass die Aktion sowohl direkte Verbesserungen für die Aare bringt als auch eine breitere Diskussion über Verursacherverhalten und Prävention anstösst. Konkrete weitere Einsätze wurden von den Organisatoren als notwendig bezeichnet, um das betroffene Flussstück vollständig zu säubern.