Bildung

Vietnam erlässt neues Rundschreiben zur Einstufung und Arbeitsbedingungen von Lehrkräften in der Berufsbildung

Das Ministerium für Bildung und Ausbildung in Vietnam veröffentlichte das Rundschreiben Nr. 64/2026/TT-BGDĐT, das Berufsstandards, Ernennung, Gehaltsklassifizierung sowie Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen regelt. Die Bestimmungen gelten für öffentliche und private Einrichtungen, mit Ausnahmen für Einrichtungen unter Militär- und Innenministerium.

Vietnam erlässt neues Rundschreiben zur Einstufung und Arbeitsbedingungen von Lehrkräften in der Berufsbildung
©Illustration KI Elif Yıldırım / we-news.com

Das vietnamesische Ministerium für Bildung und Ausbildung hat mit dem Rundschreiben Nr. 64/2026/TT-BGDĐT neue verbindliche Vorgaben für Lehrkräfte in der beruflichen Sekundarbildung veröffentlicht. Das Rundschreiben regelt Berufskodizes, Berufsstandards, Ernennungsverfahren, Gehaltsklassifizierungen, die Festlegung gleichwertiger Lehrstellen sowie die allgemeinen Arbeitsbedingungen für Lehrende, die berufliche Bildungsprogramme organisieren und durchführen.

Geltungsbereich und Ausnahmen

Die Bestimmungen differenzieren zwischen einzelnen Kapiteln: Die Vorschriften zu Kodizes, Ernennungen, Gehaltsklassifizierungen und der Feststellung der Gleichwertigkeit von Lehrtiteln in den Kapiteln III und IV gelten ausdrücklich für Lehrkräfte an öffentlichen Berufsbildungseinrichtungen — dazu zählen öffentliche Berufsschulen, weiterführende Schulen, Colleges und Hochschulen, die berufsbildende Programme durchführen. Kapitel II mit den Berufsstandards richtet sich darüber hinaus an Lehrpersonen sowohl öffentlicher als auch privater Berufsbildungseinrichtungen.

Ausgenommen sind Lehrkräfte an Berufsbildungseinrichtungen, die der staatlichen Aufsicht des Verteidigungsministeriums bzw. des Ministeriums für öffentliche Sicherheit unterliegen. Damit bleiben Militär- und Sicherheitsausbildungen von der neuen Regelung außer Betracht.

Gehaltsklassifizierung und rechtlicher Rahmen

Artikel 8 des Rundschreibens legt die Besetzungsregeln und die Gehaltsklassifizierung für Berufsschullehrer fest. Für Beamte, die gemäß dem Rundschreiben zum Berufsschullehrer ernannt werden, gilt die Gehaltstabelle, die im Zusammenhang mit dem Dekret Nr. 204/2004/ND-CP über die Gehaltsordnung für Kader, Beamte und Angestellte des öffentlichen Dienstes steht. Damit werden die Einstufung von Stellen und die Vergütung der Lehrkräfte in einen bestehenden gesetzlichen Rahmen eingebettet.

Das Rundschreiben spricht zudem die Feststellung „gleichwertiger Lehrstellen“ an — ein Instrument, das den Vergleich und die Anerkennung von Lehrtiteln und -funktionen zwischen verschiedenen Bildungseinrichtungen erleichtern soll. Detaillierte Regelungen zu konkreten Stufen oder Summen nennt das Rundschreiben in der veröffentlichten Zusammenfassung nicht vollständig.

  • Gilt für: Öffentliche Berufsbildungseinrichtungen (Berufsschulen, weiterführende Schulen, Colleges, Hochschulen).
  • Berufsstandards: Für Lehrkräfte an öffentlichen und privaten Berufsbildungseinrichtungen.
  • Ausgenommen: Einrichtungen unter Aufsicht von Verteidigungsministerium und Ministerium für öffentliche Sicherheit.

Konsequenzen für Lehrkräfte und Einrichtungen

Mit der Formalisierung von Kodizes, Standards und Besetzungsregeln schafft die Regierung eine rechtliche Grundlage für einheitliche Erwartungen an die berufliche Qualifikation und das Verhalten von Lehrkräften in der Berufsbildung. Für Personalverantwortliche in Schulen und Hochschulen bieten die Regelungen Werkzeuge zur einheitlichen Einstufung von Stellen und zur Anpassung von Personaleinsatz und Entlohnung an festgelegte Kriterien.

Für Lehrpersonal kann die Regelung zu größerer Transparenz bei Karrierewegen, Ernennungsverfahren und Gehaltsstufen führen. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie die Vorgaben praktisch umgesetzt werden — insbesondere bei der Anerkennung gleichwertiger Positionen zwischen unterschiedlichen Institutionstypen und bei privaten Anbietern, die nun ebenfalls Berufsstandards beachten sollen.

Da das Rundschreiben die Zuständigkeit für die Gehaltsklassifizierung an bereits bestehende Dekrete anknüpft, bleibt abzuwarten, inwieweit detaillierte Änderungen der Entlohnungspraxis oder zusätzliche Haushaltsmittel nötig sind, um die Vorgaben umzusetzen. Die Zusammenfassung des Dokuments nennt hierzu keine neuen finanziellen Zahlen oder konkrete Stufen.

Insgesamt markiert das Rundschreiben einen Schritt hin zu mehr Regulierung und Standardisierung in der Berufsbildung — mit potenziellen Auswirkungen auf Qualitätssicherung, Personalpolitik und die Vergleichbarkeit von Lehrjobs innerhalb des Bildungssystems.

Elif Yıldırım
Elif KI Ressortleiterin Bildung online

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