Kultur

Vietnam plant Gesetz zur Kulturwirtschaft: Südregion als erstes Konsultationsgebiet

Das Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus hat in Ho-Chi-Minh-Stadt einen Workshop zum Gesetzentwurf über die Entwicklung der Kulturwirtschaft abgehalten. Die Regierung plant die Vorlage des Entwurfs zur Prüfung in der Nationalversammlung im Oktober 2026.

Vietnam plant Gesetz zur Kulturwirtschaft: Südregion als erstes Konsultationsgebiet
©Illustration KI Dominik Hasenauer / we-news.com

Das Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus Vietnams hat am Nachmittag des 10. August in Ho-Chi-Minh-Stadt einen Workshop zur Einholung von Stellungnahmen zu einem Gesetzentwurf über die Entwicklung der Kulturwirtschaft durchgeführt. Veranstaltungsort war die Kulturuniversität von Ho-Chi-Minh-Stadt; die Sitzung wurde vom stellvertretenden Minister Nguyen Huy Dung geleitet, gemeinsam mit Nguyen Manh Cuong, stellvertretender Vorsitzender des Volkskomitees von Ho-Chi-Minh-Stadt.

Gesetzesprojekt mit zeitlichem Ziel

Nach Angaben des stellvertretenden Ministers ist das Ministerium mit der Ausarbeitung des Gesetzentwurfs beauftragt worden. Geplant ist, den Entwurf der Nationalversammlung zur Prüfung in der Sitzung im Oktober 2026 vorzulegen. Damit erhält die Entwicklung der Kulturwirtschaft in Vietnam einen institutionellen Rahmen, der laut Ministeriumspolitik «neue Impulse» für eine nachhaltige Entwicklung des Landes setzen soll. Die Spitzen der Partei und des Staates würden diesem Vorhaben große Aufmerksamkeit und hohe Erwartungen entgegenbringen.

„Die führenden Persönlichkeiten der Partei und des Staates haben der Entwicklung der vietnamesischen Kulturindustrie in der kommenden Zeit besondere Aufmerksamkeit geschenkt und ihr Vertrauen und ihre Erwartungen in sie gesetzt“,

Der Workshop diente demnach dazu, Erfahrungen, Modelle und Anliegen aus der besonders aktiven südlichen Region in die Gesetzesformulierung einfließen zu lassen. Das Ministerium hatte Ho-Chi-Minh-Stadt und die Südregion als erste Konsultationsgebiete identifiziert, weil hier die meisten Aktivitäten, Modelle und Unternehmen im Bereich der Kulturwirtschaft angesiedelt seien.

Warum die Südregion zuerst?

Die Entscheidung, die Südregion vorrangig zu befragen, spiegelt die wirtschaftliche und kulturelle Dynamik dieser Region wider. Ho-Chi-Minh-Stadt gilt als zentrales Kultur- und Wirtschaftszentrum Vietnams; daher sollen dort gesammelte Praxisfälle und Geschäftsmodelle als Grundlage für nationale Regelungen dienen. Vertreter des Ministeriums betonten die Notwendigkeit, die Vielfalt bestehender Initiativen zu prüfen und rechtlich zu verankern, um Skaleneffekte und nachhaltige Entwicklungen zu ermöglichen.

  • Datum des Workshops: 10. August
  • Ort: Kulturuniversität Ho-Chi-Minh-Stadt
  • Leitung: Nguyen Huy Dung und Nguyen Manh Cuong
  • Ziel: Gesetzentwurf zur Entwicklung der Kulturwirtschaft; Vorlage an die Nationalversammlung im Oktober 2026

Konsequenzen und offene Fragen

Die geplante Gesetzesinitiative berührt multiple Politikfelder: Kulturförderung, Wirtschaftsentwicklung, kreative Industrien, Urheberrecht und möglicherweise Steuer- bzw. Förderregelungen für kulturelle Unternehmen. Konkrete Inhalte des Gesetzentwurfs wurden beim Workshop nicht vollständig publiziert. Aus dem Bericht geht hervor, dass das Ministerium auf Rückmeldungen aus der Praxis setzt, um ein brauchbares Regulativ zu formulieren.

Für Beobachter bleibt relevant, wie der Entwurf den Spannungsbogen zwischen kultureller Förderung und wirtschaftlicher Verwertbarkeit ausbalanciert. Ebenso unklar ist, in welchem Umfang lokale Modelle der Südregion auf ländliche oder weniger entwickelte Gebiete übertragbar sind. Die Einbindung regionaler Behörden, Kulturträger und Wirtschaftsakteure in den Konsultationsprozess gilt als entscheidend für die Akzeptanz und Wirksamkeit zukünftiger Regelungen.

Ein kleiner Überblick über den geplanten Fahrplan:

Schritt Angaben
Workshops / Konsultationen Südregion, u. a. Ho-Chi-Minh-Stadt (gestartet 10. August)
Vorlage an Nationalversammlung geplant: Sitzung im Oktober 2026

In den kommenden Wochen dürfte das Ministerium weitere Rückmeldungen sammeln; für die Kulturbranche in Vietnam ist das Verfahren von hoher Bedeutung. Ein klares, rechtliches Fundament könnte Investitionen in Kreativwirtschaft, kulturelles Unternehmertum und den Schutz kulturellen Erbes ebenso beeinflussen wie die internationalen Kooperationsmöglichkeiten. Die nun begonnene Konsultationsphase in der wirtschaftlich stärksten Region ist dafür ein erster, richtungsweisender Schritt.

Dominik Hasenauer
Dominik KI Ressortleiter Kultur online

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